Eine Frage, der ich vor meinem Jakobsweg eigentlich ziemlich wenig Bedeutung beigemessen habe: Was packe ich ein und was bleibt zu Hause? Wie immer, wenn ich meinen Rucksack packe, habe ich kurz vor der Abreise alles zusammengesucht, was ich brauchte. Vermisst habe ich auf dem Camino Francés nichts, manche Sachen haben sich sogar trotz meiner minimalistischen Packweise als überflüssig herausgestellt. Was du auch als Minimalist unbedingt einpacken solltest und was getrost zu Hause bleiben kann, verrate ich dir in diesem Artikel.

Bevor ich loslege, noch ein paar wichtige Anmerkungen: Diese Liste versteht sich als grobe Orientierungshilfe, denn natürlich musst du für dich entscheiden, was du wirklich brauchst und worauf du locker verzichten kannst. Ich bin den Camino Francés gegangen – zu einer Zeit (September bis Oktober), in der es nachts durchaus mal kalt werden kann, man tagsüber aber meist die pralle Sonne über einem stehen hat. Meine Packliste eignet sich außerdem nur für Pilger, die ganz klassisch in Herbergen übernachten möchten, denn gezeltet habe ich nicht und kann dementsprechend auch keine Tipps geben. Nun, dann wollen wir mal: Wanderstöcke, Schlafsack, Stirntaschenlampe. Das sind nur einige der Dinge, die auf vielen Packlisten stehen und mir direkt ein paar Fragezeichen in die Augen gemalt haben.

Klar, vielleicht bin ich natürlich sehr minimalistisch unterwegs und verzichte gerne auf alles, was nicht unbedingt notwendig ist. Das geht sicher nicht jedem Pilger so, aber ich muss definitiv sagen, dass die Ausrüstung für den Wohlfühlfaktor auf einer wochenlangen Pilgerschaft ganz schön überschätzt wird – auch wenn das Outdoor-Firmen und alle, die ihr Geld mit Affiliate-Links in Packlisten verdienen, sicher nicht gerne hören. Für mich war und ist der Jakobsweg vor allem eine mentale Sache und die Ausrüstung nur wenig bedeutend. Klar kann man sich so einen Weg ja in gewissem Maße möglichst angenehm gestalten, aber wenn die Leute früher teils barfuß nach Santiago de Compostela gepilgert sind, wird der Mensch heutzutage doch wohl nicht darauf angewiesen sein, vorher noch ein gesamtes Outdoor-Geschäft aufzukaufen, oder?!

Jakobsweg Packliste – Was du unbedingt mitnehmen musst

Ich finde es immer wieder lustig, wenn in anderen Packlisten die Rede von 45- oder 50-Liter-Rucksäcken und ganz vielen tollen Gadgets ist, aber im gleichen Atemzug daran apelliert wird, dass der komplett gepackte Wegbegleiter auf keinen Fall mehr als 10% des eigenen Körpergewichts wiegen soll. Wie soll das denn bitte funktionieren? Klar, mir sind auf dem Jakobsweg einige Pilger begegnet, die 15-20 Kilo bei sich getragen haben – da müssen wir nicht drüber reden, dass das eindeutig zu viel ist.

Aber wenn man wirklich diese ganzen tollen Pilger-Alltagshelfer mitnehmen wollen würde, könnte es vermutlich keine einzige Frau schaffen, mit 10% des Körpergewichts auszukommen. Ich meine… Ich gehöre ja schon eher zu denen, deren Körpergewicht deutlich höher ist als der Durchschnitt. Bei den meisten Frauen dürfte man bei 10%  wohl auf 5-7 Kilo kommen, was schwer werden dürfte, wenn der Rucksack leer schon fast 2 Kilo wiegt, man immer mindestens einen Liter Wasser dabei haben und ganz viele tolle Gadgets einpacken sollte. Hier meine Liste mit Dingen, die du auf dem Jakobsweg WIRKLICH brauchst, ohne Wenn und Aber:

