Endlich ist das Highlight des Jahres gekommen: Der Blasheimer Markt steht vor der Tür. Eigentlich sind wir schon mittendrin, aber der Donnerstagabend zählt klassisch nur als Warm-Up und übliche Star-Gäste, deren Ballermann-Saison gerade vorbei ist, können uns nicht wirklich ins Festzelt locken. Da braucht es bei uns doch etwas mehr als einfach nur Lyrics, die man auch nach zwanzig Willibechern Barre Bräu problemlos mitsingen kann. Und trotzdem: Alle Jahre wieder versetzt das Volksfest die ganze Stadt in Feierstimmung – Familie Aschemeier natürlich ganz vorne mit dabei!

Ursprünglich aus Espelkamp, war der Blasheimer Markt in meiner gesamten Kindheit fast jedes Jahr spurlos an mir vorbeigezogen, schließlich hatten wir mit dem Cityfest unser eigenes Stadtfest. In ganz Lübbecke und dem dazugehörigen Dorf Blasheim (ey, kommt Leute, so witzig ist der Name nun auch nicht) sieht die Sache allerdings seit jeher anders aus und das erste Septemberwochenende wird rot im Kalender markiert. Vor allem bei Simon, der als gebürtiger Blasheimer quasi direkt auf dem Marktplatz groß geworden ist. Entsprechend hatte ich also gar keine Wahl und unser Eheversprechen beinhaltet irgendwo im Kleingedruckten sicher auch den unausgesprochenen Blama-Paragraphen.

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Das Highlight des Jahres

Dieses Jahr findet die Gaudi zum 447. Mal statt und natürlich hat sich in der Zwischenzeit einiges verändert. Während hier früher mit Vieh gehandelt wurde, steht heute eigentlich nur noch ausgelassenes Feiern zwischen Festzelten, Fahrgeschäften und Fressbuden im Vordergrund. Mit über 300.000 Besuchern gehört das Volksfest zu einem der wichtigsten in ganz Ostwestfalen-Lippe und zieht jedes Jahr gewaltige Massen aus der ganzen Region an. Auch wenn die Tradition nicht mehr in allen Betrieben und Schulen fortgeführt wird: Der Blama ist prädestiniert fur einen schulfreien Freitag oder gemeinsame Firmenausflüge am Mittag und setzt die gesamte Stadt in einen Ausnahmezustand.

Blama? Da muss ich hin!

Ich meine, klar, solche Volksfeste werden zumeist von denen euphorisch angepriesen, die aus der Region kommen und mehr damit verbinden als Zuckerwatte und eine Fahrt im Riesenrad. Trotzdem ist die ausgelassene Stimmung immer ein Garant für spaßige Nachmittage und durchzechte Nächte. Falls du dir jetzt also denkst „Yes, da muss ich hin“: Der Marktplatz liegt direkt an der B65 zwischen Lübbecke und Blasheim und hat so viele Parkplätze drumherum, dass du dir deswegen schon mal keine Sorgen machen musst.

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Du kannst entweder für 4 € direkt am Markt parken oder dein Auto etwas weiter entfernt abstellen und zu Fuß gehen. Außerdem gibt es zahlreiche Shuttle-Busse, die aus der gesamten Region Richtung Blasheimer Markt pilgern. Der Bahnhof von Lübbecke ist auch nur wenige Gehminuten entfernt: Solltest du mit dem Zug aus Richtung Bielefeld kommen, wirst du kurz vor Einfahrt in den Bahnhof auch schon das ganze Spektakel zu Gesicht bekommen – die Schienen führen nämlich direkt am Marktplatz vorbei.

