Vermutlich kennst du dieses Bild mittlerweile schon. Aber so soll es auch sein, denn es ist seit anderthalb Jahren mein All-Time-Favorit und schmückt unter anderem meinen Desktop. Für die Blogparade von 7 Kontinente habe ich die Story dahinter einmal in Worte gefasst. Bereit für einen kleinen Ausflug in die Wüste?

Es war Mitte Februar 2015, als meine Schwester Franzi (der ich dieses unglaublich geile Foto übrigens verdanke!) und ich im Bus nach Merzouga saßen. Vor drei Tagen waren wir in Fès gelandet und der Empfang war nicht gerade das, was wir uns erhofft hatten: Ziemlich viele Soldaten mit Maschinengewehren beäugten uns von allen Seiten, die Flughafenmitarbeiter pfiffen mir schon hinterher, als wir gerade die Passkontrolle hinter uns gelassen hatten und nachdem wir endlich an der Bushaltestelle angekommen waren, warf ein Jugendlicher mit einem Backstein auf den Busfahrer und wurde kurz darauf von der Polizei mitgenommen. Willkommen in Marokko, sollte an den vielen Warnungen vor dem Land vielleicht doch etwas dran gewesen sein?

Der Abend ging ähnlich spaßig weiter, denn ein Mitfahrer im Bus wollte uns den Weg zu unserer Unterkunft erklären – Gott sei Dank hatte ich allerdings zumindest eine grobe Karte der Umgebung ausgedruckt und wusste, dass sich der von ihm genannte Ort am anderen Ende der Stadt befand. Etwa eine Stunde später standen wir vor unserem Hostel und wurden direkt vom Besitzer in eine andere (deutlich schlechtere!) Unterkunft gebracht.

Da wir müde und die Sonne längst untergegangen war, stimmten wir einfach zu – immerhin wussten wir noch nicht, dass das in Marokko scheinbar eine übliche Masche ist und hatten auch wenig Lust, im Dunkeln nach etwas anderen Ausschau zu halten. Das Wirrwarr in der Medina hatte uns schon zur Genüge durcheinander gebracht.

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Willkommen in Marokko

Dass es keinen Grund zur Sorge gab, wurde uns dann aber am nächsten Morgen bewusst, denn das bunte Treiben in der Medina ließ uns fast den Atem anhalten, so viel bekamen wir innerhalb kürzester Zeit zu sehen. Marokko hatte uns schnell in seinen Bann gezogen und Franzi und ich waren uns einig, dass wir dringend noch zusammen in die Wüste fahren mussten. Organisierte Tour? Hatten wir wenig Lust drauf, zumal die Preise von mindestens 250 € irgendwie auch etwas über unserem Budget lagen.

Also: Selbst ist die Frau! Wir buchten uns zwei Supratours-Tickets (18 € pro Person) für eine Über-Nacht-Fahrt nach Merzouga und ein Doppelzimmer in einem hübschen Hotel vor Ort und schrieben dem Hotel eine Mail mit unserer Ankunftszeit, damit sie uns an der Bushaltestelle in der Wüste abholen würden. Die Busfahrt lief auch ohne größere Probleme. Abgesehen davon, dass ein Mann hinter uns irgendwie neun Stunden am Stück abwechselnd lautstark betete oder schmatzend irgendwelche Care-Pakete verputzte und der Busfahrer einen Hund überfuhr und gerade noch so den Bus wieder auf die Fahrbahn lenken konnte…

Wenn zwei Frauen nachts mutterseelenallein in der Wüste rumstehen

Nun ja. Irgendwie hatte ich direkt ein dummes Gefühl bei der Sache, weil ich dem Hotel geschrieben hatte (wie es auf der Homepage stand), aber keine Antwort mehr kam. Ende vom Lied: Franzi und ich standen um 5 Uhr morgens auf einer Schotterpiste in Merzouga – mit einer Hand voll anderen Reisenden und zwischen sehr, sehr vielen Marokkanern, die uns ihre Unterkünfte oder Wüstentouren andrehen wollten. Wenn nur zweimal am Tag ein Bus vorbeikommt, hat das quasi was von einem Dorffest, dem gefühlt jeder Einwohner beiwohnt. So nach und nach wurden alle von ihren Hotels abgeholt und die Promoter hatten offenbar auch keinen Bock mehr, sich an uns die Zähne auszubeißen.

