Restaurants in San Cristóbal de las Casas sind an sich schnell gefunden, denn in der gesamten historischen Altstadt reiht sich ein Restaurant an das nächste. Es gibt bei der Sache nur einen einzigen Haken: die Hygiene. Damit hat der gesamte Bundesstaat Chiapas ein echtes Problem und wir waren froh, wenn es uns ausnahmsweise magentechnisch mal gut ging und wir nicht ständig zur Toilette rennen mussten. Damit du das von Anfang an so gut es geht vermeiden kannst, gebe ich dir hier mal ein paar Tipps zur Verdorbener-Magen-Prophylaxe und verrate dir, in welchen Restaurants du problemlos essen gehen kannst.

Über anderthalb Monate waren wir schon in Mexiko unterwegs und haben die gesamte Yucatán-Halbinsel durchquert. Ohne Magenprobleme. Dann kam San Cristóbal. Ganz ehrlich: Für uns ist das Problem mit der Hygiene der Grund, wieso wir ganz sicher nie, nie wieder für mehr als ein paar Tage dorthin zurückkehren werden. Es hat gerade einmal drei Tage gedauert, da war Simon schon krank – als er durch war, ging es bei mir los. Eigentlich gab es in einem ganzem Monat nicht einen einzigen Tag, an dem es uns mal beiden gleichzeitig gut ging. Selbst die Lehrer an unserer Sprachschule hatten immer mal wieder Magenprobleme und wenn man den Gerüchten trauen mag, hat auch bisher nicht nur ein Schüler seinen Kurs abgebrochen, weil er die Stadt genau aus diesen Gründen schleunigst wieder verlassen wollte.

Das klingt nicht gerade so, als müsstest du San Cristóbal de las Casas besuchen, aber die Stadt und auch die Ausflugsziele in der Umgebung sind so lohnenswert, dass du zumindest mal vorbeischauen musst. Und wenn man weiß, was einen erwartet, kann man ja auch entsprechend noch mehr Vorsicht walten lassen. Das muss auch sein, denn andere Reisende haben die Stadt hygienetechnisch bezüglich der Nahrungsaufnahme sogar schon mit Indien verglichen – und auch ich hatte noch nie so schlimme Probleme mit dem Magen. Und das, obwohl es mir beispielsweise in Marokko auch oft ziemlich mies ging.

Hygiene Tipps San Cristóbal de las Casas

Die Standard-Weisheit auf Reisen „cook it, boil it, peel it or leave it“ hatten wir auf unserer Reise über die Yucatán-Halbinsel ziemlich vernachlässigt, denn uns ging es die ganze Zeit lang gut. Auch in Palenque war noch alles in Ordnung. In San Cristóbal hingegen wurden wir innerhalb kürzester Zeit zu totalen Hygiene-Hypochondern – und auch das hat nicht immer den gewünschten Effekt gebracht. Hier also unsere Tipps, um die Stadt möglichst unbeschadet zu überleben:

  • Leitungswasser am besten nicht mal angucken, sondern direkt einen großen Kanister Wasser kaufen und nach Hause schleppen. Auf keinen Fall zum Zähneputzen verwenden, auch beim Duschen drauf achten, dass man nichts schluckt. Ich meine das ernst. Und nein, ich habe das bisher noch nirgends gemacht, in San Cristóbal aber schon. Mach es wie die Einwohner und nimm selbst zum Teekochen, für das Nudelwasser und für wirklich ALLES Flaschenwasser.
  • Besondere Vorsicht walten lassen, wenn das Wetter umschwingt. In San Cristóbal kommt es häufig zu heftigen Regenschauern und Gewittern, die auch mal über Stunden andauern können. Dann ist das mit der Wasserversorgung noch schlimmer. Einige Einwohner sind sogar der festen Überzeugung, das Desaster hänge dann direkt in der Luft und mache alle krank.
  • Nicht selbst kochen! Wir hatten extra eine hübsche Airbnb-Wohnung mit Küche gemietet, sind aber schnell dazu übergegangen, fast ausschließlich in ordentlichen Restaurants essen zu gehen. Außer bei Spaghetti mit (nicht frischer) Tomatensauce. Auch wenn wir das Gemüse immer gut gekocht haben, hat es uns oft innerhalb von einer Stunde auf den Porzellanthron verbannt. Liegt angeblich daran, dass die Felder häufig mit dem teils stark verseuchten Wasser bewässert werden… Deswegen würde ich jetzt auch nicht empfehlen, auf dem Markt einkaufen zu gehen – obwohl man dieses unglaubliche Labyrinth zumindest mal gesehen haben sollte.