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Alle Jahre wieder

Es gibt ein paar Dinge, die sind einfach wirklich jedes Jahr exakt gleich und, ähnlich wie Dinner for One am Silvesterabend, fester Bestandteil der Familien-Jahresplanung. Vermutlich wird sich das auch nicht so schnell ändern, denn für unsere Reiseplanung 2017 wurde der Blasheimer Markt noch vor allem anderen in den Kalender eingetragen und ich würde es meinem Mann auch durchaus zutrauen, dass er mir 2018 während unserer Weltreise dann Ende August ein paar Flugtickets unter die Nase hält. Kurze Checkliste für einen gelungenen Blama:

  • Donnerstagabend: Einstimmen an der Wurstbude der heimischen Fleischerei Reinköster – auch wenn Currywurst in Anbetracht der vielen Fressbuden jetzt nicht so das Nonplusultra ist: Das hat einfach Tradition.
  • Innerhalb von kürzester Zeit ähnlich wie beim Super Toy Club durch die Gänge hetzen und Pferderennen, Bogenschießen, Greiferautomaten, Basketball und Fröschekloppen abgrasen. Nicht zu vergessen: Einen Familienvorrat Fahrchips am Break Dancer kaufen, der bei einer gewöhnlichen Familie für mindestens fünf Jahre reichen würde.

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  • Höhenfeuerwerk um etwa 22 Uhr – da ich mir sowas gerne live angucke und nicht durch meine Handykamera, wird es davon wohl niemals Fotos oder Videos von mir geben.
  • Freitagmittag: Obligatorischer Besuch an der Griechischen Taverne und den Magen mit dem fetttriefenden Pitabrot schon mal auf den Abend einstimmen.
  • Freitagabend-Sonntag: Wir sind quasi Dauergäste auf dem Marktplatz und in den Festzelten und fahren lediglich für kleine Verschnaufpausen nach Hause. Selbstredend, dass wir das gesamte Wochenende (ja, ein Blama-Wochenende beginnt selbstverständlich schon am Donnerstag) bei Simons Familie einquartiert sind.

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Was du unbedingt gemacht haben musst

Was die Fahrgeschäfte angeht, bin ich da jetzt keine große Hilfe. Mir wird in diesen kreiselähnlichen Hi-Tech-Maschinen extrem schnell schlecht und ich fahre eigentlich nur im Break Dancer mit. Dafür freue ich mich aber immer umso mehr, wenn eine Achterbahn am Start ist oder ein Spaß-Haus dazu einlädt, leicht angeheitert erklommen zu werden. Bevor ich versuche, dich mit ein paar Foto-Impressionen von einem Besuch zu überzeugen, kommen hier noch ein paar heiße Tipps einer Angefixten.

1) Die Backschinkenbrötchen an den Buden von Schinken Carlo schmecken zwar gut, sind aber mit 5 € ziemlich teuer. Zumindest wenn man weiß, dass man am Hinterausgang von Meiers Deele ebenfalls Backschinken findet – für 3,50 € gibt es dort oft größere Portionen und meiner Meinung nach auch besseres Fleisch und richtig saftigen Krautsalat!

2) Die Bierbude im Herzen des Platzes ist teurer als alle anderen: Es sind zwar nur 20 gesparte Cent pro Getränk, aber Kleinvieh macht auch Mist. Dafür gibt es dort aber auch Mixgetränke und richtige Biergläser statt Willibecher. Wer ein paar Minuten Zeit hat, trinkt sowieso gratis, haha: Nicht gerade wenige Besucher, deren Gedächtnis auch häufig bereits durch Barre Bräu getrübt ist, vergessen, dass es Pfand auf die Gläser gibt und lassen es freundlicherweise unbewusst neben dir stehen.

3) Gutes Gebäck ist aus jahrelanger Erfahrung schwer bis unmöglich zu finden. Ich habe es mittlerweile aufgegeben und steuere direkt eine Crêpe-Bude an. Davon gibt es zahlreiche richtig gute – meistens lande ich bei der von Heitmanns neben dem Festzelt vom Gasthaus Rose.

4) Es gibt so einige Buden mit asiatischem Essen, chinesischen Nudeln etc. – die beste erkennst du ganz easy: Es ist die einzige, an der auch wirklich eine Asiatin arbeitet. Schmeckt wirklich super lecker und es gibt eine gute Auswahl!

Impressionen des Kirmesflairs

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