Als ich vor ein paar Tagen darüber nachgedacht habe, wie lange ich wohl noch bis Santiago brauchen würde, hatte ich mir vorgenommen, nach diesen Etappen ungefähr bis Astorga zu kommen – dank purer Energie habe ich die Stadt allerdings schon längst hinter mir gelassen, bin auf dem Weg von Murias de Rechivaldo in Richtung Leoneser Berge und mache etwas, das ich mir vorher nie zugetraut hätte: Ich breche alle meine persönlichen Rekorde und bin so stolz auf mich, wie ich es selten zuvor war.

Der Weg ab Murias führt mich am frühen Morgen zuerst über viele kleine Dörfer wie Santa Catalina de Somoza, El Ganso und Rabanal del Camino. Für den heutigen Tag habe ich mir vorgenommen, bis nach Foncebadón zu gehen – das wären 22 Kilometer und dann hätte ich quasi einen ganzen Tag aufgeholt, denn ursprünglich bin ich von maximal 20 Tageskilometern ausgegangen, meine letzten Etappen mit 27 und 28 Kilometern haben aber ganz schön was rausgerissen.

Foncebadón ist der erste Ort der Montes de León, für den mir schon ein ordentlicher Aufstieg bevorsteht. Genau aus dem Grund möchte ich dort übernachten, denn die nächsten Tage werden vermutlich knallhart, zumal das Cruz de Hierro auf dem Weg liegt – mit 1500 Metern über dem Meeresspiegel der höchste Punkt auf dem gesamten Camino Francés.

Während ich von Dorf zu Dorf latsche, lerne ich mitten auf dem Weg Michael aus Kopenhagen kennen. Der Däne spricht mich wegen meiner Sandalen und meines schnellen Tempos an und obwohl ich mich innerlich fast schon wieder auf eine Belehrung und unqualifizierte Kommentare einstelle, werde ich dieses Mal tatsächlich überrascht: Michael ist der Erste, der mein Schuhwerk direkt super findet und wir unterhalten uns eine ganze Weile über das Barfußlaufen, einen natürlichen Gang und die Verbundenheit zur Natur.

Jakobsweg: Cola um 10 Uhr morgens? Na klar doch!

Nachdem wir ein paar Minuten zusammen gegangen sind, ergibt sich das nächste Diskussionsthema. „Darf man morgens eigentlich schon Cola trinken?“, fragt er mich ganz plötzlich. Moment, hat der mich etwa ausspioniert? Ich komme mir sofort ertappt vor, denn ich habe hier auf dem Jakobsweg nicht nur einmal schon weit vor Mittagszeit Cola getrunken… Aber er meint die Frage tatsächlich ernst und zieht eine Dose aus seinem Rucksack. „Habe ich eben im letzten Ort gekauft, ist noch kalt“, grinst er mich an und öffnet die Lasche, die zischend die Quelle aufzeigt. Gut zu wissen, dass ich hier nicht der einzige Cola-Junkie bin!

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Kurz darauf setzen wir uns in eine Bar und bestellen gemeinsam eine weitere Cola. Mit Eiswürfeln und Zitronenscheibe, was will man mehr? Michael berichtet etwas von seinem Camino und ich staune nicht schlecht, als er mir erzählt, dass er jeden Tag mindestens 40 Kilometer geht und er den Weg nur macht, um seinen Körper ans Limit zu bringen. Im Gegensatz zu mir sieht er das Ganze ausschließlich als sportliche Herausforderung und will nach weniger als drei Wochen in Santiago ankommen. Ich ahne schon, dass meine neue Bekanntschaft ganz offensichtlich ziemlich sportlich durchs Leben geht – und fühle mich fast etwas geschmeichelt, dass ich locker mit seinem verdammt schnellen Schritt mithalten kann.

Wir haben uns gerade fürs Weitergehen entschieden, da sieht man aus der Ferne einen Pilger in knallroten Socken und Trekkingsandalen näherkommen. „Antonio, hey“, ruft Michael begeistert und im nächsten Augenblick sitzen wir zu dritt am Tisch. Er hat den Mexikaner, mit dem er in den ersten Tagen unterwegs war, am Vorabend bereits in Astorga wiedergetroffen, nachdem dieser von Burgos nach León mit Bus fahren musste, weil er sich den Knöchel verstaucht hatte und wegen seiner Arbeit als Arzt in Mexiko keinen sonderlichen Puffer zur Verfügung hat.