Schlussendlich standen wir dort alleine und waren am Überlegen, was denn nun der nächste Step sein könnte. Ein letztes Auto parkte noch etwas abseits. Mit an Bord: Die zwei Spanier, die wir im Bus kennengelernt hatten. Nach dem Motto „Letzte Chance“ habe ich mich überwunden und nachgefragt, ob in deren Hotel vielleicht rein zufällig noch ein Zimmer für uns frei wäre. War es: Eine halbe Stunde später lagen wir in einem wunderschönen Raum auf der Dachterrasse der Kasbah Le Touareg* und konnten Schlaf nachholen, bevor wir am Nachmittag auf unseren Dromedaren in die Wüste ritten.

Für das Zimmer, in dem wir dann während der Tour auch unser Gepäck unterbringen konnten, einen Snack zum Mittag, den Wüstenritt mit einer Übernachtung, Abendessen, Musik und Unterhaltung am Lagerfeuer und Frühstück haben wir übrigens umgerechnet 50 € bezahlt – meiner Meinung nach einer durchgetakteten Tour (von einer der „Metropolen“ aus) absolut vorzuziehen! Wenn du wissen möchtest, was dich eine Reise nach Marokko generell kostet, schau mal hier.

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Sand, nichts als Sand

Merzouga ist ein fantastischer Ort, um die Wüste zu entdecken! Von unserer Kasbah aus waren wir vorher schon innerhalb von zehn Minuten zu Fuß in die Dünen marschiert, der Ritt auf dem Rücken eines Dromedars konnte das allerdings dann nochmal toppen. Kurz vor Sonnenuntergang waren wir in unserem Berber-Zeltlager angekommen und bevor es die obligatorische Tajine und marokkanischen Minztee im Überfluss gab, kletterten wir auf die höchsten Sanddünen in der Umgebung, um ein paar Fotos zu knipsen. Daraus wurde dann schnell ein ganzes Foto-Shooting, bei dem mich mein Schwesterherz fachmännisch von A nach B scheuchte und sich förmlich in den Sand schmiss, um den bestmöglichen Schnappschuss von mir und dem Sonnenuntergang einzufangen.

Während Franzi schon ein ziemlicher Profi mit ihrer Canon EOS 600D* ist, konnte ich mit dem Teil allerdings nur so mittelmäßig umgehen und irgendwie war die Sonne dann auch schon weg. Ich bin eben immer ganz froh, wenn ich einfach nur in den Smart-Modus schalten und auf den Auslöser drücken kann… Problem: Die Tatsache, dass ich von meiner Schwester nicht ein einziges brauchbares Bild geknipst hatte, war nicht gerade förderlich für unseren bis dahin bestehenden Friedensvertrag…

Mein Glück im Unglück allerdings: Sie war so stolz auf ihr perfekt getroffenes Foto von mir in Yoga-Pose, dass das Ganze dann doch nicht so schlimm war und wir uns darauf einigen konnten, dass ich halt der Depp vom Dienst bin. War mir recht, ich hatte ja immerhin (m)ein Traumfoto, haha.

Die gesamte Geschichte aus der Wüste, insbesondere die unserer schrecklichen Rückfahrt, die sich mal eben auf zwei Tage verlängert hat, habe ich übrigens in Reiseblogger schreiben ein Buch: Begegnungen auf Reisen* veröffentlicht. In dem Buch findest du meine und 24 andere Geschichten von Reisebloggern – der Kauf lohnt sich also.

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Die leichten Startschwierigkeiten in Marokko hatten sich definitiv gelohnt!

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