Bis vor etwa einem Jahr hatte ich ehrlich gesagt noch nie von der ITB gehört. Warum auch? Ich hatte beruflich schließlich rein gar nichts mit Tourismus zu tun. Als die Messe 2016 stattfand, war ich gerade dabei, Leben à la carte zu planen – saß aber noch in Paris, wodurch ein Besuch nicht drin war. Dieses Jahr war es dann aber so weit und die heiligen Hallen des Berliner Messegeländes warteten auf uns. Lies hier, was ich im Vorfeld erwartet hatte, was ich letztendlich wirklich erlebt und was ich aus der Messewoche gelernt habe.

Es wäre falsch, jetzt zu sagen, dass ich keine Erwartungen hatte. Auch wenn ich absolut nicht wusste, wie es auf der ITB Berlin ablaufen würde, hatte ich natürlich gewisse Bilder im Kopf. Vor allem dachte ich mir: „Okay Caro, dein Blog ist erst seit ein paar Monaten online, dich kennt eh noch keine Sau“ – aber falsch gedacht. Einigen Bloggern waren mein Blogbaby und auch unsere Reiseblog-Suchmaschine dann doch direkt ein Begriff und ich habe mich ganz schön gewundert, dass ich von offizieller Seite bereits als ITB-Bloggerin akkreditiert wurde und eine Reihe von Einladungen zu allen möglichen Terminen in mein E-Mail-Postfach geflattert kam.

Was ich sonst noch so erwartet hatte

So ein absoluter Messe-Neuling war ich nicht. Seit gefühlten Ewigkeiten begleite ich Simon jedes Jahr auf die CeBIT in Hannover – also zumindest dann, wenn ich nicht gerade wieder irgendwo anders durch die Welt reise. Nachdem ich von fast allen alten ITB-Hasen gehört hatte, dass das Messegelände riiiesig sei und der Shuttle-Bus nicht grundlos zwischen den einzelnen Hallen pendeln würde, plante ich genug Zeit zwischen unseren Terminen. Ende vom Lied: Wir hatten ständig Leerlauf. Und vielleicht kennst du das: Wenn man erstmal sitzt, hat man quasi schon verloren und wird von Erschöpfung übermannt.

Letztendlich fanden Simon und ich das Gelände gar nicht so groß. Klar, es gibt zwar unzählige Hallen und die waren auch wirklich alle prall gefüllt (also mehr als in Hannover) – allerdings sind die einzelnen Gebäude auf dem Messegelände in Hannover deutlich weitläufiger, wodurch wir es in Berlin als fast schon sehr angenehm empfunden haben. Trotzdem muss ich sagen: Ein Tag CeBIT ist etwas GANZ anderes als vier Tage ITB. Bequemes Schuhwerk hin oder her… Nach den ersten zwei Tagen hatte ich mir schon eine fette Blase gelaufen und die Beine waren am Abend einfach nur tot.

Meine Highlights der ITB Berlin 2017

Wir waren echt positiv überrascht, wie groß manche Aussteller aufgefahren hatten. Besonders bei einigen exotischen Destinationen in Lateinamerika, Afrika und Asien konnte man am Messestand auch noch direkt einen Einblick in die Kultur erhaschen. Nicht zu vergessen… Die kulinarischen Einblicke! Zuckerwatte in Costa Rica (die beste, die wir je gegessen haben), scharfe Snacks in Tunesien, fruchtige Cocktails in Kolumbien, riesige Käseplatten in Frankreich und, und, und. Wie gut, dass wir einige Meilen gemacht hatten und unser Kalorienhaushalt damit wohl wieder ausgeglichen gewesen sein dürfte.

Auch wenn die teilweise prunkvollen Stände und das gute Essen wie von selbst (ob ich will oder nicht) im Gedächtnis bleiben, war das Ziel der ITB für mich natürlich ein anderes. Neben einigen Terminen mit diversen Ausstellern wollten wir uns in erster Linie einfach mal berieseln lassen. Wenn es nächstes Jahr auf Weltreise geht, wäre es schließlich schön, bereits ein paar Must Sees im Kopf zu haben. Auch wenn wir da eigentlich oberflächlich betrachtet ziemlich anspruchslos sind und uns die Kombination aus Strand und warmen Temperaturen fast schon reicht, haha.

Erkenntnisse: Was ich aus meiner ersten ITB gelernt habe

Erstens: Egal, ob es um Messen oder den ganz normalen Alltag geht… Wohlfühlen ist alles! Was das konkret für mich bedeutet? Vor allem, dass ich endlich lernen muss, auch mal Nein zu sagen. Im Laufe der ITB-Woche war ich auf so vielen Veranstaltungen und habe versucht, alles noch irgendwie in meinen Terminkalender zu stopfen. Dabei hätte ich einfach nur auf mein Bauchgefühl hören müssen, denn die Events, auf die ich mich im Vorfeld schon am meisten gefreut habe, waren im Endeffekt auch die, die mir am meisten gebracht haben. Sei es beruflich oder privat.

Für die Zukunft gilt also: meiner Intuition folgen, Massenveranstaltungen mit Platzproblemen vermeiden und… Positive Energie! Wie in allen Bereichen des Lebens gibt es auch unter Bloggern, Marketing-Experten und PR-Beauftragten Menschen, mit denen ich mich gern umgebe. Die positiv eingestellt sind, immer ein Lächeln auf den Lippen haben, meinen Humor teilen, nicht alles bitterernst nehmen und trotzdem professionell in dem sind, was sie machen. Und dann gibt es natürlich auch die chronischen Nörgler, Angeber, Miesepeter. Und von denen halte ich mich für gewöhnlich gerne fern.

Zweitens: Als wir letztes Jahr beschlossen haben, auf Weltreise zu gehen, hatten wir im Kopf, das Ganze so planlos wie möglich anzugehen. Ohne Verpflichtungen, ohne Erwartungen, ohne feste Route. Irgendwie ist das in den letzten Monaten etwas abgedriftet. Ich bin ganz ehrlich: Natürlich möchte ich, dass meine Texte gelesen werden. Natürlich überlege ich beim Schreiben mittlerweile, was dich als Leser wohl am meisten interessieren könnte. Und natürlich färben solche Überlegungen auch in gewissem Maße auf die Reiseplanung ab. Das wollte ich aber nie, denn eigentlich schreibe ich über mein Leben und lebe nicht nur für das Schreiben. Wir halten also fest: Alles auf Anfang!

 

Warst du auch schon mal auf der ITB?

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