Kennst du das, wenn man tagelang am Schaufenster einer Konditorei vorbeikommt und jedes Mal lüstern auf ein ganz bestimmtes Stück schaut? So ging es mir im letzten Jahr vor Weihnachten in Paris ständig. Auch wenn ich eigentlich gar kein großer Fan von Kuchen und Torten bin: Die bunte und so aufwendig wirkende Pâtisserie in Frankreich hatte es mir schnell angetan.

Das Objekt meiner Begierde in diesem Fall: eine Bûche de Noël. Die Leckereien in Form eines Holzscheits winken einem in Frankreich im Dezember von allen Ecken aus entgegen und schreien förmlich „Hey, ich bestehe ausschließlich aus ungesunden Zutaten und genau DU sollst mich jetzt bitte essen“. So ganz alleine habe ich mir natürlich keine gekauft – neugierig war ich trotzdem. Während ich zwar zum Dreikönigstag mit meiner Co-Lehrerin und ihrer Familie eine typische Galette des Rois gebacken habe, ist der Brauch der Bûche de Noël mehr oder weniger an mir vorbeigezogen.

Bûche de Noël: Wie, wo, was, warum?

In Frankreich ist es Tradition, zwischen Weihnachten und Neujahr (also genau zu der Zeit, in der ich letztes Jahr auf Heimatbesuch in Deutschland war) mit der ganzen Familie eine Bûche de Noël zu essen. Früher war es Brauch, ein geweihtes Stück Holz zu verbrennen, was die Ernte für das kommende Jahr sichern sollte. Im Laufe der Jahre wurde das Holzscheit, bevor man es in den Kamin warf, mit Süßigkeiten für die Kinder verziert. Heutzutage bildet die Bûche de Noël das Dessert an so ziemlich jedem Weihnachtstisch in Frankreich. Traditionell besteht das Backwerk aus einem Biskuitteig, der mit einer Creme gefüllt und mit Schokoladenglasur ummantelt wird.

Da sich die französische Pâtisserie aber natürlich nicht lumpen lässt, gibt es mittlerweile essbare Baumscheite in allen Formen und Farben. Verschiedene Füllungen, verschiedene Glasuren – besonders beliebt sind dabei auch Vanille-, Karamell- oder Kaffeeglasuren, die man sonst auch auf den Eclairs findet. Die Bûche de Noël wird von manchen Familien natürlich auch selbst hergestellt und ich dachte mir: Letztes Jahr von Frankreich nach Deutschland, dieses Jahr (zumindest kulinarisch gesehen) back to France. Auf dem Blog von Aurélie Bastian gibt es zum Beispiel eine ganze Reihe guter Rezepte!

Meine Pfirsich-Amaretto-Bûche de Noël

Sagen wir mal so. Ich konnte mich nicht entscheiden und habe Aurélies Blog nur genommen, um mal zu schauen, wie denn eine selbstgemachte Bûche de Noël eigentlich aussieht. Dass ich das niemals so perfekt hinkriegen würde, wie es die französischen Pâtisserie-Künstler mit allerhand Werkzeug und Professionalität schaffen, war natürlich klar. Also fiel meine Wahl letztendlich auf einen ganz normalen Biskuitboden, den ich mit Zimt verfeinerte, und eine Füllung aus Sahne, Pfirsichen und Amaretto – eine meiner Lieblingskombinationen. Das nachfolgende Rezept ist ziemlich easy und du kannst es beliebig abwandeln.

Was brauchst du, um meine Bûche de Noël nachzubacken?

  • 4 Eier
  • 300 g Zucker
  • Zimt, Salz
  • 100 g Mehl
  • 2 1/2 Becher Sahne
  • 4 Blätter Gelatine
  • eine Dose Pfirsiche
  • Amaretto
  • 2 Tafeln Schokolade
  • 50 g Butter

Für den Biskuitteig trennst du 4 Eier und schlägst das Eiweiß so lange auf, bis es zu einem fluffigen Schnee wird. Dann mischt du 100 g gesiebtes Mehl, 100 g Zucker, das Eigelb, einen Teelöffel Zimt und eine Prise Salz, hebst den Eischnee unter und vermischt alle Zutaten mit dem Handrührgerät, bis du einen geschmeidigen Teig hast, der kleine Blasen bildet.

