*Gastartikel*

Auf meiner fast letzten Station durch Kambodscha erwartete mich die kleine Künstlerhochburg Battambang. Die zweitgrößte Stadt des Landes nach Phnom Penh. Trotzdem zählt sie zu den Kleinstädten. Gut erhaltene Kolonialvillen machen den Charme Battambangs aus und es ist unter rucksackaffinen Reisenden eine der Top-Empfehlungen für Kambodscha. Wie schon bei der Ankunft in Kampot hatte ich nicht die leiseste Ahnung, was mich wohl erwarten würde. Aber was weiß ich nach sechs Wochen Südostasien ganz bestimmt? Hier eine Zusammenfassung:

Woran erkenne ich, dass ich in Südostasien aufgewacht bin und wie soll ich damit umgehen?

1) Die Leute um dich herum verstehen dich zwar nicht, aber sind dennoch so unglaublich freundlich, dass es dir schon unheimlich vorkommt? Keine Angst, sie sind einfach freundlich.

2) Du hast keine Käfer im Bett? Super! Dann hast du sie sicher bald auf’m Teller. Früher oder später.

3) Autofahrer, Mopedfahrer, Tretrollerfahrer, Fahrradfahrer, Fährfahrer, Busfahrer, Taxifahrer, Baggerfahrer und überhaupt alles, was gefahren werden kann. Jeder wird pausenlos und exzessiv hupen, du wirst nicht verstehen, warum – es macht ihnen einfach Spaß. Du fürchtest dich vor dem Straßenverkehr? Lebe mit deiner Angst.

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4) Das Essen wirst du nicht kennen, aber es wird dir schmecken! Kokosreis mit Kidneybohnen im Bambusrohr gebacken, sonnengedörrtes Fleisch x-beliebiger Herkunft (was es mal war, wirst du nie erfahren und wird dir auch bald schnuppe sein) oder salzig-scharfer Salat aus tropischen Früchten.

5) Dir ist so verdammt warm in deinen Klamotten, am liebsten wärst du den ganzen Tag im Strandoutfit unterwegs? Gehört sich aber nicht! Du fragst dich, warum die Einheimischen bei 38°C mit langer Hose und Pullover unterwegs sind? Das weiß nur der Herrgott. Oder Buddha oder die ganzen anderen Kumpels.

6) Du hast es eilig? Pech gehabt. Niemanden hier eilt es, fang erst gar nicht an, dich auf Uhrzeiten oder Termine einzustellen.

7) Die Musik findest du erst amüsant, dann ätzend und dann singst du in einer Fantasiesprache mit. In dieser Reihenfolge. Bei jedem Lied.

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8) Die Preise empfindest du anfangs noch als spottbillig – kriegst dann ein Gefühl für den wirklichen Warenwert – kapierst den Wechselkurs endlich – auf einmal findest du alles übertrieben teuer – handelst was das Zeug hält – wirst paranoid und bist der Meinung, jeder hier will dich abziehen. Ist auch so 😉

9) Du steckst in der Patsche und weißt nicht mehr weiter? Keine Sorge. Zähle bis zehn – irgendwie, irgendwas oder irgendwer holt dich da wieder raus. Es gibt immer einen Plan B.

10) Du hast es bis hierhin zu lesen geschafft ohne Durchfall gehabt zu haben? Dann bist du gerade nicht in Südostasien. Solltest du aber!

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Die Stadt machte nach dem Ausstieg schon Lust aufs Bleiben. Es ist (zumindest) tagsüber entspannt, ruhig, kreativ und ich bemerkte die Anwesenheit von Hippies, Alternativen und Hängengebliebenen. Mein Hostel warb mit absurd günstigen Preisen. Ein Bett für zwei (2!) Dollar – für Sauberkeit und ein gutes Netzwerk. Da strahlten bei mir die Augen, denn zugegeben: Ich machte mir etwas Sorgen um mein Budget. Ist glaube ich aber verankert im deutschen Naturell.

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Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag von Herwig von Wo ist Herwig? – ob er mit seinen Einschätzungen (Battambang, Budget und überhaupt) richtig lag, erfährst du auf seinem Blog.

Warst du schon mal in Südostasien? Wie hast du es dort wahrgenommen?

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