Essen gehen in San Cristóbal de las Casas

Die Stadt hat wirklich unzählige Restaurants und wir haben in dem einen Monat unglaublich viele davon ausprobiert und waren in einigen auch mehrfach. Hier möchte ich dir daher meine/unsere Favoriten vorstellen, bei denen wir immer gut und (für europäische Verhältnisse) sehr günstig gegessen und uns auch nie den Magen verdorben haben. Die Preise liegen bei allen vorgeschlagenen Restaurants bei 100-200 Pesos pro Hauptgericht (etwa 4-8 Euro).

Mexikanisch essen in San Cristóbal de las Casas

Unser Highlight ist das La Lupe, vor dem Mexikanerinnen in traditioneller Kleidung potenzielle Gäste auf die knallbunten Stühle bekommen wollen. Hier essen aber nicht nur Ausländer, sondern auch viele Einheimische, die das Ambiente und die leckeren Speisen zu schätzen wissen. Auch als Vegetarier findet man hier eine Auswahl an mehreren traditionellen Gerichten (für die vegetarischen Fajitas und Burritos könnte ich sterben…) und man kann sich kostenlos an einem riesigen Salsa-Buffet bedienen.

Außerdem sehr empfehlenswert: das El Tacoleto, wo man von den Kellnern fast schon so umsorgt wird, als wäre man in einem Sterne-Restaurant gelandet. Hier gibt es Klassiker wie Tacos, Quesadillas und Co. in verschiedenen Varianten (auch vegetarisch), aber ohne das Risiko, sich den Magen zu verderben. Was Simon in anderen Taco-Läden oder an Straßen-Ständen nicht nur einmal passiert ist… Für Vegetarier nicht wirklich geeignet, dafür aber von Simon zu seinem persönlichen Favoriten erklärt worden: das El Mercadito, wo man traditionelle Gerichte nach Hausfrauenart aus großen Töpfen bekommt und „wie bei Mama“ essen kann.

Zum Schluss in dieser Kategorie noch ein Geheimtipp, für den es sich absolut lohnt, das Zentrum zu verlassen: Das Fischrestaurant Albatros bietet nicht nur ein sehr herzliches und familiäres Ambiente und liebenswerten Service, sondern vor allem unglaublich gute Fischgerichte wie Filet mit frischer Mango oder mit Fisch oder Shrimps gefüllte Ananas. Einfach nur genial!

Italienisch essen in San Cristóbal de las Casas

Im Zentrum von San Cristóbal gibt es einige italienische Restaurants, von denen auch wirklich viele sehr gut aussehen. Wir sind an einem der ersten Abende zufällig im La Vera Napoli, welches im Internet komischerweise auch oft La Bella Napoli heißt. Keine Ahnung, warum genau das so ist, vielleicht aber schlicht und einfach, damit man den Laden bloß nicht mit dem Restaurant Napoli verwechselt, welches nur ein paar Türen weiter liegt. Im La Vera Napoli waren wir auf jeden Fall häufiger für die echt gute Steinofenpizza zu Gast, die es mit Pizzen aus Italien locker aufnehmen kann.

Auch wenn die Pizza nicht ganz so gut ist wie im La Vera Napoli, möchte ich noch das Kinoki empfehlen, zu dem eine Treppe führt, die sich hinter einer kleinen Tür in der Seitenstraße der Real de Guadalupe versteckt. Das Kinoki ist ein Kulturzentrum, das sehr gemütlich eingerichtet ist und in dem regelmäßig verschiedene Veranstaltungen stattfinden. Neben Pizza stehen auch unterschiedliche Nudelgerichte und vieles mehr auf der Speisekarte und in der netten Atmosphäre treffen sich Einheimische und Touristen aus aller Welt.

Asiatisch essen in San Cristóbal de las Casas

Mein persönlicher Favorit in ganz San Cristóbal ist das koreanische Restaurant Teddy’s Coffee Factory. Hier habe auch ich als Vegetarierin so viele leckere und abwechslungsreiche Gerichte gefunden, dass wir von mir aus jeden Abend hier hätten essen können (Simon war da nicht so ganz meiner Meinung, wobei es ihm auch sehr gut geschmeckt hat). Leckere Raviolis, Sushi-Platten mit Pfirsichsauce, Nudelsuppen… Ein Traum, da ist doch dann sogar in Mexiko eine Art Fernweh aufgekommen, das ganz dringend nach einer baldigen Reise nach Asien verlangt, haha.

Wer Lust auf Chinesisch hat, wird in der Innenstadt nicht so leicht fündig, dafür gibt es aber westlich der Stadt beim Chedraui-Supermarkt eine Reihe von chinesischen Imbissen, von denen wir das Yong Feng mit riesigen Portionen und sehr günstigen Preisen empfehlen können. In der Auslage ist per se erst einmal nichts vegetarisch, auf Nachfrage habe ich aber Nudeln mit Gemüse und Reis mit süß-saurer Sauce bekommen. Fleischfresser dürften sich hier bei der Menge an Fleisch auf jeden Fall wie im Schlaraffenland fühlen.

Vegetarisch essen in San Cristóbal de las Casas

Was weiß man, wenn man die Tür von einem Restaurant öffnet und viele Europäer in Hippie-Stoffhosen und mit Jutebeuteln sieht, die im Schneidersitz auf ihren Stühlen sitzen? Richtig, man ist in einem vegetarischen Laden gelandet, haha. Genau das war auch der Grund, wieso es uns ins Te Quiero Verde gezogen hat. Alle Speisen sind rein vegetarisch, viele sogar vegan – wenn man mal keine Lust mehr auf Tacos, Tortas etc. hat, hat man hier prima Couscous, Salate, Suppen und vieles mehr essen.

Sehr gute Suppen bekommt man auch im El Caldero, einem Restaurant, das fast ausschließlich Suppen und Eintöpfe auf der Karte hat. Die meisten davon beinhalten zwar Fleisch, Fisch oder Meeresfrüchte, aber die vegetarischen Varianten sind echt lecker und können je nach Belieben mit Limettensaft, Koriander, Zwiebeln und so weiter abgeschmeckt werden.

Arabisch essen in San Cristóbal de las Casas

Nicht arabisch, sondern eher „nahöstlich“ ist das Falafel, in dem es extrem leckeres Hummus und Falafelbällchen mit frisch gebackenem Pita-Brot gibt. Irgendwie weiß niemand so genau, wann der Laden denn auf hat, denn auch zu offiziellen Öffnungszeiten ist die Tür manchmal noch verschlossen gewesen. Außerdem sollte man Geduld mitbringen, denn der Service war oft hoffnungslos überfordert und hat Bestellungen auch gerne mal vergessen. 45 Minuten in einem winzigen Imbiss auf eine Pita-Tasche zu warten, ist eigentlich nicht wirklich akzeptabel, aber in diesem Fall will ich mal eine Ausnahme machen und behaupten, es hat sich trotzdem gelohnt.

Außerdem mussten wir natürlich unbedingt das libanesische Restaurant Arez testen, denn die libanesische Küche gehört zu unseren absoluten Lieblingen. Wir hatten uns bis kurz vor unserer Abreise gescheut, denn der Laden ist eigentlich immer komplett leer und der Besitzer sitzt shisha-rauchend mit seinem Laptop im Eingangsbereich und sieht nicht wirklich so aus, als würde er Gäste haben wollen. Wie dem auch sei: Das Essen war genau so, wie wir es uns erhofft hatten – die libanesische Vorspeisenplatte ist wirklich empfehlenswert und auch die anderen Gerichte hätten wir gerne noch probiert.

Nachtleben in San Cristóbal de las Casas

Du suchst noch nach einer guten Party in San Cristóbal de las Casas? Im Andador Turístico Miguel Hidalgo gibt es abends eine ganze Menge zu erleben. Witzigerweise begegnet man hier sogar kaum ausländischen Touristen, denn die scheinen die Abende größtenteils nicht in Bars und Clubs zu verbringen. Die Bar Estación 1528 ist schon nach kurzer Zeit unsere Stammbar geworden, denn es läuft immer gute Musik, die Hütte ist meist voll, die Getränke sind gut, die Snacks lecker und die Stimmung sensationell. Unser Highlight: Bestell dir beim Kellner mal ohne weitere Nachfragen einen „Sacrificio Maya“ oder einen „Lamborghini“. Alternativ kannst du einfach den ganzen Abend bleiben und warten. Ich bin mir sicher, du weißt, was ich meine, wenn du es siehst.

Zum Feiern gehen eignet sich das Makia besonders, hier wird ein guter Mix aus Musik gespielt und die Stimmung ist ausgelassen. Direkt gegenüber liegt auch das mambo & mojito, das uns sehr gefallen hat – allerdings spielt dort jeden Abend dieselbe Band und es variiert nicht sonderlich, einmal reicht also. In der Real de Guadalupe kann man auch in vielen Bars gut ein Gläschen trinken, unsere Favoriten sind das Panóptico (wegen der guten Cocktails) und das La Viña de Bacco (wegen der Atmosphäre, vor allem für Weintrinker super).

 

Welche Restaurants in San Cristóbal kannst du empfehlen?

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