Weihnachten kommt mir dieses Jahr noch so weit entfernt vor – dabei ist heute schon der 3. Advent! Irgendwie bin ich etwas durcheinander, weil der Advent dieses Mal so extrem früh begonnen hat. So wirklich ist die Weihnachtsstimmung bei uns noch nicht angekommen. Auch wenn wir bereits fleißig Heißgetränke auf dem Weihnachtsmarkt konsumieren…

Mein virtueller Blog-Adventskalender in Form dieser Artikel-Reihe erinnert mich aber alle paar Tage daran, dass sich das Weihnachtsfest mit großen Schritten nähert. Und daran, dass ich mittlerweile eine ganz schön lange Liste mit Ländern und Kulturen habe, in denen ich gerne einmal Weihnachten feiern würde. Heute geht es (zumindest schon mal auf dem Blog) nach Italien, Honduras, Norwegen und Spanien.

Weihnachten in Italien

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Ich bin halb deutscher, halb italienischer Abstammung. Wir feiern daher ein Weihnachtsfest mit den Traditionen aus beiden Ländern. Am 24. Dezember wird „deutsch“ gefeiert. Wir gehen auf den Friedhof, um unsere Verwandten zu besuchen und zünden dort Kerzen an. Diese Tradition haben schon meine deutschen Großeltern gepflegt. Beim Weihnachtsmenü legen sich meine Eltern immer mächtig ins Zeug. Meist gibt es ein 3-Gänge-Essen. Immer etwas Besonderes, was während des Jahres nicht alltäglich gekocht wird. Die Bescherung findet traditionell am geschmückten Tannenbaum statt.

Ein paar italienische Einflüsse haben wir an Heiligabend trotzdem: Mein Vater kramt die Pavarotti-CD hervor und die Arien des Opernsängers klingen durch die Wohnung. Zudem steht grundsätzlich Panettone (für meinen Bruder und mich) unter dem bunt geschmückten Tannenbaum. Das ist in Italien der typische Weihnachtskuchen. Er wird aus Hefeteig gebacken, dem Orangeat, Zitronat und Rosinen hinzugefügt werden.

Der Italienische Teil beginnt für uns am 25. Dezember. Denn an diesem Tag feiern die Italiener die Geburt Christi und wünschen sich untereinander „Buon Natale“. Die Bescherung findet im Süden am Weihnachtsmorgen statt. Die Kinder finden ihre Geschenke, wie in Deutschland, unter dem Weihnachtsbaum. Am 1. Weihnachtsfeiertag kommt in der Regel die gesamte Familie zusammen. Generell ist das in unserem Fall schwierig umzusetzen, da ein großer Teil der Verwandtschaft über 1000 Kilometer entfernt wohnt. So verbringt mein Vater den Weihnachtsmorgen mit Telefonieren. Abgeschlossen wird der Tag natürlich mit einem ausgiebigen Essen. Traditionell genießt man dann auch den Panettone mit einem Glas Spumante (italienischem Schaumwein).

Über die Autorin:

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Denise war eine meiner ersten Leserinnen! Nachdem wir monatelang in der virtuellen Welt kommuniziert haben, konnten wir uns endlich im Real Life treffen und planen nun sogar eine gemeinsame Reise. Sie ist hauptberuflich Bürokauffrau und gibt nebenberuflich Cake-Design-Workshops – ihre große Leidenschaft, über die sie auf La torta di Denise bloggt.

Weihnachten in Honduras

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(übersetzt aus dem Französischen)

Das Weihnachtsessen ist sehr wichtig für uns, denn es verbindet uns mit der Vergangenheit und manchmal werden wir nostalgisch, weil wir uns an die Menschen erinnern, die nicht mehr unter uns sind. Das Lieblingsgericht an Weihnachten und Neujahr ist Tamal. Das sind Rechtecke, die aus einem Maisteig hergestellt werden.

Der Mais wird gekocht, danach gemahlen – dieser Teig wird dann dem Tamal hinzugefügt, das in die Blätter von Bananenpalmen gewickelt wird. Im Inneren befindet sich meist Hühnerfleisch (oder Schweine- oder Hackfleisch) mit Kartoffeln und Reis. Wir sind zu acht in meiner Familie, aber meine Mutter und meine Schwestern machen mindestens fünfzig Tamales zum Essen und um sie mit den Nachbarn zu teilen, die uns im Gegenzug ebenfalls einige ihrer Tamales geben.

Traditionell tragen sowohl die Kinder als auch die Erwachsenen am 25.12. und am 01.01. neue Kleidung, die dann als „estreno“ bezeichnet wird. Die Kinder bekommen ihre Geschenke – meist sind es Spielsachen. Weihnachten und Neujahr ist die Zeit der Freude, in der man sich besinnt und sie mit der Familie verbringt.

