Bangkok ist sicherlich eine dieser Städte, bei denen man von unbegrenzten Möglichkeiten spricht. Wäre da nur nicht diese eine kleine Sache: Es gibt kein Meer! Wäre aber ja gelacht, wenn sich die Thailänder nicht auch dafür eine Lösung hätten einfallen lassen. Surfen in der Großstadt? Schwimmen auf dem Dach eines Einkaufszentrums? In Bangkok absolut kein Problem!

Ein Thailand-Urlaub fängt wohl bei den meisten Reisenden in Bangkok an. Die Stadt hatte uns mit ihrer unglaublichen Vielfalt schnell in ihren Bann gezogen. Wir waren nun also in der Wärme angekommen und hatten Urlaub. Richtigen Urlaub, denn unsere Reise war als „Belated Flitterwochen“ (also nix Arbeit) deklariert – kann man so anderthalb Jahre nach der Hochzeit ja mal machen, wenn man vorher irgendwie immer zu busy ist, haha. Sommer, Sonne, tolle Stadt, keinerlei Freizeitstress, alles super und entspannt. Einziger Wermutstropfen: Die Sache mit Strand, Meer und Palmen konnte uns kaum schnell genug gehen.

Wie gut aber, dass die Thailänder offenbar auch gern mal dem Großstadtleben entkommen und einige richtig coole Aqua-Highlights für die ganze Familie in ihrer Hauptstadt haben. Zwei davon möchte ich dir hier gerne vorstellen: das Flow House und den Pororo AquaPark.

Flow House & Chang Surf Bar

Du wolltest schon immer mal surfen lernen? Oder bist vielleicht sogar schon ein halber Profi, willst aber nicht etwa bis ins nächste Surfgebiet fahren? Ja läuft, dann ab ins Flow House. Von der Metro (Queen Sirikit National Convention Centre) kommt man gut zu Fuß dorthin – sofern man sich eine Karte aufs Smartphone gezogen hat, denn der Weg führt quer durch viele kleine Gassen eines Wohngebiets. Schließlich landet man auf einem riesigen Platz, der mit höherpreisigen Restaurants, westlichen Fast-Food-Ketten und so weiter gesäumt ist.

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Von 14 bis 23 Uhr (am Wochenende schon ab 10 Uhr) kannst du dich hier mit dem Bodyboard oder auf einem zu klein geratenen Surfbrett (wahrscheinlich ist es eher ein Wakeboard oder so, aber ganz ehrlich: Ich habe keinen blassen Schimmer!) in die künstlichen Wellen stürzen. Dass das Preisniveau selbst für uns Europäer nicht gerade günstig ist, haben wir schon bei der Ankunft festgestellt, denn das Klientel im Flow House besteht größtenteils aus Ausländern und besser betuchten Thailändern, die dort Kindergeburtstage etc. feiern.

Was kostet eine Stunde auf der Welle?

Für 750 Baht (etwa 19 €) bekommst du eine Stunde lang Zugang zur Bahn und Hilfestellung von professionellen Surflehrern. Handtücher können entweder selbst mitgebracht oder für 50 Baht (etwa 1,30 €) an der Rezeption ausgeliehen werden. Zu jeder vollen Stunde geht es los, eine große digitale Uhr erinnert bis zur Sekundenanzeige, wie viel Zeit noch bleibt. Reservierungen können über die Homepage oder per Telefon gemacht werden, du kannst auch direkt hingehen und die nächste freie Runde abwarten. Auf jeden Fall musst du dich mindestens 30 Minuten vorher an der Rezeption gemeldet und alles bezahlt haben, dort bekommst du dann einen Voucher, den du bei den Surflehrern abgeben musst.

Caro & Simon beim Wellenreiten

Sowohl Simon als auch ich hatten noch nie zuvor auf einem Surfbrett gestanden und waren letztendlich auch ganz froh, es erstmal in geschütztem Terrain ausprobieren zu können – wären zu der eigentlichen Aufgabe auch noch Salzwasser und das offene Meer hinzugekommen… naja, ne? Nachdem wir nach einigen Versuchen immerhin schon mal auf dem Bodyboard knien und uns durch Gewichtsverlagerung vor- und zurückbewegen konnten, probierte ich auch das eigentliche Surfbrett aus. Simon, der sich selbst als Ungelenkmon bezeichnet und für den Kniebeugen schon eine ziemlich große Herausforderung darstellen, blieb lieber bei der Perfektionierung des Bodyboards.

