„Hast du schon mal was von Speyer gehört?“, war meine Frage an Simon, denn ich war vollkommen ahnungslos. „Da wurde Helmut Kohl begraben!“ – Okay, gut. Mehr wussten wir über die Stadt aber immer noch nicht. Außer, dass sie eben westlich des Rheins liegt und sich damit perfekt für unseren Roadtrip entlang des Flusses eignen würde. Nachdem wir zwei Tage in Speyer verbracht haben, müssen wir gestehen: Wir haben zwar keinerlei Sightseeing gemacht, dafür aber die wunderschöne Altstadt in vollen Zügen genossen!

Auf Speyer war ich eigentlich nur gekommen, indem ich meinen Finger über die Deutschlandkarte* habe gleiten lassen – immer Richtung Süden, entlang des Rheins. Wir wollten Denise besuchen, die in Mannheim wohnt und mit der ich im Juni gemeinsam in Schottland unterwegs war. Speyer sollte daher als Ausgangspunkt für Tagesausflüge nach Heidelberg und Mannheim herhalten und gleichzeitig ein entspannter Rückzugsort am Abend sein. Obwohl sich die tägliche Fahrt wegen eines ziemlich hohen Verkehrsaufkommens immer ziemlich hingezogen hat, war Speyer eine gute Wahl, zumal unser Hotel quasi direkt an der Autobahnauffahrt lag.

Traumhafte Fahrt entlang des Rheins von Koblenz nach Speyer

Die Fahrt nach Speyer sollte sich als die schönste unseres gesamten Roadtrips herausstellen, denn von Koblenz bis Bingen am Rhein (wo wir aus Zeitnot auf die A61 wechselten) fuhren wir bei strahlendem Sonnenschein direkt am Rhein vorbei. So konnten wir einen Blick auf Weinberge und die vielen Schlösser und Burgen erhaschen, die sich am Rheinufer zwischen Koblenz und Bingen befinden.

Als wir an einer Tankstelle stoppten, das Auto mit Diesel und uns mit Cola versorgten, borgte ich mir vom Tankwart noch schnell eine Schere, um meine neuen Flip Flops von ihren Plastikbändchen zu befreien – das Wetter war einfach zu gut, um nicht barfuß im Auto zu sitzen!

ibis Styles Speyer: Gutes Hotel mit einigen Abstrichen

Das ibis Styles in Speyer hatte uns freundlicherweise zu zwei Übernachtungen mit Frühstück eingeladen. So schwer mir das jetzt auch fällt (du weißt ja: der geschenkte Gaul und so): Wir waren leider nicht vollends überzeugt. Das kann auch daran liegen, dass die Erwartungen sehr hoch waren, denn ich freue mich immer über einen Besuch in den ibis Styles Häusern, die für gewöhnlich wirklich ziemlich coole Designs haben.

Als wir uns das Hotel vorweg auf Booking.com* angeschaut hatten, sah es auch echt toll aus. Nur irgendwie konnte die Realität nicht so ganz mithalten – die offiziellen Fotos scheinen doch ganz schön aufgehübscht.

Zimmer und Badezimmer waren recht klein und in der Realität sah das Design etwas trist und ausgeblichen aus, das Grün der Türen erinnerte uns leicht an vergangene Krankenhausaufenthalte. Eigentlich brauchen wir kein großes Hotelzimmer und sind mit einem bequemen Bett (das gab es definitiv!) vollends zufrieden – dummerweise verfügte das kleine Zimmer aber über keine Klimaanlage, was bei den sommerlichen Temperaturen ein dicker Minuspunkt war, denn wir haben extrem geschwitzt und irgendwann die Decke vom Bett gekickt.

Am nächsten Morgen freuten wir uns auf das angepriesene DIY-Bagel-Frühstück (auf den Bilder hatte ich verschiedene Sorten gesehen – und sogar getrocknete Tomaten!), wurden aber enttäuscht: Es gab nur eine Sorte Bagels, nur eine Sorte Frischkäse und ziemlich lieblos aufgereihten Aufschnitt.

Trotz der Kritik: Wir haben uns im ibis Styles sehr wohlgefühlt, was in erster Linie an der bequemen Matratze und dem sehr freundlichen Personal lag. Für unseren Roadtrip war es eine gute Wahl, denn die Verkehrsanbindung ist super, der hoteleigene Parkplatz ist relativ günstig und die Lage eignet sich perfekt, um von dort aus die Stadt zu erkunden. In nur wenigen Minuten ist man nämlich zu Fuß in der romantischen Altstadt und auch alle anderen Sightseeing-Hotspots sind schnell erreicht.

