Paris hat irgendwie noch immer den Ruf, schrecklich teuer zu sein. Klar, für die Miete musst du oft tief in die Tasche greifen und für die meisten Pariser Studenten ist ein WG-Zimmer nach deutschen Maßstäben schierer Luxus. Trotzdem gibt es in der französischen Hauptstadt neben teuren (Sterne-)Restaurants auch viele Ecken, in denen man günstig und ganz vorzüglich futtern kann. Heute verrate ich dir mal meine Geheimtipps, wie du aus einem kleinen Geldbeutel möglichst viel herausholen kannst.

Leben wie Gott in Frankreich – in Paris nicht möglich, wenn man nicht gerade den Finanzhaushalt des Sonnenkönigs hat? Doch, sehr wohl! Zumindest dann, wenn wir uns einig sind, dass ordentliche Hausmannskost mindestens genauso gut ist wie ein Sterne-Menü, von dem man zwar viele Euros ärmer, aber nicht unbedingt satt wird. Siehst du auch so? Prima, dann lies unbedingt weiter!

Größtes Sparpotenzial: Frühstück in Paris

Franzosen sind nicht gerade die größten Fans von Frühstück. Was das für dich bedeutet? Mach es einfach genauso und hol dir die erste Mahlzeit des Tages in der boulangerie um die Ecke. Ein frisches pain au chocolat (morgens sind die oft wirklich noch warm – ein Traum!) kostet etwa 1 € und die meisten Bäckereien haben auch belegte Baguettes, verschiedene Sorten Quiche oder herzhafte Mini-Brötchen zu fairen Preisen im Angebot. Einfach was mitnehmen und auf der nächstbesten Parkbank genießen. Außer wenn das pain au chocolat noch warm ist. Dann sofort essen, haha.

Zu jeder anderen Tageszeit kannst du dir übrigens ganz easy ein Picknick besorgen: Einfach immer ein Messer in einer Serviette bei dir tragen (nicht, wenn du noch ins Louvre oder so willst!), Baguette in der boulangerie kaufen, irgendwo ein Stück guten Käse auftreiben (zum Beispiel in der Fromagerie Beaufils) und in einen der zahlreichen Parks setzen. Teller braucht hier kein Mensch und du wirst dich wundern, wie viele Leute plötzlich ein Käsemesser aus der Innentasche ihrer Jacke kramen und ein spontanes Picknick veranstalten!

So sparst du im Restaurant

Wenn du diese Tipps beherzigst, bleibt schon einmal eine ganze Menge mehr Geld für andere Dinge übrig – und trotzdem musst du beim Essen keine Abstriche machen. In Paris hast du grundsätzlich die Wahl zwischen einem traiteur und einem „normalen“ Restaurant. Ein traiteur hat ein bisschen Imbiss-Charakter, denn dort kannst du dir dein Essen direkt an einer Glastheke aussuchen und entweder auf die Hand mitnehmen, für später einpacken lassen – oder eben auch direkt vor Ort essen. Das ist meistens deutlich günstiger als ein Restaurant, allerdings gilt auch hier: Iss immer ein Menü. Sowohl beim traiteur als auch bei Tisch-Bedienung im Restaurant ist es bedeutend teurer, sich einfach querbeet etwas aus der Karte zu picken. Ein Menü aus (meist) drei Gängen ist fast immer die kostengünstigere Variante.

Während du beim traiteur oder in kleinen Imbissen Getränke schon für 1-2 € bekommst, wirst du im Restaurant schnell feststellen, dass es dort vom Gesunden genommen wird: 4-5 € für ein kleines Getränk sind keine Seltenheit. Ich bestelle daher immer eine caraffe d’eaueine Karaffe Wasser gibt es nämlich grundsätzlich kostenlos und es gibt kaum einen Franzosen, der es nicht auch so macht. Und nein, du wirst dafür auch nicht komisch angeguckt: Während es in Deutschland manchmal fast schon unhöflich ist, nach kostenlosem Leitungswasser zu verlangen, gehört es in Frankreich dazu. Aber dann muss ich doch zumindest ein ordentliches Trinkgeld geben, oder? Nein, musst du auch nicht. Im Normalfall sind im Preis bereits 15% für den Service eingerechnet. Das heißt natürlich nicht, dass du nicht trotzdem ein paar Euro Trinkgeld geben darfst, wenn du zufrieden warst – allerdings habe ich mich in der Vergangenheit damit immer direkt als Ausländerin geoutet: Keiner meiner französischen Freunde hat jemals Trinkgeld gegeben…