Unser Surflehrer hatte sich vorher schon diverse Mal neben uns ins Wasser gestürzt, um gekonnt lässig (meine Güte, was hatte der für Muskeln in den Beinen) vorzumachen, was wir hoffnungslos versuchten, nachzumachen. Jetzt warf er mir ein Seil zu und schob mich mit meinem Brett vorsichtig Richtung Welle. Gut, ich sah mit meinen schüttelfrostähnlich zitternden Beinen vermutlich aus wie der Affe auf dem Schleifstein, aber zumindest hielt ich mich eine Weile mehr oder minder senkrecht auf meinem Brett – bis ich das Gleichgewicht verlor, sämtliche Sicherheitshinweise (einrollen und Hände schützend um den Kopf legen) vergaß und volle Wucht mit dem Kopf vor die Wand krachte. Achso, das meinten die also mit „es ist ein Extremsport und es kann zu Verletzungen kommen“. Ooops.

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Entspannen in der Chang Surf Bar

Ich muss gestehen, ich bin bei sowas manchmal echt ein kleiner Hypochonder und war der festen Überzeugung, ich hätte jetzt vermutlich ein schweres Schädel-Hirn-Trauma und würde in wenigen Augenblicken in Ohnmacht fallen. Oder so ähnlich. Unsere 60 Minuten waren schon abgelaufen und wir machten es uns zur Heilung meines schweren Schädel-Hirn-Traumas in der Chang Surf Bar gemütlich, die mit ihren bequemen Lounge-Möbeln zum Flow House gehört. Während ich noch leicht benebelt an meinem Wasser nippte, bestellte Simon einfach eine Karaffe Mojito, um mich zu überzeugen, dass ich den Abend mit großer Wahrscheinlichkeit überleben würde. Joa, war lecker und die Fritten waren mit Sicherheit die besten, die wir in Thailand jemals serviert bekommen haben.

Fazit Flow House

Haha, mein Erlebnisbericht klingt jetzt echt ein bisschen negativ – soll er aber keinesfalls sein! Wir hatten wirklich viel Spaß im Flow House, die Atmosphäre ist toll und die Mitarbeiter super zuvorkommend. Wenn man es etwas mehr drauf hat als wir, kann man sicher auch richtige Kunststücke auf der Welle hinlegen. Der ein oder andere hat uns jedenfalls in Perfektion gezeigt, wie es denn aussieht, wenn man es kann – und wie man nicht bei jedem Hinfallen die Bikinihose verliert… Dass das Ganze aber auch wirklich anstrengend ist, merkt man dann in den kommenden Tagen: Ich habe in meinen Armen Muskeln entdeckt, von denen ich gar nicht wusste, dass ich sie besitze!

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Über den Dächern von Bangkok: Pororo AquaPark

Der AquaPark befindet sich auf der CentralPlaza Shopping Mall in Bang Na – das heißt: auf dem Dach eines 7-stöckigen Hochhauses (und Stockwerke in Einskaufscentern sind bekanntlich deutlich höher als die eines normalen Wohnhauses). Bis Bang Na kannst du mit dem Skytrain fahren, von dort geht es dann entweder mit dem Bus oder Taxi weiter. Da wir auch zum Skytrain erstmal ein Taxi hätten nehmen müssen und wir durch die thailändischen Abfahrtspläne des Busses absolut nicht durchgestiegen sind (viele Thailänder glaube ich selbst auch nicht), sind wir direkt mit Taxi gefahren und haben von Bangkoks Altstadt bis zum Einkaufszentrum inklusive Autobahn-Maut etwa 250 Baht (6,30 €) bezahlt.

Kosten für einen Tag im Rutsch-Paradies

Die Eintrittskosten sind auch hier für thailändische Verhältnisse nicht gerade gering, allerdings noch deutlich günstiger als vergleichbare Wasserparks in Europa. Für 400 Baht (10 €) können Erwachsene einen Tag im Rutsch-Paradies verbringen, Kinder bis 1,20 m und Senioren ab 60 Jahren zahlen 280 Baht (7 €), Kinder unter 0,90 m erhalten sogar freien Eintritt. Handtücher kann man sich selbst mitbringen oder gegen eine Gebühr von 40 Baht (kleines Handtuch, 1 €) oder 60 Baht (großes Handtuch, 1,50 €) ausleihen. Schließfächer kann man, wenn benötigt, für ebenfalls 40 bzw. 60 Baht mieten, weniger Wahlmöglichkeiten hat man bei den Ringen für die Rutschen: Es gibt nämlich ein paar Rutschen, die man nur mit einem speziellen Ring rutschen darf und für den müssen nochmal 60 Baht (Ring für Erwachsene) bzw. 40 Baht (Ring für Kinder) bezahlt werden. Ziemlich gewöhnungsbedürftig: Eigene Badelatschen dürfen nicht mitgebracht werden, man muss die bereitgestellten Flip Flops (Größe S, M oder L) anziehen.