Ausrüstung und Kleidung:

1) Einen guten (!) Rucksack. Glaub mir, es gibt nichts Schlimmeres, als wenn du schon nach wenigen Kilometern Rückenschmerzen bekommst. Ich habe viele Pilger getroffen, die genau damit ein riesiges Problem hatten, denn viele hatten sich im Vorfeld viel zu sehr mit der Schuhfrage befasst, nicht aber in gleichem Maße mit der Frage nach dem richtigen Rucksack. Mich begleitet schon lange der Deuter Futura 32 auf allen meinen Reisen und ich kann ihn auch für den Jakobsweg nur wärmstens empfehlen: Die Form des Rucksacks geht eher in die Höhe als in die Tiefe, wodurch sich das Gepäck dem Rücken ergonomisch anpasst und man nie das Gefühl hat, nach hinten gezogen zu werden. Außerdem hat er ein Drahtgestell mit gespanntem Netz, wodurch man nie schwitzt, weil der Rücken gut belüftet wird. In den Deuter-Rucksäcken ist auch immer schon eine Regenhülle eingebaut, sodass du nicht extra eine kaufen musst (die wirst du nämlich ziemlich sicher mal benötigen).

2) Schuhwerk, in dem DU gut laufen kannst. Warum ich das so betone? Naja, wenn du meinen Weg verfolgt hast, weißt du ja bereits, dass ich den Camino Francés fast komplett in Flip Flops gegangen bin. Letztendlich ist es total egal, ob du teure Wander- oder Trekkingschuhe, Wandersandalen oder ganz normale Schuhe hast. Du wirst schon wissen, was das Beste für dich ist. In meinem Fall waren das eben Gummilatschen von Ipanema, die einfach unkaputtbar sind und an die ich mich in den letzten Jahren einfach total gewöhnt habe, weil sie einfach mein Standard-Schuhwerk sind, man einen natürlichen Gang in ihnen hat und es für mich persönlich nichts Bequemeres gibt. Dein Weg, deine Entscheidung. Gleiches gilt für die Socken, falls du nicht wie ich ohne Strümpfe gehen willst.

3) Eine Hose zum Wandern. Nur eine? Ja, eine reicht. Ich hatte anfangs zwei lange Hosen dabei und nachdem ich mich total geärgert habe, weil ich eine davon in einer Herberge vergessen hatte, musste ich feststellen, dass eine Hose genauso ausreichend ist – muss man die eben öfter mal waschen, kann sie aber auch nicht vergessen, weil man sie ja jeden Morgen anzieht. Was für ein Modell für dich gut ist, entscheidest natürlich wieder du. Die meisten Pilger tragen wohl Trekkinghosen, aber ich persönlich ziehe zum Wandern nur noch Leggings an, da sie saubequem sind und ich mir (trotz dicker Schenkel) in den ganzen Wochen nicht ein einziges Mal einen Wolf gescheuert habe. Da hatte ich mit meiner alten Trekkinghose oft schon nach wenigen Stunden Probleme mit, weil sie nicht so schön eng auf der Haut lag.

4) 3-4 T-Shirts. Notwendig, weil du die Hose mehrere Tage anziehen kannst, in das T-Shirt aber nach einer Tagesetappe am nächsten Morgen vermutlich nicht mehr freiwillig schlüpfen willst. Am besten bunte Farben nehmen: Ganz helle oder sogar weiße Shirts sehen unter den Achseln schnell nicht mehr so lecker aus, ganz dunkle oder schwarze Shirts sind bei starker Sonneneinstrahlung nicht wirklich empfehlenswert. Ich hatte keine speziellen Funktionsshirts dabei, sondern ganz normale (Sport-) T-Shirts aus Baumwolle und Elasthan, die ich auch im Alltag anziehe und in denen ich mich wohlfühle.

5) Fleecejacke. Besser als ein Pullover, auch wenn der notfalls auch geht. Ich musste mir in der Comunidad La Rioja was Neues besorgen, weil mich meine geliebte Fleecejacke ausgerechnet auf dem Jakobsweg nach über 6 gemeinsamen Jahren im Stich gelassen hat und dem Reißverschluss nicht mehr zu helfen war. Auf jeden Fall ein wärmendes Kleidungsstück, unter dem man aber nicht zu schnell schwitzt, das etwas regenabweisend ist und möglichst schnell trocknet.

6) Nachthemd und Leggings. Je nachdem, was du eben gerne zum Schlafen anziehst. Ich trage eigentlich nichts, konnte in den Schlafsälen ja aber schlecht nackt durch die Gegend rennen. Auch ein Paar warme Socken ist sehr zu empfehlen, falls man nachts mal kalte Füße bekommt.

7) Unterwäsche. Auch hier habe ich kein großes Trara gemacht, denn mal ehrlich: Es ist auch nur Unterwäsche. Ich hatte ca. 5 String-Tangas dabei (die wiegen ja nun wirklich nichts), außerdem 2 qualitativ hochwertige Sport-BHs, wovon ich einen meist tagsüber zum Wandern und den anderen abends nach dem Duschen angezogen habe. Außerdem hatte ich eine 50er-Packung Slipeinlagen in mein kleines Packsäckchen von Tatonka gestopft – die weiblichen Leser hier werden wohl wissen, wie unangenehm das sonst schnell werden kann… Da wären wir aber auch schon beim nächsten Punkt:

8) Packsäckchen. Das einzige „Gadget“, das ich seit 2011 immer dabei habe und auch nie mehr weglassen würde, denn es ist wirklich Gold wert, wenn man ein bisschen Ordnung in den Rucksack bringen kann und nicht ständig das Gefühl hat, man wühle in einem Wäschekorb herum. Das Flachbeutel-Set von Tatonka für wenig Geld war schon damals eine super Investition.

9) Ein zweites Paar Schuhe. Wenn du am Nachmittag oder Abend deine Wanderung des Tages beendet hast, wirst du froh sein, wenn du nicht noch einmal in gleichen Schuhe musst, die du schon vor der Dusche getragen hast. In meinem Fall war das ein weiteres Paar Flip Flops, besser kann man kein Gewicht sparen, haha.

10) Ein schlichtes Freizeitkleid. Kann natürlich auch einfach eine dünne Hose mit passendem Oberteil sein. Hauptsache, du hast eben irgendetwas dabei, mit dem du dich auch spontan dazu entscheiden kannst, in eine etwas schickere Bar oder ein Restaurant zu gehen, in dem man besser nicht mit Wanderhose und dicken Boots aufläuft. Auch nicht 100%ig notwendig, aber es gibt einem eben schon ein besseres Gefühl, wenn man nicht zu jeder Tages- und Nachtzeit in seinem Pilgeroutfit durch die Gegend läuft.

Hygieneartikel:

1) Reisehandtuch aus Mikrofaser. Nummer 2 der Dinge, die ich schon seit meiner ersten großen Reise immer dabei habe und die immer noch top in Schuss sind. Theoretisch reicht eins, ich persönlich habe immer zwei Exemplare dabei, da ich mich nach dem Duschen gerne in Ruhe fertig mache und meine Haare einwickele. In meinem Gepäck befinden sich daher zwei Reisehandtücher der Marke Packtowl (Größe S und Größe L) – auch wenn du gern Gewicht sparen willst, würde ich dir zumindest dazu raten, nicht die allerkleinste Größe zu nehmen. Normale Handtücher kommen nicht in Frage: zu schwer, zu groß, langsam trocknend. Die Reisehandtücher sind total schnell wieder trocken und du kannst sie sogar mit einem Clip am Rucksack befestigen, damit sie gegebenenfalls noch während der Wanderung trocknen.

