Saftiges Grün auf endlosen Wiesen, heiße Holzfäller in Schottenröcken und ohne Höschen, frittierte Schokoriegel im Überfluss, Whisky trinkende und Dudelsack spielende Einheimische. Es wäre ja auch ein Wunder, wenn es gegenüber Schottland und den Schotten keine Klischees und Vorurteile gäbe. Ehrlich gesagt: Ich habe absolut gar keine Ahnung von dem Land – Grund genug, vor meiner Reise ein paar andere Blogger nach ihren Highlights zu fragen!

Es dauert nicht mehr lange, dann hebt der Flieger ab und bringt uns nach Edinburgh. Wir, das sind in diesem Fall nicht Simon und ich – an meiner Seite steht eine gänzlich neue Reisebegleitung: meine Bloggerfreundin Denise von La torta di Denise. Nachdem wir uns bei unserem ersten Treffen königlich bei einer Pyjama-Party amüsiert haben, stand direkt fest, dass wir unbedingt mal zusammen verreisen müssen.

Nun ist es bereits so weit: Ende Juni starten wir gemeinsam Richtung Nordwesten! Auf dem Programm stehen ein kurzer Städtetrip nach Edinburgh und ein fünftägiger Roadtrip (mit Camper!) durch das Land. Für unsere Reiseplanung haben wir ein bisschen in die Runde gefragt und wirklich tolle Tipps bekommen. Lies hier die ersten Antworten, die wir bekommen haben – den zweiten Teil findest du bei Denise auf dem Blog.

1) Edinburgh: Das „Athen des Nordens“

Esthers Tipps:

Edinburgh ist als das „Athen des Nordens“ bekannt und eines der schönsten Reiseziele, die ich je bereist habe. Neben dem pompösen Schloss, das auf dem Kegel eines ehemaligen Vulkans erbaut worden ist, hat mich vor allem die Architektur dieser Stadt fasziniert: Die mittelalterliche Altstadt mit ihren schmalen Häuserreihen, engen Gassen und dunklen Höfen steht in einem wunderschönen Kontrast zur klassizistischen Neustadt, die durch ihre großen Straßen und Plätze auffällt.

Die Royal Mile, die Hauptstraße Edinburghs, ist stets gut besucht und abends Schauplatz für den Auftritt von Straßenkünstlern, Sängern und Tänzern. Wer sich hier aufhält, dem wird sicherlich nicht langweilig werden, denn die Straße ist der Knotenpunkt der Stadt und zu Fuß gut erschließbar. Auch die Einkaufs- und Essensmöglichkeiten sind hier ideal. Mein Geheimtipp für Edinburgh: Die Schönheit der schottischen Natur ist auch hier in der Hauptstadt sprichwörtlich. Vom Scott-Monument, einem grünen Hügel am Rande der Stadt, hat man einen herrlichen Ausblick über ganz Edinburgh.

Über Esther und „Esther’s Travel Guide“

Esther ist Studentin, Buchautorin und Reisesüchtige. Sie liebt den Orient, Orte abseits der typischen Touristenpfade und traditionelles Essen. Auf ihrem Blog Esther’s Travel Guide gibt sie praktische Tipps für Reisen durch über 50 verschiedene Länder!

2) Wunderschöne Naturspektakel: Wasserfälle in Schottland

Rias Tipps:

Wer mit mir verreist, der weiß: „Keine Reise ohne nicht mindestens einen Wasserfall gesehen zu haben“. Zum Glück gibt es in Schottland eine Vielzahl eindrucksvoller Wasserfälle zu entdecken. Drei davon möchte ich euch ans Herz legen. Ganz oben auf meiner Highlight-Liste steht der „Brautschleier-Wasserfall“ (Steall Falls) in den schottischen Highlands, südlich des Berges Ben Nevis.

Nach einer kleinen Wanderung über Stock und Stein erreicht man die Tiefebene im Tal und blickt direkt auf den zweithöchsten Wasserfall Schottlands, der sich wie ein Brautschleier auf die Felsen legt. Aus der Ferne fällt das Wasser ganz geschmeidig die 120 Meter in die Tiefe. Wer mutig ist, kann über eine Drahtseilbrücke direkt bis zum Wasserfall gehen.

