Ganz ehrlich? Simon und ich sind uns einig, dass bisher kein anderes Jahr so spannend, nervenaufreibend und oft auch verwirrend war wie 2016. In meinem Jahresrückblick verrate ich dir, wie mein Leben zu Beginn des Jahres aussah, was für eine Achterbahn der Gefühle ich in den letzten Monaten gefahren bin, welche Höhen und Tiefen es gab und wieso ich beim Blick auf unsere Pläne für 2017 durchaus noch etwas gespalten bin.

Hätte mir jemand 2015 um diese Zeit rum gesagt, was sich im kommenden Jahr alles ändern würde, hätte ich ihm vermutlich einen Vogel gezeigt. Ich war hochgradig deprimiert. Einerseits lebte ich gerade in meiner Traumstadt Paris, hatte einen interessanten Job als Deutschlehrerin am Lycée und irgendwie war das alles, was ich schon immer wollte: ins Ausland. Das Problem an der Sache: Meinen Mann Simon konnte ich maximal zweimal pro Monat am Wochenende oder in den Ferien sehen. Als ich ihn mit 15 Jahren kennengelernt habe, war mein einziger Traum eigentlich, die Welt zu entdecken. Damals hätte ich auch nie gedacht, dass das Ganze wirklich in einer Hochzeit enden würde und ich mit Simon bereits die Liebe meines Lebens gefunden hatte.

Aus 2 mach 1 – Von der Mammutaufgabe, zwei Lebenspläne zusammenzufügen

Jeder, der behauptet, eine Beziehung sei keine harte Arbeit, der lügt. In gewisser Weise wollten wir immer das Gleiche: zusammen glücklich sein, irgendwann eine Familie gründen. Wäre da nicht das Problem gewesen, dass Simon unsere Heimat beim besten Willen nicht für mehr als ein oder zwei Wochen verlassen wollte – und ich konnte es mir beim besten Willen nicht mehr vorstellen, wie ursprünglich mal geplant ALLEIN für ein Jahr ins Ausland zu gehen. Wie das aber natürlich so ist: Man findet Kompromisse. Ich absolvierte ein Schulpraktikum in Frankreich, reiste nach dem Abi für knapp zwei Monate durch Australien und verbrachte meine Semesterferien grundsätzlich im Ausland. Aber das reichte mir irgendwann nicht mehr – wozu auch das Absetzen der Pille beigetragen hatte.

Simon hatte sich in der Zwischenzeit seinen Traum erfüllt: Während seines Studiums hatte er sein IT-Unternehmen weiter ausgebaut, erste Kunden in Bielefeld gefunden und sich dazu entschieden, ein „richtiges“ Ladengeschäft zu eröffnen. Der Laden lief bestens, mein Studium lief ebenfalls bestens und eigentlich war nach außen hin alles perfekt. Trotzdem ließ mich der Gedanke, noch einmal für mehr als ein paar Wochen ins Ausland zu gehen, nicht los und Simon war einverstanden – unter der Voraussetzung, dass ich mich für ein „besuchsfreundliches Ziel“ entscheiden würde.

Er kam mich alle paar Wochen in Paris besuchen, wir trafen uns in meinen Ferien in Marseille, Rom, Frankfurt, Köln. Und unser Plan, nach diesen 6 Monaten ein Haus zu kaufen und Kinder zu kriegen, wurde in meinem Kopf zu einem riesigen „Oh mein Gott, NEIN“. Da wusste ich noch nicht, dass es in Simons Kopf mittlerweile ähnlich aussah.

„Komm, wir verkaufen alles und machen eine Weltreise!“

Moment. Was? Ich konnte es nicht glauben, als Simon mir irgendwann im Januar oder Februar eröffnete, dass er lange nachgedacht hatte. Dass er eigentlich schon als Kind am liebsten Palmen gemalt hatte. Dass er ohne mich wohl nie auf die Idee gekommen wäre. Ehrlich gesagt: Ich war skeptisch. Auf sowas hatte ich jahrelang gehofft – und meine Hoffnungen letztendlich begraben. Dann eben Vollzeitjob, Reihenhaus mit Garten und Kindern. Ja, ich war ziemlich gefrustet.

Und umso ungläubiger, als auf einmal von Weltreise die Rede war. Die Skepsis blieb. Aber als ich im April wieder nach Hause kam, erzählte Simon mir immer noch von Reisezielen, über die er irgendwo einen Artikel gelesen hatte. Von Palmen, Kokosnüssen und endlosen Sandstränden. Im Mai ging es für ihn zum ersten Mal raus aus Europa: Wir verbrachten gemeinsam zwei Wochen mit Backpack in Thailand. Und danach waren wir beide überzeugt davon, dass wir diese Weltreise zusammen machen wollen.

Leben à la carte – Launch einer Leidenschaft

Im Juli war es soweit: Mein privater Blog, auf dem ich meine Familie von Paris aus auf dem Laufenden gehalten hatte, wurde dichtgemacht. Scheinbar hatte man mir die Freude am Schreiben angemerkt und nach und nach hatten sich Leser bei mir angesammelt, die ich gar nicht persönlich kannte. Ich muss gestehen, dass ich Anfang 2016 noch gar keine Ahnung vom Bloggen hatte. Ich schrieb einfach so drauflos und wusste nicht, dass „Reiseblogger“ auch ein Job sein kann. Aber ich hatte etwas gefunden, das mir unendlich viel Spaß machte – und selbst Simon meinte irgendwann zu mir: „Und ich dachte, das wäre wieder eine deiner fixen Ideen und das wird dir nach ein paar Wochen langweilig.“

Ganz im Gegenteil: Ich war immer begeisterter von dieser „fixen Idee“, schrieb was das Zeug hielt und recherchierte wochenlang zu den Themen Blogdesign, WordPress, SEO, Affiliate-Marketing und so weiter. Quasi zu allem, was nichts mit dem reinen Schreiben zu tun hatte. Und so ging dann Leben à la carte online. Das ist jetzt genau ein halbes Jahr her und ich freue mich riesig, dass du hier bist und meine Artikel liest. In der Zwischenzeit habe ich zu meiner ersten Blogparade aufgerufen, das Leben als digitale Nomadin auf Rhodos getestet, durfte zum ersten Mal kostenlos ein Hotelzimmer testen und vieles mehr. Ich war zwar schon immer viel im In- und Ausland unterwegs, aber 2016 toppt bisher wirklich alles!

2017 – Was soll denn da jetzt noch kommen?

Meine Reisepläne für das kommende Jahr werde ich dir noch in einem gesonderten Artikel vorstellen. Ich kann aber schon verraten: Es wird verdammt aufregend. Trotzdem geht mir allmählich etwas die Muffe, wenn ich darüber nachdenke, was 2017 noch alles ansteht. Wir müssen unsere 90 Quadratmeter plus Keller auf zwei Rucksäcke komprimieren, unsere Reiseblog-Suchmaschine Reise2PunktNull erfordert noch viel Arbeit, mein Online-Sprachunterricht läuft weiter und ja, es ist verdammt viel zu tun, bevor wir dann Ende des Jahres in die Welt aufbrechen. Zumal ich auch noch mindestens drei oder vier Monate im Ausland sein werde. Aber hey, Simon und ich haben zusammen schon ganz andere Projekte gestemmt, das wird also schon irgendwie.

Das nächste Projekt hat jetzt sowieso erst mal mit meiner Gesundheit zu tun. Hinter den Kulissen habe ich in den letzten Wochen nämlich einen regelrechten Ärzte-Marathon hingelegt. Als Kind habe ich wegen einer schiefgegangenen Blinddarm-Operation über einen Monat im Krankenhaus verbracht und eine riesige Narbe davongetragen, die nicht nur verdammt unschön aussieht, sondern auch extrem tief eingezogen und empfindlich ist.

Seit Oktober habe ich Schmerzen, wurde letztendlich mit Verdacht auf Narbenbruch ins MRT geschoben, wo sich rausgestellt hat, dass mit der Narbe an sich zwar alles okay ist, aber eine ca. 15 cm lange Zyste am Narbengewebe gewachsen ist. Kein Wunder also, dass mir alles wehtut… Naja gut, ich werde also Mitte Januar operiert und auch wenn ich von damals echt ein ziemliches Krankenhaus-Trauma habe und die OP wegen der alten Narbe ziemlich tricky wird, bin ich froh, dass das Problem endlich gefunden ist. Hab nämlich allmählich keinen Bock mehr auf Rumsitzen, das Leben wartet!

Silvester verbringen wir dieses Jahr ganz ruhig bei Freunden in Münster – endlich mal wieder ganz klassisch mit Fondue, Dinner for One, Gesellschaftsspielen, Bleigießen und ein paar hübschen Glitzer-Fontänen um Mitternacht. Ich wünsche dir einen guten Rutsch ins neue Jahr und hoffe, dass du auch 2017 wieder fleißig meine Texte liest. Es würde mich jedenfalls sehr freuen! See you next year!

Was waren deine Highlights 2016?

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