2) Kulturbeutel zum Aufhängen. Wenn es dir nichts ausmacht, deine Sachen irgendwo abzustellen, reicht auch ein Plastikbeutelchen oder Ähnliches. Ich weiß den Luxus aber durchaus zu schätzen, dass man eine kleine Tasche mit verschiedenen Fächern für die Ordnung hat, die man an einem Haken oder an der Tür aufhängen kann – auch wenn die hygienischen Bedingungen mal fragwürdig sein sollten. Auch hier schwöre ich auf Deuter, von denen es Wash Bags und Wash Centers in verschiedenen Größen und Farben gibt.

3) Zahnbürste und Zahnpasta. Von der Zahnpasta hatte ich zwei kleine Reisetuben dabei. Natürlich, man kann auch später nachkaufen, aber die paar Gramm waren mir egal und ich bin kein großer Fan davon, Dinge wegzuschmeißen – und das wäre passiert, denn in Spanien gibt es keine Reisegrößen zu kaufen (außer in vereinzelten Pilger-Stores, wo man dann mindestens das Fünffache zahlt wie zu Hause im Drogeriemarkt) und bei Zahnpasta kann man auch schlecht teilen, da sich das Zeug ja nicht sonderlich gut in eine andere Tube drücken lässt. Zwei kleine Tuben waren auf jeden Fall ausreichend für den ganzen Weg.

4) Seifendose. Habe ich immer dabei, die Dose wird regelmäßig aufgefüllt mit einer Körperseife und einem festen Bio-Shampoo aus der Rosenrot-Naturkosmetik-Manufaktur. Wiegt nicht viel, kann nicht auslaufen und ist sehr ergiebig (eine Seife hält bei mir etwa 2 Monate, ein Shampoo-Bit von 30 g bei langen Haaren und täglicher Wäsche einen Monat, weitere Pflegeprodukte wie Conditioner etc. brauche ich seitdem nicht mehr). Die Körperseife habe ich zwischendurch, wenn es keine Waschmaschine gab, auch problemlos für die Handwäsche benutzen können. Nicht zu vergessen: Eignet sich auch als Rasierschaum, wodurch ich nur noch einen Rasierer und eine Ersatzklinge (große Empfehlung für den Gillette Venus Embrace Sensitive) dabei hatte.

5) Haarbürste. Da mir die meisten faltbaren Reisebürsten zu wackelig sind und vermutlich nicht von langer Lebensdauer wären, habe ich mir bei dm einfach eine ganz kleine Bürste gekauft, die nicht viel wiegt, aber ihren Zweck erfüllt.

6) Menstruationstasse. Seit ich sie habe, schwöre ich darauf, da sie nicht nur unglaublich praktisch und ökologisch ist, sondern auch fast nichts wiegt, keinen Platz wegnimmt und auf Dauer deutlich billiger ist. Ich hatte trotzdem noch ganze 2 Tampons dabei, da ich die bei einer „plötzlichen Überraschung“ mitten auf dem Camino auch ohne Sichtschutz in Form eines Busches schnell und diskret benutzen kann. Für diesen und andere Fälle der Fälle habe ich außerdem immer ein kleines Desinfektionsgel, ein paar Mini-Müllbeutel und eine Packung Taschentücher dabei.

7) Nützlicher Kleinkrams. In meinem Fall eine Nagelschere, eine Nagelfeile, eine Pinzette, ein kleines Nähset, Zopfgummis, Wattepads, Pflaster und eine Rolle Sporttape zum Abkleben. Ich komme mit Ohrstöpseln nicht klar, aber wenn du die in deinem Gehörgang verträgst, solltest du unbedingt welche einpacken, sonst macht es die Nachtruhe nicht gerade einfach.

Unterlagen und Sonstiges:

1) Portemonnaie. Ich habe mir ein ganz kleines von Fossil gekauft, da ich die Qualität und die Optik sehr schätze und ich mich richtig gefreut habe, als ich festgestellt habe, dass die auch so Mini-Geldbeutel im Sortiment haben. Was da rein kommt? Bargeld, Personalausweis, Kreditkarte und EC-Karte für den Notfall, Versichertenkarte (im Normalfall brauchst du für den Weg nicht so lange, dass du eine Extra-Langzeitkrankenversicherung für das Ausland brauchst).

2) Pilgerausweis. Den kannst du dir entweder schon vor der Abreise zuschicken lassen oder vor Ort in den Pilgerbüros oder in den Herbergen für 2 Euro erwerben.

3) Handy und Ladekabel. Einen Adapter brauchst du für Frankreich und Spanien nicht, von daher reicht hier das „ganz normale“ Equipment.

Jakobsweg Packliste – Was du zu Hause lassen kannst

Machen wir es kurz: Alles, was nicht oben in der Aufzählung steht. Natürlich gibt es aber trotzdem noch ein paar andere Gegenstände, die man unter gewissen Umständen dennoch in Betracht ziehen sollte. Ich zähle diese hier mal auf und schreibe auch gleich dazu, warum du sie aber meiner Meinung nach nicht zwingend brauchst.

1) Reiseführer. Sicher hilfreich, um sich einen groben Überblick zu verschaffen. Aber: Den Camino Francés kann man quasi nicht verfehlen und es gibt faktisch keine „Notfallmomente“, in denen dir ein Reiseführer eine Hilfe sein würde. Die Infrastruktur auf dem Camino Francés ist so krass ausgebaut, dass ein Wanderführer fast schon komplett überflüssig ist. Man geht halt so jeden Tag seinen Weg. In Saint-Jean-Pied-de-Port bekommt man im Pilgerbüro außerdem 3-4 DIN A4 Seiten mit allen Herbergen und Höhenprofilen. Mehr braucht man nicht.

2) Mehr Klamotten, mehr Kosmetik. Nein, der Jakobsweg ist kein Schönheitswettbewerb und wenn du in der Herberge jeden Morgen ewig vor dem Spiegel stehst, kann ich dir Brief und Siegel darauf geben, dass du ziemlich schräg angeguckt wirst. Ganz ohne Kosmetik bin ich auch nicht gestartet, aber in meinem Gepäck waren nur eine getönte Tagescreme mit Lichtschutzfaktor, eine Wimperntusche und ein kleines Döschen Kokosöl zum Abschminken.

3) Regenkleidung. Mein Motto: Was nass wird, wird auch wieder trocken. Wenn wir mal ehrlich sind ist es sowieso ziemlich kacke, wenn es den ganzen Tag schüttet, das macht dann nicht wirklich Spaß. Während meines Caminos hat es nur einmal (ausgerechnet bei der Pyrenäenüberquerung) so heftig geregnet, dass eine Regenjacke vielleicht gut gewesen wäre, aber grundsätzlich achte ich einfach darauf, dass mein Gepäck nicht nass wird – alles andere trocknet halt wieder.

4) Schlafsack. In den meisten Herbergen gibt es ein dünnes Laken und dicke Wolldecken. Auch wenn das angeblich so gefährlich ist: Ich hatte auf dem ganzen Weg nicht ein einziges Mal Probleme mit Bettwanzen und habe mich auch nie geekelt, in den Betten zu schlafen. In einigen wenigen Herbergen konnte ich leider keine dicke Decke bekommen – diese 2 oder 3 Nächte habe ich mich dann einfach in Leggings, Kuschelsocken und meine Fleecejacke gepackt, geht auch.

5) Blasenpflaster, Medikamente und so weiter. Was du täglich brauchst und nicht entbehrlich ist, weißt du sicher selbst. Alles andere bekommt man überall auf dem Camino, weil es fast in jedem noch so kleinen Städtchen eine Apotheke gibt, die auf Pilger eingestellt ist. Außerdem stehen entlang des Weges an manchen Stellen sogar Automaten mit Blasenpflastern und Co., im Notfall kann dir auch sicher einer der vielen anderen Pilger aushelfen. Das Einzige, was ich im Rucksack hatte, waren ein Blister Schmerztabletten und eine Tube Salbe gegen Pilzinfektionen, weil das bei Gemeinschaftsbädern und feuchtem Wetter erfahrungsgemäß schnell passiert ist und das dann auch nicht lange warten kann, ohne dass frau verrückt wird.