Sightseeing Speyer: Was du in der Stadt am Rhein machen kannst

Schon bevor wir nach Speyer gefahren sind, wird uns bewusst, dass die Stadt längst nicht so unbekannt ist, wie wir vermutet hatten. So ziemlich jeder, dem wir davon erzählen, hat direkt irgendwas vor Augen. Dom als Weltkulturerbe. Eine der ältesten Städte Deutschlands. Wichtige Bedeutung im Heiligen Römischen Reich. Nur an uns war das scheinbar bislang alles vorbeigegangen. Wir machten uns also auf und stromerten etwas durch die Altstadt von Speyer, wo wir natürlich nicht drumherum kamen, auch einen Blick auf den famosen Dom zu werfen.

Nach wenigen Minuten fällt uns auf, dass der Altersdurchschnitt in dem ruhigen und gemütlichen Städtchen ziemlich hoch ist. Dementsprechend angepasst ist auch die Auswahl der Geschäfte – neueste Trends und hippe Szene-Schuppen sucht man hier vergebens.

Dafür findet man aber unzählige schnuckelige Bars und Cafés, in denen man die Seele baumeln lassen kann. Und, wer hätte das gedacht: Alle paar Meter nehme ich französische Wortfetzen wahr: Offenbar ist Speyer ein beliebtes Ausflugsziel für die Bewohner unseres Nachbarlandes.

Eeeigentlich wollten wir uns vor unserer Weiterfahrt noch das Innere des Doms (Eintritt kostenlos) anschauen und im Anschluss dem Technik-Museum einen Besuch abstatten. Naja, eigentlich. Es war einfach zu verlockend, sich in der Altstadt mit einem Kaltgetränk in die Sonne zu setzen – da war jeglicher guter Wille schnell aufgegeben.

Wieso ich denn überhaupt ins Museum wollte, obwohl ich Museen doch in der Regel gar nix abgewinnen kann? Das Technik-Museum in Speyer hatten wir auf dem Weg zu unserem Hotel bereits gesehen: großer Außenbereich mit begehbaren Flugzeugen, dazu ein gigantisches IMAX-Kino, in dem man zum Beispiel Jerusalem oder den Pazifik entdecken kann. Klingt super! Allerdings nicht bei heißen Sommertemperaturen…

Unerwartete Überraschung: Jakobsweg in Speyer

Während unseres letzten Spaziergangs durch die Altstadt von Speyer sprang ich auf einmal in die Höhe, riss meinen Zeigefinger nach oben und kriegte nur noch ein „Ahhhh, guck mal!“ raus. Wie konnte ich den denn bisher übersehen?! Simon schaute mich fragend an, der Blick ging zur Statue, auf die ich ganz euphorisch zeigte.

Direkt neben uns stand eine übergroße Statue von einem Jakobspilger, der den Camino de Santiago markiert. Wieder was dazugelernt: Der Pfälzer Jakobsweg führt mitten durch Speyer hindurch und es dauert nicht mehr lange, bis ich meinen eigenen Camino in den Pyrenäen beginne.

Essen in Speyer: Auf Nahrungssuche in der romantischen Altstadt

Weißt du was der Nachteil daran ist, wenn man sich einfach mal treiben lässt und nicht alles im Internet nachguckt? Man findet ein nettes Lokal, nimmt sich vor, am nächsten Tag dort zu essen – und steht dann vor verschlossener Tür. Ruhetag. So geschehen mit dem Krua Thai. Das thailändische Restaurant sah nicht nur gemütlich aus, sondern hatte auch noch ein sehr günstiges Mittagsmenü im Angebot.

Da uns das Frühstück im Hotel am Vortag ja nicht sonderlich vom Hocker gehauen hatte, lümmelten wir uns noch etwas länger ins Bett und machten uns direkt auf den Weg zum Thailänder. Du kennst sicher dieses Gefühl, wenn du dich so richtig auf etwas freust – und es dann nicht bekommst. Oder? Ja. Naja. Muss ich nicht weiter erklären, wir waren am Boden zerstört, haha. In der Einkaufsstraße fanden wir allerdings noch guten Ersatz: Im Asia Wok gab es für Simon Hähnchen-Curry und für mich eine vegetarische Gemüsepfanne. War lecker – und hat uns direkt an unseren letzten Thailand-Urlaub denken lassen.

Last Minute in Speyer: Schnell noch Abendessen besorgen

Am Vorabend waren wir schon ziemlich spät dran. Deutsche Abendbrotzeiten sind ja bekanntlich nicht sonderlich dehnbar und da wir kein XXL-Mahl mehr brauchten, machten wir uns auf die Suche nach einem kleinen Snack. Wir wurden beim Burgermeister fündig und bekamen kurz vor Schließung noch ein Menü aus Burger, Pommes und Coleslaw, das wir brüderlich teilten. Lecker – vor allem das frische Kraut und der hausgemachte Dip!

 

Gespannt, wie es weitergeht? Hier geht’s zur dritten Roadtrip-Etappe.

Und hier findest du einen Text von Denise über unseren Ausflug nach Heidelberg.

 

Was sind deine ultimativen Tipps für Speyer?

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