Es ist schon wieder so weit: Gestern schoss mir plötzlich durch den Kopf, dass doch bald eigentlich mal wieder die Fotoparade von Erkunde die Welt starten müsste. Und siehe da: Das Timing war perfekt, denn heute geht es schon los! Dieses Mal bin ich auch direkt am Anfang mit dabei und stelle meine Lieblingsfotos des letzten halben Jahres nicht (wie beim letzten Mal) erst zum Ende der Parade vor.

Die meisten meiner aktuellen Lieblingsbilder sind natürlich während meiner Reise in den Iran entstanden, die im April schon ein echtes Highlight war. Aber schau selbst! Vorhang auf für meine Nominierten in den folgenden Kategorien:

  • ungewöhnlich
  • entspannt
  • fern
  • beleuchtet
  • alt
  • schönstes Foto

Ungewöhnlicher Anblick: Eine Reise in die Vergangenheit

35°C in der Wüste bei Varzaneh und Caro zieht über ihre sowieso schon viel zu dicken Klamotten noch eine Ladung Kostüm. Moment, Kostüm? Zugegeben: Es sieht wirklich ein bisschen aus, als würde ich zum Fasching gehen wollen, oder? In Wirklichkeit waren wir aber in der alten Kamelmühle in der iranischen Wüste zu Gast, wo wir für ein paar Euro in traditionelle Trachten schlüpfen, Fotos schießen und auf Kamelen reiten durften.

Schon allein der schwere Rock hat sicher mehrere Kilo gewogen und nach unserer Foto-Session war ich dann doch ganz schön happy, mich aus meiner Verkleidung befreien zu können. Trotzdem sind einige tolle Fotos als Souvenir entstanden und diesen ungewöhnlichen Anblick gibt es vermutlich nicht so schnell noch einmal, haha.

Entspannen auf den Brücken von Isfahan

Da war wieder so ein Moment: Ich sitze irgendwo in einem fernen Land, habe eine tolle Aussicht… und habe etwas verdammt Wichtiges vergessen. Ein Buch! Wie so oft, wenn ich einen schönen Ort gefunden habe, an dem ich am liebsten den ganzen Tag sitzenbleiben würde, stelle ich fest: Natürlich habe ich keinen Lesestoff eingepackt. Eine Sache, die ich mir in Zukunft unbedingt angewöhnen muss, denn viel zu oft lasse ich meine Lektüre auf meinem Bett liegen. Hab ja schließlich keinen Bock, die den ganzen Tag mit mir herumzuschleppen. Und hinterher bereue ich es…

So ist aber eins meiner Lieblingsfotos entstanden, als mich meine Freundin Antje dort an die Mauer gelehnt geknipst hat. Das Rauschen des Flusses, das bunte Treiben der Fußgänger ringsherum, der Blick auf die Stadt. Einfach wunderschön. Und eigentlich der perfekte Ort für ein gutes Buch!

Fern, ferner, die Schweigetürme von Yazd

So kam es mir zumindest vor, als wir in der prallen Mittagshitze und mit viel zu wenig Wasserreserven von unserem Taxifahrer vor den Towers of Silence in die Freiheit entlassen wurden. In den Schweigetürmen befindet sich jeweils eine große Grube, in die man damals die Leichen der Verstorbenen geworfen hat, damit die Geier ihre Knochen sauberfressen konnten (yummy). Als wir nach dem endlosen Aufstieg endlich angekommen waren, hat nicht mehr viel gefehlt und ich hätte mich auch kopfüber in eine solche Grube schmeißen können. Hey, es lag sogar noch ganz demonstrativ ein ziemlich langer Knochen drin!

Rückblickend betrachtet frage ich mich, was genau ich da überhaupt für eine Pose gemacht habe. Vielleicht hatten sich durch die Hitze und den Wassermangel allmählich leichte Halluzinationen in meinem Kopf breitgemacht und ich wollte wie Mose das Meer spalten? Keine Ahnung, ist auch egal. Ich finde, es ist ziemlich cool geworden und man sieht recht gut, wie fern der Turm erscheint.

Beleuchtet vs. erleuchtet?!

Ende Mai ging es für mich zum allerersten Mal auf eine individuelle Recherchereise, zu der mich Usedom Tourismus eingeladen hatte. Während meiner Radtour durch das Hinterland der Insel kam ich irgendwo zwischen Benz und Mellenthin an einer Wiese mit endlosem Grün vorbei, auf die die Sonne schien. Statt weiter auf dem Radweg an der Hauptstraße entlangzufahren, bog ich rechts auf einen Trampelpfad ab, folgte zwei Reitern und ihren Pferden und musste mitten auf der Wiese mein Stativ aufbauen und ein paar Fotos schießen.

Nach den ersten zwölf Kilometern meines Tagesausflugs tat es unglaublich gut, sich einfach mal in die Sonnenstrahlen zu stellen, das Gesicht Richtung Himmel zu strecken, die saubere Luft einzuatmen und diese wundervolle Stille zu genießen. Beleuchtet, erleuchtet. Was auch immer, für mich war es einer der meditativsten Momente seit langer Zeit!

Alt, aber oho! Meine Oma ist die coolste!

Naja, so alt ist meine Oma noch gar nicht – zumal sie sich verdammt gut gehalten hat, haha. Bei unserem Familienausflug nach Hamburg hat sie für mich fleißig an diesem Mülleimer posiert und das Bild gehört zu meinen absoluten Favoriten! Oma hat sich diesen Platz in meinem Foto-Best-Of außerdem redlich verdient, denn meine Großeltern haben vor knapp zwei Wochen ihre Goldene Hochzeit gefeiert. Eine Leistung, die heutzutage wohl nicht mehr viele Paare schaffen und ich hoffe sehr, dass Simon und ich in 47,5 Jahren diesen großen Tag auch mit so vielen Verwandten und Freunden feiern können.

Schönstes Foto: Ein Blick auf Persepolis

Schönheit liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters. Und vermutlich würden die meisten Betrachter meiner Iran-Fotos eher eine der mit türkisfarbenen Mosaiksteinen verzierten Moscheen auswählen, statt die alte Ruinenstadt zum schönsten Foto zu küren. Für mich ist aber definitiv dieser Schnappschuss der magischte, denn als wir auf dem Hügel angekommen waren (natürlich wieder in praller Mittagshitze), kam ich aus dem Staunen kaum noch heraus. Beim Betrachten des riesigen Geländes musste ich feststellen: Die alten Perser stehen den alten Römern in absolut nix nach, die altpersische Residenzstadt muss damals der schiere Wahnsinn gewesen sein! Und ich als winziger Mensch daneben. Wow.

Wo hast du im letzten halben Jahr die schönsten Fotos geschossen? Verrate es mir in den Kommentaren – gerne auch mit Link zu den Aufnahmen, damit ich weiß, wo ich unbedingt mal hinreisen muss!

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