Was zur Hölle ist denn in Caro gefahren, dass sie freiwillig über ein Museum schreibt? Unglaublich aber wahr: Ich habe tatsächlich nach vielen, vielen Versuchen eins gefunden, bei dem ich so sehr aus dem Häuschen war, dass ich einfach davon berichten muss. Das Museum für Kommunikation in Berlin befindet sich nicht nur in einem atemberaubenden Gebäude, sondern bietet auch noch viele tolle interaktive Stationen für Groß und Klein!

Berlin ist einer von drei Standorten (Berlin, Frankfurt, Nürnberg), an denen die Museumsstiftung Post und Telekommunikation für jeden besuchbar ist. Der Eintritt kostet nur 4 € (ermäßigt 2 €), Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre können die Ausstellung kostenlos besuchen, ebenso Flüchtlinge mit offenem oder bearbeitetem Asylantrag – echt eine coole Aktion, wie ich finde! Geöffnet hat das Museum täglich mindestens von 10-17 Uhr, genauere Öffnungszeiten und weitere Informationen kannst du direkt auf dessen Webseite nachschlagen.

Schon als meine aktuelle Co-Lehrerin Katrin und ich gerade zur Tür reingekommen waren, kam mir der Gedanke: Mist. Hätte ich mal meine Kamera eingepackt. Das Handy hatte ich ja dabei, mehr aber auch nicht. Kann schließlich auch keiner damit rechnen, dass sich das Museum als so spannend entpuppt, dass ich einfach mal so außerhalb der Reihe darüber schreiben möchte, haha. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude ist wirklich ein Blickfang und erinnert mich eher an einen Palast oder die Galeries Lafayette als ein Museum. Die langen und geräumigen Gänge laden dazu ein, jede Ecke genauer unter die Lupe zu nehmen.

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Dauerausstellung: Zeitreise durch die Geschichte der Kommunikation

Die Eröffnung des Museums fand 1898 statt, womit es das älteste Postmuseum der Welt ist. Nach starken Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg musste das Gebäude komplett umgebaut und teilweise rekonstruiert werden. Die Glaskuppel, Stuck, Säulen, Statuen und viel warmes Licht sorgen zusammen mit einigen interaktiven Entdeckungsmöglichkeiten für eine super Kombination aus Spaß und Faszination. Nicht zuletzt auch wegen der netten Mitarbeiter, die einen am Eingang freundlich und fast schon familiär willkommen heißen und mit Uniform und weißen Handschuhen nahezu gespenstisch durch die Gänge wandern, um hier und da mal nach dem Rechten zu schauen.

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Auf drei Etagen kannst du der Geschichte der Kommunikation auf den Grund gehen. Wie wurde früher kommuniziert? Und wie ist das eigentlich heute? Du erfährst unter anderem alles über Rauchzeichen, das Morsealphabet und Rohrpost und kannst an unzähligen abwechslungsreich gestalteten Stationen selbst tätig werden oder dir interessante Exponate wie Feldpost aus dem Krieg anschauen. Während mir in Museen eigentlich grundsätzlich immer ziemlich schnell langweilig wird, war ich dieses Mal wirklich enttäuscht, als auf einmal schon die Durchsage kam, dass die Pforten in wenigen Minuten geschlossen werden und sich alle zum Ausgang begeben sollen.

Highlights im Museum für Kommunikation

Nachdem eine nette Mitarbeiterin unsere Taschen kostenfrei in der Garderobe verstaut hatte, standen wir vor einer riesigen interaktiven Weltkarte. Hätte mich das Gebäude nicht eh schon total gehabt, wäre spätestens jetzt der Moment dafür gewesen, denn Weltkarten ziehen mich magisch an. Ähnlich wie Eiffeltürme. Oder französische Schriftzüge. Naja, auf jeden Fall konnte man auf diesem Exemplar ganz viele Knöpfe in verschiedenen Ländern drücken und sich eine Begrüßung auf der jeweiligen Sprache anhören – ziemlich cool. Kurz darauf saß ich in einem Audio-Sessel und habe wilden Tieren bei der Kommunikation zugehört – auch ziemlich cool und ich war eigentlich schon bereit für eine kleine Siesta.

