„Usedom? Was willst du denn da? Da sind doch nur Rentner!“, war wohl der Kommentar, den ich bezüglich meiner neuesten Reisepläne am häufigsten zu hören bekommen habe. Das mag wohl irgendwie auch stimmen – schon als ich in Berlin in den Bus nach Bansin stieg, lag das Durchschnittsalter bei Ü50 und ich kam mir etwas vor wie auf einer Kaffeefahrt. Scheinbar wissen die Rentner aber einfach nur, was gut ist und dazu einlädt, die Seele baumeln zu lassen. Auch wenn das Wetter mehr hergeben könnte: Die Insel Usedom zieht mich direkt in ihren Bann.

Meine Unterkunft, die Pension Strandvilla Imperator, empfängt mich mit der klassischen Bäderarchitektur, einem großzügigen Doppelzimmer und einer Loggia, von der aus ich direkt auf das Meer schaue und den Wellen lauschen kann. Mein Blick fällt direkt auf einen Zettel, der auf meinem Tisch liegt und Werbung für Thalasso (die Behandlung von Erkrankungen mithilfe der Kraft des Meeres) macht:

Das Zusammenspiel von Wasser, Wind und Wellen ist nicht nur schön anzusehen, sondern auch sehr wohltuend für unsere Gesundheit und Schönheit. Denn im Meerwasser und in der Seeluft stecken viele kleine Bestandteile, die unserem Körper Gutes tun.

„Schön“, denke ich mir, „Dafür habe ich momentan aber leider keine Zeit“. Schließlich bin ich hier nicht zum Spaß auf Usedom, sondern auf einer Recherchereise. Genau genommen auf meiner ersten individuellen Recherchereise, zu der mich Usedom Tourismus eingeladen hat und worüber ich mich sehr gefreut habe. Sowieso jagt momentan ein Projekt das nächste und Zeit zum Verschnaufen bleibt nur selten.

Ich habe mir mithilfe meines sehr empfehlenswerten Reiseführers* eine nette, kleine Liste mit einem recht straffen Tagesprogramm zusammengestellt. Außerdem verrät sogar meine Kurkarte, dass ich offiziell auf Dienstreise bin. Ja, bin ich auch. Aber irgendwie fühlt es sich dieses Mal ehrlich gesagt mal so gar nicht wie Arbeit an. Und genau das ist gerade der Zwiespalt, in dem ich mich befinde.

Was ist denn nun eigentlich „authentische Berichterstattung“?

Ich sitze vor meinem Kalender, in den ich fein säuberlich alles eingetragen habe, was ich in den kommenden Tagen machen möchte. Ganz oben steht natürlich der Grund, weswegen ich überhaupt nach Usedom wollte: mich auf die Spuren meiner Familiengeschichte begeben. Dicht gefolgt von einem Abstecher auf den polnischen Teil der Insel, der ein oder anderen Bootsfahrt und diversen Rad- und Wanderwegen. Ach, und wenn dann noch ein klitzekleines bisschen Zeit bleiben sollte, wäre da ja auch noch das Wikingerdorf auf der Nachbarinsel Wollin, das schon seit letzter Woche verführerisch durch meinen Kopf tanzt.

Heute Nachmittag beschließe ich, geschlaucht von meiner zwölfstündigen Anreise, mir darüber noch keine Gedanken zu machen, sondern erstmal wie geplant einen langen Spaziergang durch die Kaiserbäder Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck zu machen – meine Unterkunft ist der perfekte Ausgangspunkt dafür. Authentisch, denke ich mir, ist es, einfach alles auf mich zukommen zu lassen. Go with the flow. Wie immer halt, schließlich hat mich Usedom Tourismus auf Grundlage dessen, was ich bisher gemacht habe, eingeladen. Wieso sollte ich das nun also ändern?

