So wenig ich Luxus auch ausstehen kann: Ein Tag voller Einblicke in ein Leben voller Prunk hat manchmal echt was. Gut, letztendlich hat mir ja auch keiner mehr mein Näschen gepudert, mich in eine Parfumwolke gehüllt oder ein Festmahl serviert – das Château de Versailles lässt aber trotzdem erahnen, wie es damals gewesen sein muss, hier zu leben.

Und nachdem ich mir unzählige Kristallkronleuchter, perfekt geschnittene Büsche und vergoldete Dekoration angeschaut hatte, war ich auch ziemlich froh, einfach wieder durch das Tor nach draußen spazieren zu können. Warum sich ein Besuch im Schloss Versailles lohnt und wie du deinen Ausflug organisierst, erfährst du hier!

Facts, die du vor deiner Fahrt nach Versailles wissen solltest

Anfahrt:

Versailles befindet sich etwa 20 Kilometer westlich vom Pariser Stadtzentrum entfernt. Das Château erreichst du von dort am besten mit der Bahn oder dem Auto. Letzteres ist einfacher, als wir anfangs gedacht hatten: Da viele Besucher mit dem Auto kommen, gibt es um das Schloss herum unzählige große Parkplätze, die aber bis zu 3 € pro Stunde kosten. Wenn du bereit bist, ein paar Meter zu Fuß zu gehen, findest du mit etwas Glück auch einen günstigen oder sogar kostenlosen Parkplatz in der Umgebung.

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichst du das Schloss Versailles richtig easy, der RER-Bahnhof „Versailles Château-Rive Gauche“ befindet sich quasi direkt vor der Haustür des Sonnenkönigs. Um dorthin zu kommen, nimmst du den RER C, zum Beispiel ab „Saint-Michel Notre-Dame“. Die Fahrt dauert ca. 40 Minuten und da sich Versailles in der Preisstufen-Zone 4 befindet, kostet das pro Strecke 3,55 €. Wie ich schon in meinem Artikel über das Disneyland geschrieben hatte: An den meisten Ticketautomaten kannst du nur mit Kleingeld oder Kreditkarte bezahlen – also unbedingt eins von beidem bereithalten.

Wenn du vorhast, bei deiner Reise nach Paris auch Versailles und/oder das Disneyland zu besuchen (oder wenn du sowieso viel mit den Öffis durch Paris fährst), lohnt sich übrigens eventuell auch der Kauf des „Navigo Découverte“, den du mit dem Wochenticket (Montag-Sonntag, alle Zonen: 22,15 € + einmalig 5 € für die Karte) aufladen kannst.

Öffnungszeiten:

Schloss Versailles hat grob gesagt jeden Tag (außer montags) von 09:00 bis 17:30 Uhr geöffnet, der Park und die Gärten von 08:00 bis 18:00 Uhr. Für genauere Öffnungszeiten und weitere Informationen checkst du am besten direkt die offizielle Internetseite.

Preise:

Minderjährige und Bewohner der EU, die unter 26 Jahre alt sind, haben im Schloss Versailles grundsätzlich freien Eintritt und müssen sich „einfach“ in der Schlange anstellen und an der Kasse ihren Ausweis vorzeigen. Warum ich das „einfach“ in Anführungszeichen setze? Nun ja… Die Schlange kann ganz schön lang sein. Als ich im Sommer 2013 bei sengender Hitze zum ersten Mal mit Simon in Versailles war, betrug die Wartezeit 3-4 Stunden und wir waren uns ziemlich schnell einig, dass wir uns einfach nur die wunderschönen Gärten anschauen würden.

Wer sich vorweg ein Ticket im Internet besorgt (das geht auch, wenn einem ein Gratis-Ticket zusteht!), hat also definitiv bessere Karten und kann die endlosen Wartezeiten umgehen. Für alle, die ihren 26. Geburtstag schon gefeiert haben, gibt es eine Auswahl an verschiedenen Tickets. Das günstigste, das sowohl das Schloss (inkl. Audioguide) als auch die Gärten etc. beinhaltet, kostet 18 €. In der Nebensaison (September bis März) können die Gärten von allen Besuchern kostenlos besichtigt werden, von April bis Oktober finden allerdings immer dienstags, samstags und sonntags Wasserspiele mit Musik statt, wodurch die Ticketpreise variieren und auch Kinder (ab 6 Jahren) Eintritt zahlen müssen.