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So richtig „aktiv“ geworden sind wir dann beim… Baggerfahren. Ich saß also in meinem Bagger – in etwa wie ein dickes Kind in einem viel zu kleinen Auto, in das man 50 Cent stecken muss, damit es irgendwas Tolles macht. Und ich hatte zwei Hebel und einen Knopf, Katrin stand vor meiner Windschutzscheibe – mit einem Bildschirm, auf dem drei Würfel mit einem Greifarm geordnet werden mussten. Gar nicht so easy, einer Caro nur mit Handzeichen klarzumachen, was sie tun soll. Nachdem ich das Spiel drei Mal versehentlich neugestartet hatte (ja, dafür war der Knopf, das weiß ich jetzt auch…), hatten Katrin und ich den Dreh raus, werden in Zukunft aber doch lieber wieder auf mündliche Kommunikationsmittel zurückgreifen.

Next Step: Nachrichten verschicken! Nachdem wir einen Brief geschrieben und per Rohrpost durch den Raum gejagt hatten, musste ich mich erstmal im Morsen versuchen. Lang, kurz, kurz, whatever. Hat auf jeden Fall echt Spaß gemacht, das Ganze ist nämlich ein bisschen im Karaoke-Stil aufgemacht: Ein zu schreibender Text läuft über den Bildschirm und obwohl da ganz klar steht, ob nun lang oder kurz kommt… der Finger war irgendwie doch oft schneller als das Gehirn. Aber… Learning by doing: Als wir dann später im strömenden Regen nach Hause gelaufen sind und ich mit der Türklingel „SOS“ nach drinnen morsen wollte, hat es leider niemand verstanden. Schade.

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Botschaften, die ins Herz gehen

Auch wenn ich sooo viele interessante Sachen über Kommunikation gesehen und gelernt habe, ist es etwas anderes, das mir besonders im Kopf (und im Herzen) geblieben ist. DHL hat zusammen mit dem Museum für Kommunikation Berlin einen Videowettbewerb veranstaltet und die Frage gestellt, warum man heutzutage denn noch Briefe schreibt, obwohl es diverse andere (digitale) Möglichkeiten gibt, miteinander in Kontakt zu bleiben. Die Siegervideos konnte man sich direkt im Museum anschauen und auch wenn das Video offiziell nur für Platz 2 gereicht hat, ist es mein absoluter Favorit! Guck es dir an, ich hatte fast Pipi in den Augen – vermutlich auch, weil ich mich so toll mit dem Pärchen identifizieren kann…

Mein Name ist Hase! Redewendungen auf der Spur

Weswegen wir eigentlich gekommen waren: Eine temporäre Ausstellung zum Thema „Mein Name ist Hase! Redewendungen auf der Spur“ ist genau das Richtige für zwei begeisterte Fremdsprachenlehrerinnen. Bis zum 16. Oktober 2016 kannst du dir die Sonderausstellung, die unter der Schirmherrschaft von Paul Maar (genau, der mit dem Sams!) steht, noch anschauen und den verschiedenen deutschen (und internationalen) Sprichwörtern und Redewendungen auf die Spur kommen. Nicht zu vergessen: Es gibt sogar eine Peep-Show mit Redewendungen, bei der du, versteckt unter einem Vorhang, durch ein kleines Loch in der Wand spannen kannst: Let’s talk about sex!

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Ein weiteres Highlight war für mich übrigens die Sonderausstellung „Spektrum. Das Beste aus 30 Jahren Plakatwettbewerb des Deutschen Studentenwerks“, die aber leider nur noch bis zum 31. Juli 2016 anzuschauen ist. Favorit: Der Slogan „Hand in hand for diversity“ mit dem Bild einer Micky-Maus- und einer Simpsons-Hand. Noch größerer Favorit, der mich daran erinnert hat, wie viele Studenten die Möglichkeiten von Auslandserfahrung während des Studiums aus mir unerklärlichen Gründen nicht wahrnehmen:

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Das Museum für Kommunikation gibt Brief und Siegel darauf, dass jeder von uns im Durchschnitt hundert Redewendungen am Tag verwendet. Und ich gebe Brief und Siegel darauf, dass sich ein Besuch im Museum lohnt und du nicht die Katze im Sack kaufst!

Kennst du ähnlich spannende Museen, die ich mal testen sollte?

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