Holt die Sektflaschen raus und lasst die Korken knallen. Okay, okay, ich mag ja gar keinen Sekt, also begnüge ich mich mit einem leckeren Mojito oder sowas in der Art. Seit einem Jahr (und ein paar Tagen) ist Leben à la carte nun schon online. Die Zeit ist wie im Fluge vergangen und es ist höchste Eisenbahn, alles noch einmal Revue passieren zu lassen. So ganz kann ich das, was in den letzten 12 Monaten passiert ist, nämlich immer noch nicht glauben…

Vor einem Jahr ist mein Reise- und Lifestyleblog online gegangen. Vor einem Jahr war ich unglaublich nervös, was die Außenwelt wohl zu meinen ersten Artikeln sagen würde. Vor einem Jahr wusste ich absolut noch nicht, wohin die Reise gehen würde. Die Reise mit meinem Blog, die nächste richtige Reise und vor allem meine eigene, persönliche Reise. Und heute? Weiß ich das ehrlich gesagt immer noch nicht. Ich bin immer noch jedes Mal nervös, wenn ich den „Veröffentlichen“-Button anklicke. Meine Reisepläne sind noch viel unvorhersehbarer geworden. Und die wohl größte Selbstfindungsphase steht mit unserer geplanten Weltreise erst noch bevor.

Perfektionismus und katastrophale Ursachenzuschreibung

Ich weiß, ich weiß. Eigentlich ist das ja hier so ein Artikel, mit dem ich ein bisschen Selbstbeweihräucherung betreiben kann, denn hey: Nach einem Jahr bin ich noch hier, mein Blog ist stetig gewachsen und ich habe noch mehr Spaß am Schreiben als zu Beginn meiner Bloggerkarriere. Trotzdem muss ich an dieser Stelle kurz etwas erklären, damit du verstehst, wieso mir das Feiern gar nicht so leicht fällt.

Ich bin nämlich eine schreckliche Perfektionistin, was mich oft daran hindert, einfach mal richtig durchzustarten. Ich stehe mir häufig quasi selbst im Weg, könnte in derselben Zeit doppelt so viel schaffen, wenn ich es hinkriegen würde, von meinem 110%-Anspruch an mich selbst runterzukommen.

Perfekt ist etwas immer erst dann, wenn es nicht mehr realisierbar ist.

(Damaris Wieser)

Was aber noch viel schlimmer ist: Wenn mein Gehirn Attributionsprozesse startet, bin ich verloren. Für den Fall, dass du nicht weißt, wovon ich hier rede, erkläre ich das mal kurz. Schließlich habe ich sämtliche psychologische Theorien zu dem Thema in meinem Studium gelernt und müsste doch eigentlich in der Lage sein, diese auch auf mich selbst anzuwenden. Es geht grob gesagt um meine persönliche Ursachenzuschreibung, die echt verdammt mies ist.

Das heißt, dass ich katastrophal darin bin, Ereignisse auf die richtigen Ursachen zurückzuführen. Irgendetwas in meinem Leben läuft super? War wohl nur Glück. Oder das hätte jeder andere Mensch auch hinbekommen. Irgendetwas läuft beschissen? War ja klar, ich kann es halt einfach nicht. Mich selbst dafür loben, dass ich etwas gut gemacht habe? Nee, das macht man doch nicht. Gar nicht so einfach und sicher der härteste Punkt, an dem ich noch arbeiten muss. Aber ich überlege einfach mal, wo mein Blog nach einem Jahr so steht:

Hard Facts nach einem Jahr als Reisebloggerin

Jeder, der selbst bloggt, weiß wohl, wie schwer es ist, im Internet Fuß zu fassen. Sofern man keine bahnbrechende Idee hat beziehungsweise einfach ganz extrem aus der Masse heraussticht, braucht man viel, viel Geduld, Energie, Motivation. Und vor allem: Durchhaltevermögen. Die ersten Blogmonate waren zwischendurch ganz schön frustrierend. Mitunter einstellige Besucherzahlen an einem ganzen Tag.

Ein ständiger Kampf mit Facebook und Co. und die Frage, wie viel Social Media mir eigentlich gut tut und wie wenig mein Blog gleichzeitig verträgt. Die ständige Verlockung, unverschämte oder unpassende Kooperationsanfragen anzunehmen, weil 300 € für einen Newbie eben doch irgendwie ganz nett klingen. Aber hey, wenn ich mir die Zahlen jetzt so anschaue, muss ich sagen, dass ich damit fürs Erste ganz zufrieden bin. Sehr sogar.

  • je nach Monat zwischen 1000 und 4000 Leser auf dem Blog
  • 90+ Blogartikel und 750+ Kommentare
  • bei Facebook und Instagram jeweils 700+ Follower
  • diverse Reisebloggertreffen, bei denen ich unter anderem in Köln, Essen und Travemünde viele nette Kontakte knüpfen konnte
  • mit Griechenland, dem Iran und Polen Länder #19, #20 und #21 besucht
  • meine erste Tourismus-Messe in Berlin und meine erste Einladung zu einer individuellen Recherchereise
  • komplett selbstständiger Relaunch meines Blogs mit neuem, minimalistischem Design
  • eine ganze Reihe Interviews, Gastartikel, Round-Up-Posts und Blogparaden – schau mal hier für eine komplette Übersicht
  • nicht zu vergessen: der parallele Abschluss meines Bachelor-Studiums, der Aufbau unseres Reiseportals Reise2PunktNull und die stückweise Auflösung unseres Lebens in Bielefeld

Danke, dass du hier bist!

Das muss ich jetzt einfach mal loswerden, denn was wäre ein Blog ohne die tollen Menschen, die ihn lesen? Ohne die, die in den Kommentaren diskutieren und ihre Meinung vertreteten. Die, die sich für mein Leben, meine Reisen und die bildliche und schriftliche Dokumentation dessen interessieren. Und vor allem auch die, die ihre Meinung hier vielleicht (noch) nicht öffentlich machen wollen, mir aber trotzdem regelmäßig Zuspruch über das Kontaktformular zukommen lassen.

Das alles bestärkt mich darin, mit dem Bloggen weiterzumachen. Euch an meinen Geschichten und Überlegungen teilhaben zu lassen und die ein oder andere Message zum Nachdenken in die Welt zu schicken. Also von daher: Chin-chin, Prost und auf das nächste Jahr Leben à la carte!

 

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