In den letzten Wochen habe ich oft drüber nachgedacht, ob ich es auf meinem Blog eigentlich schaffe, klar zu vermitteln, wie ich denn nun reise. Als Backpackerin? Oder bin ich doch eher Flashpackerin? Okay, wenn man das selbst noch nicht einmal so genau weiß, ist das mit dem Vermitteln an die Leser wohl eine heikle Angelegenheit. Es war also Zeit, mal etwas Licht ins Dunkel zu bringen und darüber nachzudenken, in welche Kategorie ich denn nun gehöre…

Wenn es um die Reiseart geht, begegnen einem ganz schön viele Vorurteile. Backpacker haben halt keine Kohle und sind deshalb gezwungen, „Low Budget“ zu reisen? Luxusreisende haben alle einen Goldesel im Keller und hauen dementsprechend voll auf die Kacke? Pauschalurlauber reisen sowieso nicht wirklich, sondern liegen nur faul in der Sonne? Puuuh, wenn das mal immer so einfach zu sagen wäre. Naja, sagen kann man es auch einfach so, aber der Wahrheit enspricht das in den meisten Fällen wohl eher nicht.

Was ist eigentlich Backpacking?

Die Erklärung „Alle, die mit einem Rucksack reisen, sind Backpacker“ ist zwar ganz nett, aber nur die halbe Wahrheit. Wenn überhaupt. Sicherlich ist es so, dass die meisten Backpacker wirklich mit einem Rucksack unterwegs sind oder zumindest nur ein einziges Gepäckstück mit sich herumtragen. Allerdings beschränkt sich der Begriff nicht auf die Wahl des Gepäcks – Backpacking ist eher so eine Art Lebensgefühl und besagte Reisende erfüllen nach eigener Erfahrung oft viele der folgenden Charakteriska:

  • deutlich längere Reisen als die von „normalen“ Urlaubern
  • geringeres Tagesbudget, damit man länger unterwegs sein kann
  • bevorzugen dementsprechend günstige Unterkünfte und Verkehrsmittel
  • nehmen dafür häufig auch weniger Komfort in Kauf
  • investieren mehr in Erlebnisse als in materiellen Luxus
  • prädestiniert für Rundreisen, ein festes Hotel/Hostel ist eher selten
  • interessiert an fremden Kulturen, lernen gerne Locals kennen
  • nehmen oft Abstand von klassischen touristischen Sehenswürdigkeiten
  • lernen gerne andere Reisende kennen und teilen ihre Erfahrungen
  • individuelle Organisation, recht flexible Routenplanung „vor Ort“

Warum ich (k)eine Backpackerin bin

Wenn ich mit meinem extrem spärlichen Gepäck unterwegs bin (und dann am besten noch nach 24 Stunden „Travel Day“ aussehe wie der letzte Otto), zweifelt vermutlich niemand an, dass ich eine waschechte Backpacking-Queen bin. Und es stimmt auch, dass ich schon verdammt viele Eigenschaften einer typischen Backpackerin an den Tag lege: Ich liebe es, mit Reisenden und Locals in Kontakt zu kommen, lerne unglaublich gerne fremde Sprachen und Kulturen kennen, lasse mich auf meinen Reisen am liebsten treiben und habe auch überhaupt kein Problem damit, meinen Komfort runterzuschrauben, damit das Geld länger reicht.

Ich gebe es ganz offen zu: Ich mag einfach keinen übertriebenen Luxus. Ich mag nicht von morgens bis abends betüddelt und gleichzeitig irgendwie als anonymer Gast behandelt werden. Und vor allem mag ich es nicht, mich um nichts kümmern und im schlimmsten Fall sogar noch meine gesamte Reise-Orga an jemand anderen abgeben zu müssen. Von daher kommt mir Backpacking sowieso sehr gelegen und ich würde meine Reiseart für kein Geld der Welt ändern – selbst wenn man mir jetzt eine Million zur freien Verfügung aufs Konto überweisen würde. Trotzdem bin ich keine „klassische“ Backpackerin und ich verrate dir auch, wieso das so ist…

Simon und ich haben schon immer hart gearbeitet, wodurch prinzipiell immer irgendwie Geld vorhanden ist. Egal, ob wir zu Hause oder irgendwo in der Welt unterwegs sind: Wir investieren einen Großteil unserer Moneten in Restaurantbesuche, Kino- und Theaterkarten, Saunatage, Freizeitparks und Co., Cocktail-Happy-Hours und eben alles, was Spaß macht. Für uns war daher auch für die Weltreiseplanung klar: sinnvoll sparen JA, auf Teufel komm raus mit Low Budget reisen und sich nichts mehr gönnen können NEIN. Dazu kommt, dass wir als Paar natürlich gern ein Zimmer für uns haben und wir für unsere Arbeit ein gewisses Maß an Ruhe brauchen – zumindest auf Dauer. Aber glücklicherweise gibt es ja auch dafür schon einen Begriff. Ich halte fest: Wir sind definitiv Flashpacker. Quasi Backpacker+, mit einem höheren Budget.

Spartipps für deine Reise

Jedes Geldpolster versiegt irgendwann, wenn man nur noch La Dolce Vita genießt, aber nicht für Nachschub im Portemonnaie sorgt. Prima natürlich, wenn man ortsunabhängig arbeiten und seinen Arbeitsplatz einfach an jeden x-beliebigen Ort mitnehmen kann. Wie wir aber schon seit Jahren auf jeder Reise sparen, um an anderer Stelle „die Fuffies durch den Club zu schmeißen“, verrate ich dir hier:

  • Lebe minimalistisch und überleg dir genau, ob du das neueste Smartphone und Klamotten in zwanzigfacher Ausführung benötigst. Ich persönlich investiere lieber in Erinnerungen als in materiellen Kram.
  • Sei flexibel bei deinem Reiseziel: Die Flugpreise sind gerade auf Höhenflug? Es gibt zu 100% noch andere schöne Destinationen, die du gerne sehen möchtest.
  • Reise nur mit Handgepäck. Erstens sind die Flüge mit Billigairlines ohne Gepäck meist deutlich günstiger, zweitens wirst du sehen, mit wie wenig du auskommst – und weißt genau, dass du nichts Unnötiges kaufen solltest, weil du schlicht und einfach keinen Platz dafür hast.
  • Vergleiche die Preise mit Flug- und Hotelsuchmaschinen (auch über variable Zeiträume) und checke alle (!) Abflughäfen, die in Frage kommen. Es ist erstaunlich, wie groß die Unterschiede sein können.
  • Reise langsam: Eine mehrwöchige Homebase zu buchen, macht zwar nicht spontan, bei Airbnb gibt es aber oft günstige Monatsraten – und auch im direkten Umfeld gibt es viel zu entdecken!
  • Lass die klassischen Sehenswürdigkeiten ruhig erstmal links liegen. Ein langer Spaziergang füllt dein Tagesprogramm schnell mit spannenden Dingen, die du deutlich günstiger machen könntest.
  • Sei vor Ort besonders aufmerksam: Wo essen die Einheimischen? Wo kaufen sie ein? Wo gehen sie feiern? Du kannst dir sicher sein, dass du dort auch die besten Preise findest.
  • Lerne die Sprache deines Reiselandes: Mit Einheimischen auf deren Sprache kommunizieren zu können, öffnet ungeahnte Türen und Möglichkeiten…

Und? Welcher Reisestil ist deiner?

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