Mein Wasserfall-Tipp #2 besticht nicht durch seine Höhe, sondern vielmehr durch seine Lage. Im wunderschönen Tal Glen Coe passiert man zwischen dem Ort Glencoe und der Glencoe Mountain-Liftstation einen auf den ersten Blick unscheinbaren Wasserfall. Steht man aber einmal davor, wird einem die Besonderheit bewusst: ein Wasserfall inmitten eines imposanten Bergpanoramas.

Last, but not least, darf ein Wasserfall-Tipp für die Isle of Mull (mein absoluter Schottland-Geheimtipp so ganz nebenbei) nicht fehlen. Auf dieser kleinen, vom Tourismus nicht überlaufenen Insel im Südwesten Schottlands befindet sich der Wasserfall Eas Fors. Das Witzige hierbei: Er fließt unter einer Straße hindurch, wird somit quasi zweigeteilt, bevor er sich über eine Klippe ins Meer stürzt.

Über Ria und „Ria on Tour“

Ria ist Bloggerin, Social-Media-Managerin und Reisefanatikerin. Ihr Fernweh führt sie regelmäßig in tolle Städte, fremde Länder und zu großartigen Landschaften. Am liebsten reist sie individuell mit Rucksack oder macht einen Roadtrip durchs Land. Über ihre Liebe zur Welt und zu ihrer Heimat Hamburg schreibt sie auf ihrem Blog Ria on Tour.

3) Swimming with Nessie und Spieltrieb Ahoi in Inverness

Manus Tipps:

Keine 30 Kilometer östlich von Inverness befindet sich das Cawdor Castle, der fiktive Handlungsort von Shakespeares „Macbeth“. Der Ort, an welchem Macbeth König Duncan in der Nacht hinterlistig ermordet hatte. Dass das Schloss erst 300 Jahre nach Macbeths Tod gebaut wurde, ist dabei egal, denn es sieht nicht nur grandios aus, sondern hat seinen ganz eigenen Zauber mit all den nachgelagerten Gärten. Natürlich gibt es, wie um alle schottischen Schlösser auch, zu diesem Schloss eine Legende: Dem Thane of Cawdor (nicht Macbeth) wurde im Traum aufgetragen, einen Esel mit Gold zu beladen; er solle dort, wo sich der Esel zum Schlafen niederlegte, eine Burg errichten.

Nicht nur das Schloss ist eine Besichtigung wert, sondern auch Inverness selbst: Dort gibt es das Abertarff House, das älteste Haus in Inverness (1593 erbaut), auf dessen Bank man unbedingt sitzen soll, weil es so entspannend sei. Auch wenn Letzteres sicherlich nicht zutrifft: Mit einem Kaffee in der Hand kann man das nette Treiben auf der Straße beobachten.

Etwas mehr Action ist im Ship Space geboten, einem Ort, an dem man eine Nachbildung der Titanic zu sehen bekommen. Durch den Keller – insofern man jemals wieder aus diesem herauskommt, denn eine Kiste mit Verkleidungsutensilien, ein aufgeblasenes Rettungsboot und eine Art Jet Ski laden gerade dazu ein, binnen Sekunden in die eigene Kindheit zurückkatapultiert zu werden (Spieltrieb Ahoi!) – gelangt man in den verwilderten Garten des Areals, in welcher tatsächlich eine Titanic steht, die dem Original zum Verwechseln ähnlich sieht.

Verlässt man Inverness schließlich Richtung Loch Ness, fährt man vorbei am Urquhart Castle, einer Burgruine direkt am Loch Ness, deren erste Besiedlung auf das 6. Jahrhundert zurückgeht. Folgt man dem Straßenverlauf in Richtung Fort Augustus, erhält man einen wundervollen Blick auf den Loch Ness. Und mit etwas Glück taucht vielleicht auch ein kleines, süßes Monster aus dem See auf.

Über Manu und „Worldcalling4me“

Manu hat ein wunderbares, aber auch gleichzeitig teures Hobby: das Reisen. Aber so wie die einen ihr abendliches Bierchen brauchen, so braucht sie alle paar Wochen eben einen Tapetenwechsel. Reisekrankheit? Wanderlust? Chronisches Fernweh? Addicted to travelling? Oder einfach nur auf dem Weg zum Erwachsenwerden falsch abgebogen? Was auch immer – begleitet sie auf ihren Backpackingtouren, Städte- oder Roadtrips auf ihrem Blog WorldCalling4Me.

4) Skara Brae auf den Orkney Inseln: Das Pompeji von Schottland

Marions Tipp:

Ganz im Norden von Schottland liegen die Orkney Inseln mit ihren schroffen Klippen, die von den rauen Wellen des Atlantiks umspült werden. Genauso bewegt wie die stürmische See ist auch die Geschichte des 70 Inseln umfassenden Archipels. Schon seit 8.500 Jahren sind die Orkney Inseln bewohnt. Von Norwegen her kamen im 9. Jahrhundert die Wikinger mit ihren Langbooten und nahmen die Orkneys ein.

Die Inselgruppe gehört erst wieder seit dem 15. Jahrhundert zu Schottland. Steinkreise, Grabhügel und archäologische Stätten – Orkney ist ein mystisches Zentrum. Skara Brae, das seit 1999 zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört,  liegt an der Westküste der Hauptinsel, rund 10 Kilometer nördlich von Stromness.

Es ist nicht bekannt, warum das Dorf um 2.400 v. Chr. verlassen wurde. Der Sand der Dünen begrub Skara Brae unter sich und konservierte die Häuser und Gegenstände – daher hat das Jungsteinzeitdorf auch den Spitznamen “Pompeji von Schottland” bekommen. Erst 1850 erweckte ein schwerer Sturm Skara Brae aus seinem Dornröschenschlaf, das Dorf wurde freigelegt und wiederentdeckt.

Heute kann man sich im Besucherzentrum in einer interaktiven Ausstellung anschauen, wie das Leben anno dazumal aussah. Daneben wurde ein prähistorisches Haus originalgetreu nachgebaut. Über einen Pfad gelangt man zum eigentlichen Dorf, das aus neun Häusern besteht. Gleich dahinter schlagen die Wellen gegen den Strand, Wind und Gezeiten rücken Skara Brae bedenklich nahe auf die Pelle. Bleibt zu hoffen, dass die Befestigungen das neolithische Dorf vor den Elementen schützen.

Über Marion und „Escape from Reality“

Frei nach dem Motto „Raus aus dem Alltag“ möchte dir Marion mit ihrem Reiseblog Escape from Reality Inspirationen geben: von Fernreisen bis zu kurzen Auszeiten und Erlebnissen vor der Haustür, ob allein oder in der Gruppe.

5) Das Traumreiseziel Schottland als Allrounder

Christinas Tipps:

Schottland ist eines meiner absoluten Traumreiseziele. Als ich im Sommer 2015 zum ersten Mal dort war, habe ich eine Woche lang Highlands, Burgen, Seen und natürlich die wunderschöne Hauptstadt Edinburgh erkundet. Wenn man in den Highlands ist, sollte man in jedem Fall einen Zwischenstopp an den Three Sisters of Glen Coe einlegen. Zu den bekanntesten der zahlreichen Seen des Landes zählen der Loch Lomond – der größte See Schottlands – sowie natürlich der sagenumwobene Loch Ness. Während einer Bootstour kann man dort besonders gut nach Ungeheuer „Nessie“ Ausschau halten. Nicht nur Burgenliebhaber sollten einen Besuch beim Stirling Castle, einer der beliebtesten Sehenswürdigkeiten Schottlands, einplanen.

In kulinarischer Hinsicht hat Schottland weit mehr zu bieten als „nur“ Fish & Chips. Und auch die sind wahnsinnig lecker. Die besten habe ich in der Anstruther Fish Bar im Kingdom of Five gegessen.
Ich probiere auf Reisen immer gerne die Landesküche. Als kleinen Mittagssnack kann ich die Schellfischsuppe Cullen Skink empfehlen. Für den großen Hunger bietet sich fangfrischer Fisch zum Beispiel vom Hafen in Edinburgh an. Ich habe mir leckere Steamed Shetland Mussels gegönnt.

Fleischliebhaber sollten das Angus Beef Steak mit Onion Rings probieren. In meinem Rucksack hatte ich für den kleinen Hunger zwischendurch immer eine Packung Shortbread dabei. Der süße Mürbeteigkeks war zusammen mit dem schottischen Nationalgetränk Irn Bru (vom Whisky mal abgesehen) zwar sicherlich kein allzu gesunder Tagesproviant, aber man darf unterwegs ja auch mal ein bisschen sündigen.

Über Christina und „Trip to the Planet“

Christina schreibt auf ihrem Reiseblog TRIP TO THE PLANET über Kurztrips, Städtereisen, Tagesausflüge, Wanderungen und Roadtrips für die kleine Auszeit zwischendurch.

Hast du noch Tipps für unseren Schottland Roadtrip?

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