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Wir machten uns also mit Jan von EasyDeutsch und seiner Frau Juliana von Bula de Viagens auf den Weg aufs Dach. Zumindest nachdem wir erstmal etwas warten mussten, bis der Verantwortliche der Shopping Mall mit einem winzigen Schlüssel zur Tür kam und die Pforten des hochtechnisierten Gebäudes richtig oldschool öffnete. Während wir es aus Europa eigentlich eher gewohnt sind, dass Wasserparks das Mekka für abenteuerlustige Jugendliche und Erwachsene sind, scheint das bei den Thailändern etwas anders zu sein. So genau konnten wir das zwar nicht herausfinden (unter der Woche, morgens, außerhalb der Ferien hatten wir zu Anfang den gesamten Park für uns und auch zu späterer Stunde waren mehr Mitarbeiter als Besucher anwesend), aber im Pororo AquaPark ist alles so kindisch und kitschig wie nur irgend möglich.

Pororo ist, wie wir rausgefunden haben, dieser süße kleine Pinguin, der aus Südkorea stammt und in Asien wohl ein ziemlicher Kassenschlager (vielleicht so wie Spongebob?) ist. Der AquaPark ist kunterbunt und es spielt in endloser Dauerschleife eine Platte mit Kindermusik (darunter beispielsweise eine besonders quitschige Version von Old MacDonald Had a Farm) – ganz witzig, aber nach ein paar Stunden konnten wir das echt kaum noch am Kopp haben. Egal, nachdem wir leicht verunsichert durch den Namen des Kinderbeckens waren („Pipi’s and Popo’s Pool“), schnappten wir uns die Ringe und probierten eine Rutsche nach der anderen aus.

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Mein Favorit: „Tong Tong’s Magic Slide“, bei der man nach der ersten Hälfte in einem großen Pool landet (vorzusgweise ohne aus dem Ring zu fallen, dann wird es nämlich schwierig, wieder reinzukommen), sich an einer Schnur zur zweiten Rutsche hangeln muss und dann unter einer großen Drachenstatue unten wieder ankommt. Richtig cool war auch „Pororo’s Funnel“, den wir ebenfalls mehrfach gerutscht sind – dafür brauchst du übrigens keinen Extra-Ring, es stehen Einzel- und Doppelringe (jaaa, da kann man sogar zu zweit rutschen, jippie!) vor der Treppe. Auf jeden Fall eine richtig coole Rutsche mit mehreren geschlossenen Elementen, bei denen uns durch die Farben und die Geschwindigkeit fast ein bisschen flau im Magen geworden ist.

Speed heißt wirklich Speed

„Petty’s Speed way“ hatten wir hingegen etwas unterschätzt. „Speed“ wird in einem doch recht kinderfreundlichen AquaPark schließlich nicht sooo schnell sein. Oder doch? Hartgesottene Adrenalinfreaks mögen das vielleicht anders sehen, zumindest Jan und ich waren uns aber nach der ersten Runde einig: Wir bleiben lieber bei den anderen Rutschen. Die freundlich wirkende, orangefarbene Rutsche hat es nämlich ganz schön in sich und wir hatten in manch einer Kurve kurzzeitig Angst, über den Rand hinauszufliegen. Was in einem normalen Wasserpark sicher schon ziemlich gefährlich wäre, vom Dach eines 7-stöckigen Einkaufszentrums aber vermutlich noch ein wenig mehr. Wir sind von da an also lieber bei den anderen beiden Rutschen und „Eddy’s Adventure“, der vierten im Bunde, geblieben.

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Falls du generell nicht so der riesige Fan von Wasserrutschen bist: Es lohnt sich trotzdem, den Pororo AquaPark zu besuchen. Mein absolutes Highlight war nämlich der Lazy River. Für den liegen wassertaugliche Liegestühle bereit, auf denen man sich um den gesamten Park treiben lassen kann – mit Panoramablick über die Dächer von Bangkok, was will man mehr?

Fazit Pororo AquaPark

Auf jeden Fall ein richtig cooles Erlebnis für Jung und Alt. Okay, die Musik ist auf Dauer gewöhnungsbedürftig und wir standen die ganze Zeit ziemlich unter Beobachtung, weil es so extrem viele Bademeister gibt, die ihren Job mit Trillerpfeifen auch sehr, sehr ernst nehmen. Trotzdem hatten wir unseren Spaß und jetzt mal ehrlich: Infinity Pool ist die eine Sache – ein ganzes Rutschenparadies auf dem Dach eines Hochhauses dann doch nochmal eine ganz andere!

Hast du weitere Tipps für Wasserratten in Bangkok?

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