Über den Autor:

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Tito habe ich kennengelernt, als ich in Paris gewohnt habe. Er war ebenfalls Fremdsprachenassistent an der Académie de Créteil und ist es mittlerweile schon zum vierten Mal in Folge. „Nebenbei“ studiert er Französisch und Spanisch an der Sorbonne und jobbt in Frankreichs Hauptstadt, um sich seinen Entdeckerdrang zu finanzieren und ständig quer durch Europa zu reisen.

Weihnachten in Norwegen

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In Norwegen wird Weihnachten relativ ähnlich wie in Deutschland gefeiert. Die Familie steht im Vordergrund und es gibt natürlich jede Menge gutes Essen. Es spielen allerdings die Traditionen eine noch größere Rolle als in Deutschland. Das Ganze geht hier etwas feierlicher zu und am Heiligabend essen (fast) alle das Gleiche, und zwar entweder Schweinebraten mit Kruste oder getrocknete Lammrippchen. Letzteres ist ein uraltes Gericht und das Fleisch dafür gibt es nur im Dezember zu kaufen.

Ansonsten ist es natürlich kalt in Norwegen und wir haben meistens auch Schnee, was bei uns Norwegern einfach zum Weihnachtsfeeling dazu gehört. Die Weihnachtsferien bestehen also aus einer Abwechslung zwischen Wintersport und gemütlichen Stunden vorm Kamin mit einer Tasse heißer Schokolade in den Händen. Es werden auch überall Kerzen angezündet, denn wenn es draußen dunkel und kalt ist, muss es drinnen einfach super warm und gemütlich sein.

Über den Autor:

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Thor ist erst vor Kurzem wieder nach Norwegen gezogen: Zusammen mit seiner Frau Maria und den vier gemeinsamen Kindern hatte er einige Jahre in Deutschland gelebt. Das letzte Jahr hat die sechsköpfige Familie auf Weltreise verbracht, die Reise konnte man auf dem Blog Sechs Paar Schuhe verfolgen. Aktuell planen sie, zusammen mit den Vloggern Sandy und Benni einen Film über die Weltreise mit Kindern zu drehen – die Finanzierung läuft über Crowdfunding. Ich habe mir mit meiner kleinen Spende direkt einen Download gesichert und Simon und ich freuen uns schon riesig auf den Film!

Weihnachten in Spanien

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(übersetzt aus dem Spanischen)

In Spanien ist es üblich, fünfzehn bis zwanzig Tage ununterbrochen im Kreis der Familie zu verbringen. An Heiligabend und am 1. Weihnachtstag haben wir die Tradition, die Tage mit einer unserer Familien zu verbringen. In meinem Fall fahre ich nach Saragossa, um bei meinen Großeltern väterlicherseits zu sein und mit ihnen Weihnachten mit einem großen Abendessen  zu feiern. Der Weihnachtsmann ist hier nicht besonders bekannt. Der 31. Dezember ist zweifellos das Familienereignis des Jahres, das am sehnlichsten erwartet wird. Wir kommen alle zusammen, veranstalten ein großes Abendessen und sobald auf Mitternacht zugeht, schalten wir den Fernseher ein und essen eine Weintraube zu jeder der letzten zwölf Sekunden des Jahres.

In der Nacht des 5. Januar stellen wir traditionell Essen und Getränke für die Heiligen Drei Könige und ihre Kamele bereit, damit sie uns am nächsten Tag viele Geschenke bringen. Außerdem feiern wir mit einem “roscón de reyes”, einem mit Sahne gefüllten Kuchen, in dem ein kleines Geschenk versteckt ist, das demjenigen Glück bringt, der draufbeißt. Diese Zeit ist zwar sehr wichtig für uns, allerdings weniger wegen der religiösen Bräuche, als wegen der Traditionen innerhalb der Familie. Es sind Ferien und man hat Zeit, um Freunde und Familienmitglieder zu besuchen und schöne Momente mit allen zu verbringen. Und natürlich Weihnachtslieder zu singen: ¡Ay Navidad! Dulce Navidad…

Über den Autor:

Álvaro war unsere Rettung, als meine Schwester und ich in Marokko in die Wüste gefahren sind und unser Hotel es nicht für nötig gehalten hat, uns wie vereinbart abzuholen. Wir konnten ihn und seine Freundin Marita glücklicherweise in deren Hotel begleiten und haben anschließend zu viert eine Tour durch die Wüste gemacht. Álvaro studiert Umweltwissenschaften in Madrid und schreibt auf seinem Blog Menos maleta y más mochila auf Spanisch über seine Reisen und sein Leben.

Und bei dir?

Welche Weihnachtstraditionen gibt es in deiner Familie?

Hier findest du die anderen Artikel:

Wie feiert man eigentlich Weihnachten in…?

Chile, Polen, Australien, Luxemburg (Teil 1)

Venezuela, Ukraine, Finnland, USA (Teil 2)

Frankreich, Nepal, Neuseeland, Kroatien (Teil 4)

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