Nachdem ich dir zu Weihnachten schon gezeigt habe, wie man eine traditionell französische Bûche de Noël zubereitet, präsentiere ich heute das Rezept für die Galette des Rois, das ich letztes Jahr aus Frankreich mitgebracht habe. Auch wenn ich leider keinen Kinder-Bonus mehr habe und dementsprechend nicht zur Königin gekrönt wurde: Mein Kuchenstück hat trotzdem super geschmeckt!

Galette des Rois: Wie, wo, was, warum?

In Frankreich feiert man am 06. Januar den Dreikönigstag mit einer Galette des Rois. Genau genommen feiert man AB dem 06. Januar mit einer Galette des Rois, gerne auch mehrmals über die kommenden Wochen verteilt – bis zum Fastnachtsdienstag ist nämlich die Zeit des Königskuchens. Während die Pâtisserien voll von Galettes sind, war ich ganz froh, dass ich bei der Familie meiner Betreuungslehrerin zum Backen eingeladen war. Auch wenn die Zutaten bei der DIY-Variante nicht ganz billig sind: Eine Galette des Rois aus der Pâtisserie geht so richtig ins Geld und kostet nicht selten an die 30-40 Euro.

Es ist Brauch, dass die Galette zusammen mit der ganzen Familie angeschnitten wird. Dabei sitzt die jüngste Person (also im Normalfall eins der Kinder) unter dem Tisch und benennt die Reihenfolge, in der die Familienmitglieder ihre Kuchenstücke bekommen. Wer die fève (früher eine kleine Krippenfigur, heute meist irgendein kleines Spielzeug aus Plastik) in seinem Stück hat, ist der König und darf sich eine Papierkrone aufsetzen. Dass dabei das jüngste Kind reeein zufällig auch immer zum König gekrönt wird, muss ich dabei sicher nicht erwähnen, haha.

Was brauchst du, um eine Galette des Rois zu backen?

  • 2 Blätterteige aus dem Kühlregal
  • ca. 150 g Zucker
  • 100 g gemahlene Mandeln
  • 4 Eier
  • 130 g Butter
  • 360 ml Milch
  • ein wenig Maismehl
  • eine Vanilleschote
  • eine fève (Plastikfigur) und eine Papierkrone

Das Rezept, das wir letztes Jahr benutzt haben, war… sagen wir… ziemlich… genau. Ich glaube, ich habe noch nie zuvor in meinem Leben irgendetwas so genau abgewogen. Inwiefern das wirklich nötig ist? Keine Ahnung. Ich vertraue einfach mal dem französischen Rezept und gebe keinerlei Gewähr drauf, wenn du versuchen möchtest zu pfuschen, haha. Für die Galette des Rois stellt man eine frangipane (Mandelcreme) her.

Zuerst wiegst du 80 g Eigelb ab und schlägst es zusammen mit 58 g Zucker so lange auf, bis es zu einer hellgelben Masse geworden ist. Anschließend rührst du 36 g Maismehl unter. Danach kochst du 360 ml Milch mit dem Mark einer Vanilleschote in einem Topf auf und schmilzt 30 g Butter darin. Wenn die Butter vollständig geschmolzen ist, mischt du die vorher hergestellte Masse unter und rührst bei leichter Hitze weiter, bis die crème pâtissière puddingartig ist. Das ist jetzt übrigens der Teil der Füllung, der unglaublich lecker ist – starke Empfehlung dafür, sämtliches Backgeschirr hinterher ausgiebigst abzulecken, haha.

Die frangipane ist damit allerdings noch nicht fertig. In einer anderen Schüssel verrührst du 100 g Butter (sie sollte schon möglichst weich sein, also nicht wieder in den Kühlschrank packen) mit 100 g Zucker zu einer bröseligen Masse und gibst nacheinander zwei Eier hinzu. Wenn alles gut vermischt ist und die Masse ein paar Blasen wirft, gibst du 100 g fein gemahlene Mandeln hinzu und rührst kräftig, bis alles schön cremig ist. Wenn die crème pâtissière in der Zwischenzeit abgekühlt ist, kannst du sie im Verhältnis 1/3 Crème Pâtissière und 2/3 Mandelmasse mischen.

Danach rollst du den ersten Blätterteig aus, streichst die frangipane darauf (dabei einen Rand von 2-3 cm freilassen) und platzierst irgendwo die fève. Anschließend wird der zweite Blätterteig ganz einfach draufgelegt, die Ränder kannst du mit den Fingern, der stumpfen Seite eines Messers oder einer Gabel zusammendrücken. Das Ganze wird dann noch mit etwas Eigelb bestrichen und kommt bei 200°C für etwa 20-30 Minuten (immer mal wieder reinschauen!) in den vorgeheizten Backofen.

Die Galette des Rois schmeckt lauwarm am besten, kann aber auch sehr gut am nächsten Tag kalt gegessen werden. Hast du schon mal selbst eine gebacken oder diesen französischen Brauch miterlebt? Ich würde mich über deine Erfahrungen (oder Alternativrezepte) in den Kommentaren sehr freuen und wünsche…

Bon appétit !

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