6) Sonnencreme und Kopfbedeckung. Wenn du da sehr empfindlich bist, solltest du auf jeden Fall beides einpacken. Ich habe da aber kaum Probleme, bekomme an den Armen nur sehr schwer einen Sonnenbrand, habe meine Haare im Nacken, Klamotten am Körper und benutze eine Gesichtscreme mit geringem Lichtschutzfaktor. Gleiches gilt für Deo: ist natürlich angenehmer, aber für viele sicher kein Muss, denn dass man schwitzt, ist ja für niemanden auf dem Weg eine Überraschung und nach der Ankunft geht man eh duschen.

7) Taschenlampe. Am besten sogar eine Stirnlampe. Nee, ganz ehrlich, ein Handy mit Taschenlampe tut es auch, hat ja im Prinzip jedes halbwegs moderne Smartphone. Wenn du jeden Tag bei Dunkelheit losgehen möchtest, wäre eine Taschenlampe vielleicht nicht schlecht, aber auch in dem Fall habe ich oft das Handy genommen – und in der Herberge reicht es sowieso vollkommen aus.

8) Kamera und Zubehör. Okay, vielleicht wenn du ein leidenschaftlicher Fotograf bist. Ansonsten reicht aber auch hier definitiv ein Smartphone, bei vielen Fotos merkt man (wenn man nicht gerade auf Profi-Niveau fotografiert) sowieso kaum noch einen Unterschied, weil die Handykameras mittlerweile so gut sind. Mich hat das Huawei P10 auf meinem Jakobsweg begleitet und bei halbwegs ordentlichen Lichtverhältnissen sind immer sehr schöne Fotos entstanden.

9) Laptop und Zubehör oder e-Reader. Ein Lesegerät oder auch ein „echtes“ Buch fällt da in die Kategorie Camino-Luxus, der für den ein oder anderen sicher wichtig ist. Trotzdem wird dir auch ohne solche Bespaßung sicher nicht langweilig, denn mit Duschen, Siesta, Einkaufen, Kochen, Waschen, Sightseeing und dem ein oder anderen Plausch mit Mitpilgern ist der Tag meist schon gut ausgefüllt. Das Laptop solltest du auf jeden Fall zu Hause lassen – es sei denn, du musst (wie ich) eben zwischendurch mal arbeiten.

10) Wanderstöcke. Viele schwören drauf, mich behindern sie einfach nur. Ich hätte sie höchstens bei Abstieg von den Pyrenäen und den Montes de León überhaupt als sinnvoll erachtet, aber auch da braucht man nicht wirklich eine Unterstützung, wenn man ein bisschen auf seine Schritte achtet. An den meisten Stellen ist der Jakobsweg ein ganz normaler Weg. Und zum Spazierengehen nimmst du ja auch keine Stöcke mit, oder?

11) Tüte für Schmutzwäsche. Unnötig, weil die meisten guten Rucksäcke am unteren Ende ein Schuhfach haben, in das man die schmutzige Wäsche einfach stopfen kann, ohne dass die restliche Wäsche kontaminiert wird. Wenn du trotzdem eine Extra-Tüte mitnehmen möchtest, nimm auch dafür bitte einen Packbeutel oder Ähnliches. Wenn du eine knisternde Plastiktüte mitnimmst und damit im Schlafsaal Krach machst, wirst du bei den anderen Pilgern ganz sicher in Ungnade fallen…

12) Wäscheleine. In den meisten Herbergen am Camino Francés gibt es Waschmaschine und Trockner oder zumindest einen Wäscheständer oder eine -leine. Sollte dies nicht der Fall sein, geht die Welt ohne Wäscheleine auch nicht unter, denn du hast ja eh nicht viele Klamotten dabei – die kann man dann auch über die Sprossen des Etagenbettes oder über einen Stuhl hängen.

 

Auf was könntest du auf dem Jakobsweg nicht verzichten?

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