Was du im Schloss Versailles machen kannst

Also: Es gibt da so ein unglaublich wundervolles Gemälde. Künstlerisch wertvoll und so. Ach sorry, war nur Spaß. Du weißt ja sicherlich bereits, dass ich es nicht so mit Kunst habe. Als ich bei unserem Klassenausflug nach Versailles dann wohl als Lehrerin mit dem weltweit größten Hang zum Kunstbanausentum das Schloss betreten habe, war ich trotzdem extrem beeindruckt. Auch wenn mir die ganzen Bilder nämlich nicht viel sagen und ich sie irgendwie nicht anders wahrnehme als jede x-beliebige Wanddekoration, ist es schier unglaublich, wie viel Prunk man teilweise in einem einzigen Raum unterbringen kann.

Während ich in Kunstmuseen immer direkt von einer bösen Müdigkeit befallen werde und am liebsten auf einer der Bänke sitze, die eigentlich für die Leute gedacht sind, die zwei Stunden vor einem Meisterwerk sitzen und über dessen Bedeutung sinnieren können, hat mich das Château de Versailles schon ziemlich geflasht. Selbst im November haben es die kargen Sonnenstrahlen geschafft, das ganze Innenleben zum Glänzen zu bringen – liegt wohl an den riesigen Fenstern, den vielen Kronleuchtern und dem ganzen Gold. Ludwig XIV. hat seinem Namen „Roi Soleil“ mit diesem Prachtanwesen auf jeden Fall alle Ehre gemacht und es verwundert natürlich nicht sonderlich, dass das Schloss seit 1979 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Lange Rede, kurzer Sinn: Lass dich einfach durch die Gänge treiben und schau dir alles in Ruhe an – bei einem Rundgang kannst du eigentlich nix verfehlen.

Schloss Versailles: Aktivitäten im Schlosspark

Im Schlosspark gibt es einige Aktivitäten, die du machen kannst. Davon ist allerdings nichts im Eintrittspreis enthalten und bei einem ersten Besuch reicht es meiner Meinung nach auch, einfach einen seeehr langen Spaziergang (ja, das Gelände ist riesig) zu machen, denn es gibt mehr als genug zu entdecken. Für Fußfaule und alle, die körperlich nicht so fit sind oder „mehr erleben“ wollen, gibt es auch die Möglichkeit, sich ein Fahrrad zu leihen (ab etwa 5 €) oder eine geführte Segway Tour (ab 35 €) zu machen. Darüber hinaus kann man am Kanal Ruderboote ausleihen (ab 12 €) oder auf den Touristenzug (Hin- und Rückfahrt 7,50 €) zurückgreifen, der zwischen dem Schloss und dem Trianon pendelt.

Etwas zu essen und trinken bekommst du entweder in einem von zwei Restaurants oder an einer von mehreren Verkaufsstellen – die Preise sind allerdings wie zu erwarten recht hoch und die Qualität… Naja, sonderlich überragend ist das Gebäck nicht, wenn man die französische Pâtisserie gewöhnt ist. Ich würde von daher empfehlen, dass du dir ein Carepaket bzw. einen Picknickkorb (darauf achten, an welchen Stellen das Picknicken erlaubt ist) mitnimmst oder deinen Hunger auf später verschiebst. Den Toilettengang solltest du allerdings nicht auf später verschieben, denn an den Toiletten (teils kostenlos, teils 50 Cent) bilden sich grundsätzlich monströse Schlangen, an denen man nicht selten länger wartet, als man eigentlich warten kann…

Du brauchst noch detailliertere Informationen?

Denise hat auf Help Tourists – Touristen in Paris einen extrem ausführlichen Guide für Besuche im Schloss Versailles verfasst – es lohnt sich, einen Blick reinzuwerfen. Ich kann dir einen Besuch im Schloss Versailles nur empfehlen – es ist wirklich ein perfekter Ort für einen Tagesausflug!

 

Warst du schon mal im Schloss Versailles? Wie findest du es?

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