Pension Strandvilla Imperator – Ankommen, Auftanken und neue Kraft schöpfen

…so steht es schon auf der Homepage der Pension und ich werde nicht enttäuscht: Frau Pérez und ihr Team sorgen in der wunderschönen, alten Villa mit viel Gastfreundschaft, alternativen Seminaren, hawaiianischen Lomi Lomi Massagen und Räucherstäbchen für gute Schwingungen und eine angenehme Atmosphäre. Auch wenn die Einrichtung eher traditionell ist und ich ja meist eigentlich nach einem modernen und minimalistischen Design Ausschau halte, passt alles zusammen und wirkt deutlich authentischer als die Hotelklötze, die gerade in erster Reihe am Strand hochgezogen werden und die Sicht auf die bezaubernde Bäderarchitektur versperren.

Im Imperator fühle ich mich sofort angekommen: Die Pension bietet einzelne Zimmer sowie Ferienwohnungen an – mein Doppelzimmer ist mit der Loggia allerdings so groß und hell, dass ich das Gefühl habe, bereits in einer ganzen Ferienwohnung einquartiert zu sein. In dem Schrank vor der breiten Fensterfront mit Meerblick versteckt sich doch sogar tatsächlich eine Küchenzeile!

Infos zur Pension Strandvilla Imperator

  • verschiedene Zimmer und Ferienwohnungen (33-98 m²)
  • nur wenige Meter bis zur Strandpromenade
  • direkt im Zentrum von Bansin, in 20 Minuten zu Fuß zum Bahnhof
  • Frühstücksraum mit Terrasse und Strandkörben
  • günstige Preise in der Nebensaison
  • kostenpflichtige Parkplätze (8 €/Tag) vorhanden, gratis WLAN

Deinen Aufenthalt kannst du direkt bei der Pension oder zum Beispiel auf Booking.com buchen*.

Von Bansin aus die Insel Usedom erkunden

Bansin hat sich als hervorragende Wahl herausgestellt, um die Insel und insbesondere die Kaiserbäder zu erkunden. Meine Anreise hat zwar ziemlich gedauert, war aber an sich herrlich unkompliziert: In Berlin kann man den Regional-Express nehmen und in Züssow in die UBB (Usedomer Bäderbahn) umsteigen, die Fahrt dauert gut vier Stunden. Ich hatte mich für den günstigeren und etwas schnelleren Flixbus* entschieden – auch wenn in meinem Fall die Fahrt von Bielefeld nach Berlin mit dem Zug deutlich schneller gewesen wäre.

Vor Ort pendeln regelmäßig Busse, Bahnen und Fähren (hauptsächlich) nach Westen und Osten und entlang der Seestraße in Bansin kann man sich alle paar Meter irgendwo für wenige Euro ein Fahrrad ausleihen. Super praktisch: Die Haltestelle „Bansin Strandpromenade“ befindet sich direkt vor der Tür der Pension Strandvilla Imperator! Für Ausflüge ins Hinterland greifst du am besten auf ein eigenes Rad zurück, denn die Busse fahren nur sporadisch und die Entfernungen sind definitiv zu weit, um sie komplett zu Fuß zu meistern. Entlang der Strandpromenade kannst du allerdings bequem ohne Hilfsmittel von A nach B kommen: Von Bansin bis Ahlbeck sind es nur 5 Kilometer und auch die polnische Grenze hat man nach etwa 10 Kilometern erreicht.

Usedom: Top oder Flop?

Ich bin ja ehrlich: Usedom wäre sicher nicht meine erste Wahl gewesen, wenn ich nicht endlich mal auf den Spuren meiner Vergangenheit hätte wandeln wollen. Natürlich wusste ich vorher, dass die meisten Touristen vor Ort längst nicht mehr in meinem Alter sind und das Programm an Aktivitäten und Co. dementsprechend eher auf älteres Publikum und Familien mit kleinen Kindern ausgelegt ist.

Aber wie das eben oft so ist: Wenn die Erwartungen am geringsten sind, wird die Reise am besten. Usedom hat mich in jeder Hinsicht begeistert. Kilometerlanger Sandstrand, ein üppiges Wellness-Angebot, endlose grüne Wiesen, unglaublich leckere Fischgerichte, viele Fahrrad- und Wanderwege über die ganze Insel. Kurz gesagt: Usedom ist der perfekte Ort, um einfach mal für ein paar Tage abzuschalten und den Kopf freizubekommen!

 

Warst du auch schon mal im „Rentnerparadies Usedom“?

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