Camino Francés: Auf dem Weg in die Montes de León

Zu dritt setzen wir den Weg fort. Antonio hat – genau wie ich – das Tagesziel Foncebadón, Michael will trotz Beinproblemen auf jeden Fall weiter nach El Acebo. Unser mexikanischer Neuzugang gefällt mir, denn wir sind ziemlich auf einer Wellenlänge. Nach diversen makaberen, bösen und versauten Witzen kommt er zu dem Ergebnis, dass die „Chica“ gar nicht so brav ist, wie sie aussieht. Hehe, ach nein?! Kann ich mir nun wirklich nicht erklären, wie er darauf kommt… Antonio ist es auch, der mich beim Aufstieg nach Foncebadón als Ninja bezeichnet – ich weiß selbst nicht so genau, was mit mir los ist, aber ich habe so viel Energie, dass ich die Höhenmeter problemlos bezwinge und in meinen Gummilatschen extrem schnell von Stein zu Stein hüpfe.

In Foncebadón stehe ich vor einer der schwersten Entscheidungen meines bisherigen Caminos. In einer schönen Herberge essen wir gemeinsam zu Mittag und ich bekomme sogar ein leckeres vegetarisches Pasta-Gericht. Antonio checkt direkt ein, während Michael nur etwas Energie tankt, um in die Montes de León zu starten. Ich bin definitiv noch nicht bereit, den Tag zu beenden.

Vor ein paar Wochen hätte ich das niemals für möglich gehalten, aber heute fühle ich mich nach 22 Kilometern tatsächlich noch so fit, dass ich weitergehen möchte. Auch wenn die Herberge mit Yoga-Stunde am Abend verlockend und Antonio einfach supercool ist, reizt mich die sportliche Herausforderung mit Michael irgendwie mehr.

Leoneser Berge: Keine Unterkunft auf 13 Kilometern

Das Problem: Wenn ich jetzt weitergehe, bedeutet das, dass ich zwingend weitere 13 Kilometer schaffen muss. Und das bergauf und bergab, quer durch die Leoneser Berge. Vorher gibt es nämlich nur noch eine kleine Herberge in Manjarín, die sich auf einem verlassenen Weiler befindet und weder ans Stromnetz noch an fließendes Wasser angeschlossen ist. Das wäre absolut nichts für mich, außerdem sind es bis Manjarín nur wenige Kilometer.

Danach gibt es auf etwa zehn weiteren Kilometern absolut gar nichts. Das macht mir zwar etwas Angst, aber Michael feuert mich an und ich gehe stark davon aus, dass er mich im Notfall nicht mitten im Nichts zurücklassen würde. Also setze ich meinen Rucksack auf und starte leicht nervös den Endspurt, der fast so lang ist wie manch andere komplette Tagesetappe.

Michael ist tatsächlich topfit und erzählt mir, dass er in seiner Freizeit Marathon läuft und Trailrunning betreibt. Nicht unbedingt das, was mir Mut macht, denn bis zum Start meines Jakobsweges habe ich ewig gar keinen Sport mehr gemacht, eine komplizierte Operation hinter mich bringen müssen und mein Speckpack um ein paar Kilos erweitert. Egal, es wird schon schiefgehen. Zumindest gibt mir mein Körper grünes Licht und ich habe in den letzten Wochen gelernt, darauf zu hören. Bis wir das Cruz de Hierro erreichen, geht es noch ein paar Mal auf und ab. Als sich das Kreuz endlich vor uns zeigt, ist es deutlich unspektakulärer als erwartet. Dafür ich aber das Wetter perfekt, um ein paar Beweisfoto zu schießen.

Cruz de Hierro: Ein wichtiger Wegpunkt auf dem Camino Francés

Der Holzmast mit dem Kreuz an der Spitze markiert den höchsten Punkt des französischen Jakobsweges und motiviert mich ganz gewaltig. Außerdem habe ich aus einem anderen Grund auf diesen wichtigen Wegpunkt gewartet: Ich möchte meinen Stein ablegen. Der Steinhaufen unter dem Kreuz wird von Jahr zu Jahr größer, denn es ist zur Pilgertradition geworden, von zu Hause einen Stein mitzunehmen und diesen symbolisch mit all seinen Sorgen am Kreuz zu hinterlassen.

