Mietpreise in Hamburg. Nun ja, reden wir über was anderes. Hotelpreise in Hamburg. Auch nicht besser, sondern ziemlich schockierend. Da wir geschäftlich sowieso schon eine Nacht im Motel One eingebucht waren, entschieden wir uns, unser Wochenende mit einer weiteren Nacht zu komplettieren und mussten erstmal schlucken, als bei einem 2-Sterne-Hotel von fast 120 € für ein Doppelzimmer mit Frühstück die Rede war. Warum Sterne aber nicht immer etwas über die Qualität aussagen und wieso das Motel One Hamburg-Alster* ab sofort zu meinen Lieblingshotels gehört, erfährst du hier!

Unser Aufenthalt im Motel One hat mich irgendwie so nachdenklich gemacht, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben die Kriterien für Hotelsterne in Deutschland nachgeschlagen habe. Ich meine, klar, ich habe in meiner bisherigen Reisekarriere schon alles von 28er-Schlafsaal bis 4-Sterne-Hotel mitgemacht, aber so wirklich interessiert hat mich die Klassifizierung nie. Bis jetzt!

Motel One bezeichnet sich selbst als Budget-Design-Kette und will auf unnötigen Schnickschnack verzichten, um sich auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren. Bei Ankunft stellte sich mir dann direkt die Frage: Von welchem Schnickschnack soll denn da bitte die Rede sein? Es war schließlich alles vorhanden, was ich von einem guten Hotel und dessen Zimmern erwarte. Ich zeige dir, was ich damit meine und dann finden wir mal gemeinsam heraus, warum dieses geniale Hotel nur 2 Sterne hat…

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Schlafen wie auf Wolken

Das haben wir sogar in doppelter Hinsicht getan: Zum einen hatten wir ein Zimmer im 19. Stockwerk (also ganz oben) bekommen und dadurch einen fantastischen Blick über die Hafenstadt. Zum anderen war unser Bett eines der besten, in denen wir je geschlafen haben. Okay, kleiner Punktabzug wegen der getrennten Matratzen, aber hey, alles halb so wild, wenn man sich total bequem in ägyptischer Baumwolle betten darf. Die Zimmer sind, wie auch der Rest des Hotels, top designt, die Farbkombi aus hellblau und beige geht sowieso immer – vor allem, wenn so viel Liebe ins Detail gesteckt wird.

Wie auch in der Lobby gibt es auf den Zimmern einen Fernseher, den man zum Aquarium umfunktionieren kann. Sobald man den Raum betritt und den Strom mit seiner Zimmerkarte anschaltet, macht sich das Gerät an die Arbeit und lässt bei entspannender Musik bunte Fische in Dauerschleife über den Bildschirm schwimmen. Sorry, aber Kaminfeuer ist mal sowas von out, es gibt jetzt Fische, haha.

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Mindestens 5 Sterne für das Housekeeping

Schon bei Ankunft war unser Zimmer in einem tadellosen Zustand und wir konnten unsere Sachen direkt in den Schränken und Regalen verstauen, die hinter dem Bett in die Wand eingelassen sind. Viel erwähnenswerter finde ich aber, dass der nette Mann vom Housekeeping am nächsten Morgen echt alles gegeben und sogar alle Schuhe ordentlich nebeneinander gestellt und die Armaturen im Badezimmer erneut auf Hochglanz poliert hat – sehr zur Freude von Simon, der es sich selbst bei uns zu Hause gerne zur Aufgabe macht, sich im Wasserhahn spiegeln zu können.

Da hat dann natürlich auch gleich das Duschen noch mehr Spaß gemacht, zumal diese für das kleine Bad wirklich ziemlich geräumig war und ein „Organic Mint“ Duschgel beherbergte, dessen Duft mich total umgehauen hat. Ich liebe Minze, vor allem, wenn sich das Zeug dann auch noch so schön aufschäumen lässt, dass man damit sicher schon bei einem Weihnachtsmann-Casting vorstellig werden könnte. Ooops. Spielkind *hust*

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Schlemmen am Alnatura-Frühstücksbuffet