Anschließend deckst du ein Backblech mit Backpapier ein und streichst den Teig dünn und in der Form eines Rechtecks (nicht das ganze Blech ausnutzen!) auf das Papier. Das Blech kommt für ca. 10 Minuten bei 180 °C (Umluft) auf die zweite Schiene von unten in den Backofen. Während der Backzeit nimmst du ein sauberes Geschirrtuch, breitest es auf einer geraden Fläche aus und bestreust es mit Zucker. Sobald der Teig fertig ist, stürzt du ihn auf das Tuch, rollst ihn auf und legst ihn zum Abkühlen an die Seite.

Während der Teig abkühlt, bereitest du bereits die Füllung vor. Dafür weichst du 4 Blätter Gelatine in Wasser ein, schneidest die Dosenpfirsiche in kleine Stücke und schlägst 2 Becher Sahne zusammen mit 200 g Zucker auf. Sobald die Gelatine mit Wasser vollgesogen ist, wringst du sie aus, nimmst eine weitere Schale und lässt die Gelatine im Wasserbad schmelzen. Dann wird nach und nach die Sahnemasse unter ständigem Rühren dazugegeben. Im Anschluss rührst du nur noch die Pfirsiche und (je nach Geschmack) etwas oder etwas mehr Amaretto unter. Die fertige Creme lässt du im Kühlschrank ein bisschen fest werden – das dauert etwa 20 Minuten.

Eventuell sind die Mengenangeben immer noch zu viel für eine Biskuitrolle. Ich habe die Füllung bei meiner Rolle aus drei Bechern Sahne gemacht und hätte mit den Resten sicher noch fünf Großfamilien für Weihnachten glücklich machen können. Ich kaufe und koche grundsätzlich zu viel, unsere Alkoholvorräte der Hochzeitsfeier haben wir nach anderthalb Jahren endlich aufgebraucht. Naja, fast. Aber das ist eine andere Geschichte…

Um den Biskuitteig zu füllen, musst du ihn vorsichtig auseinanderrollen. Keine Sorge, ich hab das vorher auch noch nie gemacht – geht aber echt einfach! Der Teig wird großzügig mit der Creme bestrichen, aufgerollt und anschließend wieder fest in das Geschirrtuch gewickelt. Am besten die Enden umklappen und die ganze Rolle in den Kühlschrank oder auf den kalten Balkon verfrachten.

Falls du die Kombi aus Pfirsichen und Amaretto nicht so geil findest wie ich, kannst du die Füllung auch beliebig verändern. In Calvados und Zucker gekochte Äpfel oder eine klassische Schwarzwälder-Kirsch-Füllung machen sich auch prima. Dem Teig kannst du auch ganz einfach noch etwas Kakao hinzugeben – ganz wie du magst. Weitere Inspiration findest du wie oben bereits erwähnt auf dem Blog von Aurélie Bastian.

In der Zwischenzeit bereitest du die Glasur vor. Dafür machst du wieder ein Wasserbad und erhitzt darin zwei Tafeln Schokolade. Ich habe je eine Tafel Vollmich und Zartbitter genommen. In die Schokolade rührst du noch einen halben Becher Sahne, einen Esslöffel Zucker und etwa 50 g Butter. Nachdem du die Biskuitrolle für mindestens 30 Minuten gekühlt hast, kannst du die Enden sauber abschneiden und die Rolle mit der Glasur bestreichen. Am besten machst du das in zwei Etappen und lässt die erste Schicht erst etwas im Kühlschrank antrocknen, bevor du die zweite Schicht auf der Rolle verteilst.

Das Baumstamm-Muster lässt sich nämlich besser herstellen, wenn die Glasur schön dick ist. Für das Muster nimmst du eine Gabel und fährst (nachdem die Glasur bereits angetrocknet ist) mehrmals längs über den „Baumstamm“. Voilà, fertig ist die Bûche de Noël!

Bon appétit und ein frohes Weihnachtsfest wünsche ich dir und deinen Liebsten!

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