Meinen Stein habe ich mit Bedacht gewählt, auch wenn ich seine symbolische Kraft nicht als „Sorgen“ bezeichnen möchte: Es ist ein Dekostein in Herzform, den meine Mama mir mal irgendwann an ein Geschenk gebunden hat und der seitdem auf der Fensterbank in meinem Schlafzimmer lag. Für mich ist genau dieser Stein am Cruz de Hierro nun also ein Zeichen des Aufbruchs, denn wir haben unsere Wohnung und unseren Besitz aufgelöst und besagte Fensterbank existiert nicht mehr. Genauso wie sehr vieles aus meinem alten Leben nicht mehr existiert.

Stolz schicke ich eins der Fotos von mir am Cruz de Hierro an Steve, der aufgrund der fortgeschrittenen Zeit schon an seinem Tagesziel angekommen ist und mich postwendend fragt, ob ich mich teleportiert oder etwa ein Taxi genommen hätte: „Wie zur Hölle bist du da denn so schnell hingekommen?“ – Ja, das ist eine gute Frage, denn eigentlich war dieser Ort erst in zwei Tagen geplant. Natürlich ist Steve auf dem Laufenden und weiß, dass ich am Morgen in Murias de Rechivaldo, kurz hinter Astorga, gestartet bin. Aber trotzdem ist es ihm unbegreiflich, dass ich den ganzen Weg an diesem einen Tag geschafft habe und nun auch noch weitergehe.

Jakosbweg: Vom Cruz de Hierro zum Weiler in Manjarín

Wenig später erreichen wir den Weiler in Manjarín und die Herberge ist fast noch spartanischer, als ich es erwartet hätte. Übernachten will hier offenbar niemand, aber es sitzen einige Pilger an den Tischen vor der Hütte, musizieren gemeinsam und lassen sich wenig später von einem Taxi abholen. Für mich wäre diese Unterkunft die absolute Notnotlösung, aber die Pause ist schön und ich lausche einer Kanadierin, die Ukulele spiele und singt und mich daran erinnert, dass ich das auch noch lernen will und die Ukulele samt Lehrbuch bereits seit Ewigkeiten zu Hause steht.

Als wir weitergehen wollen und ich aufstehe, zieht es einmal schön in der Hüfte. Na klasse, das darf doch wohl nicht wahr sein?! Was soll’s, wird schon schiefgehen, denke ich mir und mache mich zusammen mit Michael auf den Weg. Der Abstieg nach El Acebo ist echt hart, denn der Weg ist katastrophal. Trailrunning geht aber auch in Gummilatschen, wie ich feststelle. Allerdings gibt es dabei nur zwei Varianten: Entweder man geht schön langsam und vorsichtig und schaut sich den Weg und jeden Stein ganz genau an – oder man man richtig Speed und kriegt so ein Tempo drauf, dass das die Balance ausgleicht und es gar kein Problem ist, wenn es nach jedem Sprung einen kleinen Erdrutsch gibt.

Camino Francés: Frei wie ein Vogel durch die Leoneser Berge

Ich hüpfe also Schritt für Schritt bergab und fühle mich so frei, als wäre ich Pocahontas*. Meine Füße und Knie machen überhaupt keine Probleme – nur zwischendurch meldet sich weiterhin die linke Hüfte zu Wort: Dann knackt das Bein manchmal etwas seltsam und erinnert mich an eine Barbiepuppe, deren Beine am Verbindungsstück perfekt in den Plastiktorso gestopft sind. Genau diese Verbindung spüre ich gerade.

Der Weg ist teilweise echt extrem steil und rutschig, aber ich halte die Balance und am späten Nachmittag kommen wir in der Albergue La Casa Del Peregrino* in El Acebo de San Miguel an, die sich ganz am Ortsausgang befindet und so groß ist, dass auch zu verhältnismäßig später Pilgerstunde viele Betten frei sind. Die Herberge ist wunderschön und eher ein Hotel als eine klassische Pilgerunterkunft. Es gibt ein leckeres Abendessen, die Wäsche wird für uns gewaschen und von der Terrasse aus hat man einen atemberaubenden Blick auf den spektakulären Sonnenuntergang zwischen den Bergen.

Das Highlight der Albergue: ein riesiger Außenpool, in dem wir mangels Badekleidung zumindest Beine und Füße abkühlen. Und während ich so am Beckenrand sitze, erinnere ich mich daran, dass mir Steve vor einer Woche von genau diesem Ort ein Foto geschickt und sich offenbar genauso über die überdurchschnittliche Herberge gefreut hat wie ich.

Jakobsweg: Im Sauseschritt Richtung Santiago de Compostela

Ich kann es gar nicht so wirklich glauben, dass ich 35 Kilometer an einem einzigen Tag geschafft habe. Und das auch noch über den Berg, vor dem ich mich fast so sehr gefürchtet hatte wie vor den Pyrenäen. Man soll sich ja nicht selbst loben, aber ich bin unglaublich stolz auf mich und selbst Profi Michael ist ziemlich beeindruckt, zumal ich ihm anfangs noch erzählt habe, dass ich es mit Sport nicht sonderlich habe und ich durchschnittlich 20-25 Kilometer am Tag gehe. Aber was soll ich sagen… Irgendwie entfesselt der Camino mittlerweile ungeahnte Stärken in mir und ich liebe es, über meine Grenzen hinauszugehen.

Dennoch weiß ich am nächsten Morgen schon, dass sich unsere Wege spätestens am Ende dieses Tages trennen werden. Michael hat am Vortag ja schon ein paar Kilometer gemacht, bevor er mich getroffen hat – und mehr als 35 Kilometer gehen bei mir auf gar keinen Fall. Zumindest nicht jetzt. Die Nacht war mal wieder durchwachsen – und wie fast immer kann die Unterkunft absolut nichts dafür. Obwohl wir unseren Schlafsaal um kurz vor sechs immer noch für uns allein hatten, waren wir nach dem Abendessen auf einmal zu viert.

Durch einen wirklich ganz, ganz bösen Dialekt habe ich erst einmal gar nicht verstanden, dass die beiden aus Deutschland kommen. Auf jeden Fall waren die beiden richtig komisch und wollten uns partout nicht glauben, dass die Türen der Herberge morgens erst um sieben Uhr geöffnet werden. Das stand auf einem großen Schild an der Rezeption und die Mitarbeiterin hat extra noch einmal darauf hingewiesen. Was haben die beiden also gemacht? Ab fünf Uhr eine ganze Stunde lang Krach beim Packen gemacht – und hinterher vor verschlossener Tür gesessen und Däumchen gedreht. Sehr clever.

Camino Francés: Abstieg von El Acebo nach Molinaseca

Michael und ich frühstücken in Ruhe und da es um sieben Uhr immer noch stockduster ist, gestaltet sich unser weiterer Abstieg nach Molinaseca etwas tricky. Ich bin zwar ziemlich schnell und springe von Felsen zu Felsen, allerdings muss ich wegen meiner nackten Füße an manchen Stellen schon deutlich besser aufpassen. Nicht wegen der Balance, sondern wegen einiger scharfkantiger Steine, an denen man sich andernfalls sicher perfekt die Haut vom Fuß abziehen könnte. Trotzdem (oder auch gerade deswegen) macht es unglaublich viel Spaß, so durch die Natur zu rennen und ich überlege, ob Trailrunning nicht auch etwas für mich wäre.

Als wir am Fuße des Berges ankommen, treffe ich den ersten anderen Flip-Flop-Läufer des gesamten bisherigen Caminos. Er sieht mich, guckt grinsend auf meine Füße und bleibt neben mir stehen. Wir wechseln ein paar Worte und verabschieden uns mit einem Daumen hoch. Die anderen Pilger vor den Toren von Molinaseca sind ganz begeistert und feiern ihn förmlich dafür, dass er den Camino in Flip Flops macht. Ich bin sprachlos und grummele meinen Ärger in mich hinein.