Das Frühstücksbuffet macht vom oben genannten Zimmerpreis gerade mal 9,50 € pro Person aus. Wir waren gespannt, was uns erwarten würde, erschienen uns unter 10 € in so einem schicken Hotel recht wenig. Rund um die Bar war das Frühstück aufgebaut – freie Platzwahl, Selbstbedienung am Buffet, alles ganz easy. Der einzige Jammer war für meine bessere Hälfte das fehlende Rühr- oder Spiegelei, ansonsten war aber alles da, was man zur frühen Stunde haben möchte. Neben verschiedenen Säften und Heißgetränken bietet das Buffet im Motel One fast durchgehend Alnatura und andere Bioprodukte an. Das zahlt sich besonders bei der frischen Milch (ich finde, es gibt nichts Schlimmeres als H-Milch), den kleinen Joghurtbechern und der Käseauswahl aus – schmeckt nämlich echt gut!

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Und warum hat das jetzt nur 2 Sterne?

So ganz glauben kann ich das immer noch nicht, denn das Motel One war meiner Meinung nach besser als viele 3- oder 4-Sterne-Hotels, in denen wir in den letzten Jahren so waren. Dass man also bei 4 Sternen eine Minibar erwarten kann, das leuchtet mir ein – bei den „Hausschuhen auf Wunsch“ musste ich aber trotzdem irgendwie lachen. Jedenfalls hatte ich im Hotel noch nie das dringende Bedürfnis, nach (fremden) Hausschauen zu verlangen. Sollte ich vielleicht beim nächsten Besuch in einem 4-Sterne-Haus mal testen, ob die mir an der Rezeption auf Nachfrage wirklich ein Paar Pantoffeln in die Hand drücken.

Nun war ich natürlich neugierig und wollte wissen, warum man dem Hotel dann nicht zumindest ein drittes Sternchen an die Wand pinnt. So wie es aussieht scheitert das unter anderem an dem fehlenden Telefon auf dem Zimmer (benutzt das in Zeiten von Smartphones überhaupt noch irgendwer?) und den (Achtung, nicht lachen!)… nicht vorhandenen „Papiergesichtstüchern“. „Minibar“ (4 Sterne) und „Getränkeangebot auf dem Zimmer“ (3 Sterne) scheint offenbar auch nicht das Gleiche zu sein. Naja, Fakt ist: Bei uns war das einzige Getränk unsere im Supermarkt gekaufte Flasche Wasser. Gekühlte Getränke sind zwar nett, aber die großzügige Bar in der Lobby tut es ja auch. Auf das Lesen des vollständigen Kriterienkatalogs habe ich mal verzichtet und stimme der Philosophie der Hotelkette zu: Es geht auch ohne viel Chichi.

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Warum du im Motel One Hamburg-Alster einchecken solltest

Ich mag zwar schon recht glücklich mit bunten Fernseh-Fischen und schäumendem Minz-Duschgel sein, habe aber an ein Hotel trotzdem ziemlich hohe Ansprüche (nein, keine „Papiergesichtstücher“). Vor allem wenn es mich wirklich eine Stange Geld gekostet hat (als Vielreisende bin ich ja leider auch schon vom niedrigen Preisniveau in anderen Ländern verwöhnt). Hier nochmal kurz und knapp auf den Punkt gebracht, wieso ich dir das Motel One ans Herz legen kann:

  • super Design, sowohl in der Lobby, als auch auf den Zimmern – dazu kommt eine tolle Aussicht über die Stadt aus den oberen Stockwerken
  • gemütliches Zimmer mit einem klasse Ambiente, sehr bequeme Betten, professionelles Housekeeping
  • freundliches und kompetentes Personal, das sich sofort um alle Wünsche kümmert
  • perfekte Lage für einen Citytrip: U-Bahn direkt vor der Hoteltür, das Hotel liegt im sehr spannenden Stadtviertel St. Georg, Alster und Hafen sind fußläufig gut erreichbar
  • leckeres Frühstücksbuffet mit Bioprodukten und einer großen Auswahl an verschiedenen Brot- und Gebäcksorten
  • gratis WLAN, die große Lobby lädt mit geräumigen Tischen nicht nur zum Erholen ein, sondern eignet sich auch, um am Laptop zu arbeiten

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