Dich hat es nach Lissabon gezogen? Kein Wunder, die Stadt ist auch wirklich eine Reise wert und hat so viel zu bieten. Aber auch im Umland gibt es einiges zu entdecken: Die Kulturlandschaft Sintra, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, bietet mit einer Reihe von Palästen und Gärten großes Ausflugspotenzial und genug Highlights, um gleich mehrere Tage mit Programm zu füllen. Auf keinen Fall entgehen lassen, auch wenn Lissabon selbst schon so viel bereithält!

Die Fotos dieses Beitrags kommen übrigens mal wieder aus der Kamera von meinem Travel Buddy Matze, der mit mir zusammen die Berge der Region Sintra erklommen hat.

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Wie du nach Sintra kommst

Hier kommt es ganz stark darauf an, wann du nach Sintra (25 Kilometer westlich von Lissabon) fahren möchtest. In der Palast-Landschaft gibt es nicht viele Parkplätze, wodurch es schwer wird, an gut besuchten Tagen (vor allem in den Ferien, im Hochsommer und am Wochenende) einen Parkplatz zu finden. Wir waren allerdings Anfang März und unter der Woche dort, wodurch wir fast freie Platzwahl hatten.

Die Fahrt mit dem Zug ist die bequeme Alternative: Vom Bahnhof Rossio in Lissabon fährt mehrfach pro Stunde ein Zug nach Sintra (40 Minuten Fahrzeit, pro Strecke 2,15 €/1,10 €, mehr Infos gibt es unter www.cp.pt). Solltest du deinen Besuch außerhalb der Stoßzeiten planen, würde ich dir aber auf jeden Fall empfehlen, einen Mietwagen zu nehmen: Die (Shuttle-)Busse in Sintra fahren zwar regelmäßig, ohne Auto ist man dort in den Bergen aber ziemlich unflexibel und kommt nicht so schnell an die entlegeneren Orte.

Was es in Sintra zu sehen gibt

Sintra hat so viele verschiedene Paläste und Gärten im Angebot, dass es absolut unmöglich ist, sich alles an einem Tag anzuschauen:

  • Castelo dos Mouros (Moorish Castle)
  • Palácio Nacional de Sintra (National Palace of Sintra)
  • Palácio Nacional de Pena (National Palace of Pena)
  • Palácio Nacional de Queluz (National Palace of Queluz)
  • Palácio de Monserrate (Palace of Monserrate)
  • Convento dos Capuchos (Convent of the Capuchos)
  • Chalet da Condessa d’Edla (Chalet of the Countess of Edla)

Unter www.parquesdesintra.pt findest du eine Übersicht und Informationen zu allen kostenpflichtigen Angeboten – Tickets können entweder direkt online oder vor Ort gekauft werden. Nachdem wir mit unserem Mietwagen erst einmal das gesamte Gebiet umrundet (nichts für schwache Mägen, ich habe selten so viele Kurven in allen möglichen Höhenverhältnissen erlebt…), uns alles von weitem angeschaut und sämtliches Infomaterial gewälzt hatten, entschieden wir uns für das Castelo dos Mouros und den Palácio Nacional de Pena – klang unserer Meinung nach am vielversprechendsten. Die Eintrittspreise können auf der Internetseite kalkuliert werden, wir haben für die Burganlage, den Pena-Palast und die dazugehörigen Gärten knapp 20 € bezahlt.

Ein Besuch bei den Mauren: Das Castelo dos Mouros

Nachdem die Mauren im Jahr 711 über die Meerenge zwischen Spanien und Marokko auf die Iberische Halbinsel gekommen waren, eroberten sie innerhalb von wenigen Jahren einen Großteil davon. So entstand zu dieser Zeit auch das Castelo dos Mouros (wie schon der Name sagt). Seit der Eroberung der Burganlage durch den portugiesischen König im 12. Jahrhundert, wurde das Gelände allerdings kaum noch genutzt, wodurch es zerfiel und heute nur noch einige Mauern übriggeblieben sind.

Diese lohnt es sich aber absolut zu besichtigen, denn bei einem Spaziergang über die Außenmauern kann man sich in etwa vorstellen, wie groß diese Anlage einmal gewesen sein muss. Durch die mit Efeu bewachsenen Mauern, die herrliche Aussicht in die Berge und den Blick über die Stadt Sintra bin ich sofort ins Träumen gekommen. Tief einatmen und den Duft der Natur genießen!

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Prunk und Farbenpracht im Palácio Nacional de Pena

Der Palace of Pena zieht schon bei Ankunft in der Region alle Blicke auf sich: Mitten in der grünen, naturbelassenen und hochgradig idyllischen Landschaft prangt er auf seinem Hügel und wirkt fast schon wie mit Photoshop eingefügt. Im Vorfeld hatte ich (aufgrund der Bauweise) schon den Vergleich „Schloss Neuschwanstein Portugals“ aufgeschnappt – großer Unterschied aber: Die Portugiesen sind offenbar deutlich begeisterter von bunten Farben. Weiß? Viel zu langweilig. Wir machen einfach mal hier ein bisschen Gelb, da ein bisschen Rot… und wenn wir schon dabei sind: Lila kann ja auch nicht schaden.

Generell bin ich, was Museen, Schlösser etc. angeht, ja eher ein Kulturbanause. Aber der Pena-Palast hat es mir wirklich angetan. Langeweile kommt da ganz sicher nicht auf! Es gibt einfach so unglaublich viele Details zu entdecken, unzählige kitschige Räume mit Nippes und Co., groteske Dämonenfresken, tolle Aussichtsplattformen und, und, und. Nicht zu vergessen die dazugehörigen Gärten, die sich kilometerweit um den Palast erstrecken!

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Kostenlos und einen Abstecher wert:

Zum einen das Stadtzentrum von Sintra an sich – es ist zwar wirklich ziemlich klein, aber es lohnt sich, anzuhalten (zumal der Weg nach Lissabon ja sowieso an der Stadt vorbeiführt). Die engen Gassen, die sich bergauf schlängeln, bieten eine Handvoll (versteckte) Restaurants und Geschäfte – und natürlich Unmengen an Souvenirläden, wobei es hier aber auch ausgesprochen schöne Produkte aus der Region gibt und nicht nur billige Chinaware.

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Mein absolutes Must-Do ist darüber hinaus der Cabo da Roca. Hierbei handelt es sich um den westlichsten Punkt Europas, der sich mitten in der Natur befindet: Auf einer strahlend grünen Wiese stehen ein kleiner Leuchtturm und ein Fremdenverkehrsbüro – das war es auch schon. Mehr braucht es aber auch nicht, denn die eigentlich Highlights schafft Mutter Erde ganz von allein: Einen tosenden Atlantik, dessen Wellen sich spektakulär an den Steilklippen brechen, gepaart mit starkem Wind, der einem eisig um die Ohren weht. Wirklich ein wunderschöner Ort für alle Naturfans!

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Warst du schon mal in der Region Sintra unterwegs? Was sind deine Highlights?

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