Jakobsweg in Flip Flops: Abenteurer vs. Dummchen

Wie ich mal wieder feststellen muss, gibt es in unserer Gesellschaft nach wie vor ein echtes Problem mit der Geschlechtergleichheit. Sowohl er als auch ich machen rein gar nichts anders: Wir gehen den Jakobsweg im gleichen Schuhwerk, kommen gut voran und strotzen vor Energie. Und trotzdem ist er es, der von allen als großer Abenteurer gesehen wird, der den Camino sogar in solch schrecklichem Schuhwerk bezwingen kann. Und ich? Ich bin ganz offensichtlich nach wie vor nur das naive Blondchen, das nicht weiß, was es tut. Das nervt mich wirklich ganz gewaltig.

In Molinaseca gibt es entlang des Weges komischerweise keine einzige geöffnete Bar, also gehen wir direkt weiter nach Ponferrada, wo wir noch eine Cola zusammen trinken und dann getrennte Wege gehen. Mittlerweile machen sich die vielen Kilometer der letzten Tage bemerkbar und ich kann das Tempo nicht mehr halten – zumal Michael ja auf Teufel komm raus Kilometer kloppen will, was nicht so ganz meiner Intention auf dem Camino entspricht.

Camino Francés: Jakobsweg ohne Bargeld

Allmählich werde ich allerdings aus ganz anderen Gründen unruhig: Ich habe nur noch 5 € Bargeld in der Tasche und da der Jakobsweg um Ponferrada herumführt und ich direkt wieder fernab der Zivilisation bin, finde ich nirgends einen Geldautomaten. Glücklichweise wissen das aber offenbar auch die Banken im nächsten Ort, denn in Camponaraya reiht sich eine Bankfiliale an die nächste und ich kann mich gar nicht entscheiden, welchen Geldautomaten ich benutzen soll. Yaaay, muss ich mich wohl für die nächste Unterkunft doch nicht prostituieren, haha.

Leider kommt danach aber kein Restaurant mehr und ich habe wenig Lust, wieder zum Ortseingang von Camponaraya zurückzugehen. Mir knurrt ganz gewaltig der Magen, aber ich stelle mich einfach schon mal drauf ein, dass ich erst in Cacabelos etwas zu essen bekomme. Plötzlich steht in einem Waldstück aber ein richtig geiler Food Truck auf dem Weg, der die Pilger von April bis Oktober mit frischen Köstlichkeiten versorgt.

Einerseits ist es nicht mehr weit bis an mein Tagesziel und ich möchte gerne schnell ankommen. Andererseits kann ich bei dieser schönen Oase nicht widerstehen und setze mich unter das Segel, das zwischen die Bäume gespannt wurde. Bei strahlendem Sonnenschein und guter Musik genieße ich für nur 9 € einen unglaublich leckeren Salat mit gratiniertem Ziegenkäse und einen Smoothie aus frischen Früchten.

Jakobsweg: Angekommen in Cacabelos

Für die letzten Kilometer geht es nochmal an einer Straße entlang. Als ich Cacabelos endlich erreiche, zieht sich der Ortseingang endlos, denn die Herbergen und auch fast alle Restaurants und Geschäfte befinden sich am Ende des Ortes. Nach insgesamt 33 Tageskilometern bin ich recht spät dran, aber die meisten Herbergen sind nahezu leer – Cacabelos liegt auch genau zwischen Ponferrada und Villafranca del Bierzo, zwei großen Klassikern unter den Etappenzielen. In der Albergue El Molino nehme ich mir ein Bett und gönne mir am Abend noch ein Gläschen Sangria auf der Terrasse. Das Zimmer teile ich mir mit dem einzigen anderen Gast der Herberge: mit Jan aus Bad Salzuflen, quasi mein Nachbar. Klein ist die Welt.

Eigentlich geht es mir super, allerdings bringen mich meine Lippen fast um. So viel Zeit in der Natur und so viel Sonneneinstrahlung bin ich nicht gewöhnt und mein gesamter Mund ist so extrem ausgetrocknet, dass die Lippen rissig sind und wie Feuer brennen. Ich muss mir in den nächsten Tagen unbedingt irgendwo Lippenbalsam besorgen und setze diesen Punkt auf meine To-Do-Liste, von der ich das Bargeldproblem ja zumindest streichen konnte. So ist das auf dem Jakobsweg: Kaum hat man ein Problem gelöst, tut sich das nächste auf.

 

Gespannt, wie es weitergeht? Hier findest du die Etappen 29 und 30!

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