Paris: Hier findest du das beste Essen zu günstigen Preisen

Die französische Hauptstadt ist ja bekanntermaßen sehr multikulti – was sich auch im Essen widerspiegelt. Wenn du dein Geld also etwas zusammenhalten musst, ist es am besten, wenn du flexibel bist und nicht auf ein typisch französisches Restaurant bestehst. Da gibt es natürlich auch ein paar günstige Alternativen, allerdings zahlt man locker nur die Hälfte, wenn man eine kleine kulinarische Weltreise durch China, Indien, Tunesien, den Libanon und Co. macht. Vor allem für Vegetarier und Veganer sind das auch die besseren Alternativen zu französischen Gerichten. Meine Lieblingsorte dafür:

Rue du Faubourg-Saint-Denis

(zwischen den Metro-Stationen Strasbourg Saint-Denis und Bonne Nouvelle, Linien 4, 8 und 9): Die ganze Straße ist gesäumt von ausländischen Restaurants. Mein Highlight: das Tandoori Time, das bei jedem Paris-Besuch obligatorisch ist. Für nur 6 € bekommst du hier einen riesigen Teller tagesaktueller Speisen.

Little India

(zwischen dem Gare du Nord und der Metro-Station La Chapelle, Linie 2, 4 und 5): Im Bahnhofsviertel gibt es nicht nur eine riesige Auswahl indischer Supermärkte, sondern auch jede Menge Restaurants. Große Empfehlung für das Krishna Bhavan, in dem es sri-lankische Küche gibt. In dem Imperium (das Restaurant findest du gleich dreimal in der Rue Cail…) bekommst du ausschließlich vegetarische Gerichte serviert, die günstig und superlecker sind.

Quartier Latin um Saint-Michel

(Metro-Station Saint-Michel – Notre-Dame, Linie 4): Durch die vielen Touristen ist die Gegend zwar essenstechnisch etwas verpönt und als Touri-Nepp verschrien, aber meiner Meinung nach zu Unrecht. Das französische Menü à 10 € im Bistrot 30 hat uns bisher immer sehr gut geschmeckt (die schlechten Bewertungen, die ich hinterher im Internet gelesen habe, kann ich nicht nachvollziehen), sehr zu empfehlen ist auch das indische Restaurant Safran. Vor allem Naschkatzen kommen bei Saint-Michel übrigens auf ihre Kosten: Die Crêpes-Stände sind eigentlich ausnahmslos gut und die Pâtisserie Sud Tunisien bietet wahnsinnig gute Leckereien an.

Belleville, das coolere Chinatown

(zwischen den Metro-Stationen Belleville und Pyrénées, Linien 2 und 11): Das Viertel ist bekannt dafür, dass dort sehr viele Chinesen leben. Dementsprechend gibt es auch eine ganze Menge asiatischer Supermärkte und Restaurants. Mein liebstes ist das Whenzou: Hier essen fast nur Chinesen und man bekommt gute Portionen zu günstigen Preisen. Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich die Regel: Im Whenzou würde ich dir nicht zum Menü raten, da die Portionen viel kleiner sind als bei dem Essen à la carte. Auch immer wieder gut: Raviolis, Sesambällchen und Co. aus der Glastheke direkt auf die Hand (à emporter) bestellen!

Rue Mouffetard im Herzen von Paris

(zum Beispiel bis zum Place Monge, Linie 7, fahren): Ich liebe die Rue Mouffetard und als eine der ältesten und bekanntesten Straßen wird sie im Winter beispielsweise wunderschön beleuchtet, wodurch ich sie dir zu jeder Jahreszeit ans Herz legen kann. Hier kann ich vor allem das kleine libanesische Restaurant Zamane, mexikanisches Street Food im Chido und den Griechen Au P’tit Grec empfehlen.

Wenn es doch mal etwas schicker sein soll…

Wie du siehst: Ja, ich habe in dem halben Jahr in Paris sehr, sehr oft außer Haus gegessen – ist halt ein kleines Hobby von mir, haha. Während ich kostengünstige Restaurants und Imbisse mit kulinarischen Köstlichkeiten aus aller Welt meist vorziehe, war ich aber natürlich auch hin und wieder mal etwas teurer essen. An meinem Geburtstag zum Beispiel: Nur einen Monat nach Ankunft in Paris haben Simon und ich nämlich bereits ein Restaurant gefunden, das danach noch öfter mit unserer Anwesenheit beehrt wurde: Das La Crémaillière 1900 in Montmartre. Die Lage am Place du Tertre erschien uns eigentlich sehr verdächtig – immerhin tummeln sich auch hier die ganzen Touristen und vor den Türen stehen Mitarbeiter, die potenzielle Gäste in den Laden locken wollen. Wieso wir letztendlich doch dort gegessen haben? Keine Ahnung, das Menu Renoir für 24 € war allerdings sehr lecker und die gratinierte Zwiebelsuppe wohl die beste, die ich je irgendwo gegessen habe.

 

Wo gehst du in Paris am liebsten essen?

Dir hat der Artikel gefallen? Dann sei doch so nett und teile ihn 🙂

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen