Jakobsweg Hörbuch: In Flip Flops nach Santiago (37 Etappen)

800 Kilometer sind es von Saint-Jean-Pied-de-Port an der französisch-spanischen Grenze bis nach Santiago de Compostela. In 37 Tagesetappen bin ich durch die Comunidades Navarra, La Rioja, Castilla y León und Galicien gewandert – und habe schon nach der ersten Woche alle Blicke auf mich gezogen, weil ich mein Schuhwerk kurzerhand gegen meine Flip Flops getauscht und mich Kilometer für Kilometer durch die spanische Landschaft gekämpft habe. Während diesem bisher anspruchsvollsten Abenteuer meines Lebens sind in fünfeinhalb Wochen nicht nur einmal die Tränen geflossen.

Nicht nur einmal habe ich daran gedacht, alles hinzuschmeißen. Aber dann waren da auch die schönen Momente und die wundervollen Bekanntschaften. Und ich habe es geschafft. 800 Kilometer weit haben mich meine Füße bis in Spaniens Westen getragen – und das, obwohl mir fast alle, die ich getroffen habe, wegen meiner Gummilatschen den totalen Wahnsinn attestiert haben. Alle Texte zu meiner Pilgerschaft findest du hier, außerdem gibt es das Hörbuch mit Fotos auch auf YouTube.

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Jakobsweg Hörbuch: Einzelne Etappen streamen

Etappe 1: Von Saint-Jean-Pied-de-Port nach Roncesvalles

Aber mir ist mittlerweile alles egal. Ich ziehe mir trockene Klamotten an, rolle mich auf meinem drahtigen Stockbett ein und starre die Wand an. Schlimmer kann es sicher nicht werden.

 

Etappe 2: Von Roncesvalles nach Zubiri

Ich fühle mich wie ein Weichei, weil ich kaum noch von meinem Etagenbett klettern kann. Als ich im Supermarkt aber nicht die Einzige bin, die sich nicht mehr bis zum unteren Regal bücken kann, geht es mir schon bedeutend besser.

 

Etappe 3: Von Zubiri nach Pamplona

Meist ist es aber eher so, dass ich umgeben von vielen anderen Pilgern bin. Nach dem dritten Tag kennt fast die ganze Pilgergemeinschaft das Kuschelhippo und jeder erkennt mich aus der Ferne. Ständig werde ich nach dem Hintergrund gefragt und erzähle stolz, dass Candy mich schon seit Ewigkeiten um die ganze Welt begleitet und ein Geschenk meines Mannes gewesen ist, als ich fünfzehn war.

 

Etappe 4: Von Pamplona nach Cizur Menor

Die eigentlich lächerlichen 5 Kilometer nach Cizur Menor ziehen sich endlos – was nicht nur an den stechenden Schmerzen in meinem Knie liegt, sondern auch an dem echt hässlichen Industriegebiet neben Pamplona. Zwischendurch muss ich stehenbleiben und tief durchatmen: Trotz meiner neuen Schiene am Bein tut jeder Schritt weh und ich wimmere leise vor mich hin.

 

Etappe 5: Von Cizur Menor nach Puente la Reina

Besonders amüsant: Neben Getränkeautomaten steht an der Herberge doch tatsächlich ein Apotheken-Automat, an dem man sich mit Blasenpflastern, Salben und Co. eindecken kann. Ich bin übrigens immer noch der Meinung, dass der Jakobsweg insgeheim von Compeed gesponsert wird.

 

Etappe 6: Von Puente la Reina nach Estella-Lizarra

Ich trotte vor mich hin und bin mittlerweile taub vor Schmerzen. Mit jedem Schritt fühlt es sich an, als würde mir jemand ein Messer durch die Kniescheibe rammen. Ob es wohl überhaupt gut ist, trotzdem weiterzugehen? Aber was soll ich anderes machen, schließlich befinde ich mich mitten im Nichts und habe mir geschworen, auf keine anderen Transportmittel als meine Füße zurückzugreifen – entweder ich mache diesen Weg richtig oder eben gar nicht.

 

Etappe 7: Von Estella-Lizarra nach Los Arcos

Es ist mir total unangenehm, dass ich wegen meiner Flip Flops ständig in den Fokus eines jeden Gespräches gerückt werde. Klar, ich falle damit in der Tat auf wie ein bunter Vogel. Aber ich hatte eigentlich gedacht, dass ich – wie immer – einfach mein Ding mache. Und nicht, dass der gesamte Pilgerstrom ständig fragen würde, ob bei mir alles okay sei.

 

Etappe 8: Von Los Arcos nach Viana

Leider finde ich keine Decken, also richte ich mich innerlich schon einmal darauf ein, mal wieder in Leggings, Socken und… Ach shit. Mir fällt ein, dass am Morgen der Reißverschluss meiner geliebten Fleecejacke kaputtgegangen ist. Nach so vielen gemeinsamen Jahren wird mir das blöde Ding ausgerechnet jetzt abtrünnig. Nun gut, dann wird es nachts eben mal wieder etwas kalt, passiert.

 

Etappe 9: Von Viana nach Logroño

Noch bevor ich den ersten Streetwear-Laden für ein neues wärmendes Kleidungsstück aka eine neue Fleecejacke betreten habe, nervt mich meine schwedische Bekanntschaft schon zu Tode. Ich komme gar nicht dazu, selbst etwas zu sagen, denn es sprudeln so viele Fragen aus ihr heraus, dass ich mich wie in einem Kreuzverhör fühle.

 

Etappe 10: Von Logroño nach Nájera

Der Weg raus aus der Stadt ist dank der guten Kennzeichnung ausgesprochen einfach. Theoretisch. Mir persönlich fällt es unglaublich schwer, denn ich bin missmutig wie lange nicht. Ich trotte vorbei an Karaoke-Bars, Pubs und Clubs. Es ist Freitag, das Wochenende steht bevor. Warum bleibe ich eigentlich nicht einfach hier? Trinke mir ein paar Whisky, gehe feiern und genieße das Leben? Warum zur Hölle tue ich mir das jeden Tag an und leide mehr oder weniger still vor mich hin?

 

Etappe 11: Von Nájera nach Santo Domingo de la Calzada

Nachdem die Sonne aufgegangen ist, gleitet mein Blick pausenlos über die Landschaft. Der Himmel ist blau und mit dicken, weißen Schäfchenwolken behangen. Die Sonne bringt die Felder entlang des Jakobswegs zum Funkeln und der Camino scheint sich seine eigene Farbpalette mischen zu wollen.

 

Etappe 12: Von Santo Domingo de la Calzada nach Belorado

Irgendwie schwingt immer die Unterstellung mit, dass ich den Jakobsweg nicht ernst nehme. Und es tun alle so, als wäre ich das Naivchen, das gerade erst gestartet ist und nach einem Tag sicher schon abbrechen muss. Neben den ganzen perfekt ausgestatteten Pilgern, die sich perfekt auf Plakatwerbung für Outdoor-Läden machen würde, bilde ich das untere Ende der Nahrungskette.

 

Etappe 13: Von Belorado nach Villafranca Montes de Oca

So ergab eins das andere und ein paar Minuten später stapfen wir bei Dunkelheit gemeinsam über den Camino und unterhalten uns innerhalb kürzester Zeit so, als würden wir uns schon ewig kennen. Es ist immer wieder faszinierend, wie ehrlich die Menschen auf dem Jakobsweg sind. Man redet über Gott und die Welt, über Probleme (die sonst kaum einer kennt), über wichtige Fragen und den Sinn des Lebens.

 

Etappe 14: Von Villafranca Montes de Oca nach Agés

Nicht nur die Komfortgrenze hat sich auf dem Jakobsweg heftigst verschoben: Die Ekelgrenze hat fleißig mitgemacht. Mittlerweile habe ich an meinen und fremden Füßen so viele offene Wunden gesehen – mich schockt so schnell nichts mehr.

 

Etappe 15: Von Agés nach Burgos

Gefühlte Ewigkeiten wandern wir über staubige Schotterwege und es gibt nichts, was auch nur im Geringsten Schatten spenden könnte. Das stört mich zwar nicht weiter, aber mit einem Mal ist es so heiß geworden, dass unsere Wasserreserven aufgebraucht sind und ich den letzten Schluck aus meiner Flasche brüderlich mit meiner Begleitung teile. Die Sonne brennt und die Landschaft sieht aus wie aus einem postapokalyptischen Katastrophenfilm.

 

Etappe 16: Von Burgos nach Hornillos del Camino

Nach drei Nächten im schieren Luxus sind wir nicht sonderlich erpicht darauf, unseren neugewonnenen Komfort gegen Bunk Beds in großen Schlafsälen einzutauschen. Wir sind nun schon zwei, die sich die Frage stellen, wieso man sich so eine wochenlange Wanderung antut, obwohl man die Zeit auch irgendwo am Strand verbringen und es sich gutgehen lassen könnte.

 

Etappe 17: Von Hornillos del Camino nach Castrojeriz

Nur wenige Minuten später sind auch die Bunk Beds in den umliegenden Herbergen komplett vergeben. Das gibt es doch gar nicht, es ist doch noch total früh! Wir fragen uns von Tür zu Tür und ich komme mir allmählich vor wie Maria in der Weihnachtsgeschichte – okay, ich bin nicht schwanger und habe auch keinen Esel, aber du weißt, was ich meine.

 

Etappe 18: Von Castrojeriz nach Boadillo del Camino

Jeder Schritt ist eine Qual und Steve merkt sofort, dass irgendetwas gar nicht stimmt, denn ich bin komplett verstummt und kneife die Lippen vor Schmerz zusammen. Ich versuche, alles um mich herum auszublenden, mich einfach immer nur auf die nächsten Meter zu konzentrieren und gehe trotzdem so gebuckelt, dass selbst ein Blinder sehen würde, dass es mir ganz und gar nicht gutgeht.

 

Etappe 19: Von Boadillo del Camino nach Carrión de los Condes

Nun bin ich eigentlich gut ausgeschlafen, denn die Nacht in dem großen Schlafsaal war recht ruhig. Abgesehen davon, dass das angrenzende Badezimmer so hellhörig ist und jedes Geräusch so laut durch den Raum hallt, dass ich bis spät in die Nacht noch in den akustischen Genuss von vielen verschiedenen Verdauungsproblemen meiner Mitbewohner komme und sogar die Konsistenz anhand der Bristol-Stuhlformen-Skala erahnen kann.

 

Etappe 20: Von Carrión de los Condes nach Ledigos

Wir sitzen eine Weile völlig tiefenentspannt auf unseren Plastikstühlen und Steve versucht, mit seinem Stuhl den größtmöglichen Schattenplatz zu finden. Irgendwie sagt ihm das gerade alles nicht wirklich zu und er grummelt vor sich hin. Ich sage erstmal nichts dazu und hebe nur eine Augenbraue. Er merkt selbst, dass er sich gerade unnötig stresst und meint nur trocken „Oje, ich bin schon wieder zu sehr der ‚Grumpy Old Man‘, oder?“

 

Etappe 21: Von Ledigos nach Sahagún

Frustriert und traurig sitze ich in einer Bar vor der Herberge und trinke den ein oder anderen Sangria. Ich weiß, Alkohol ist auch keine Lösung. Aber irgendwie ist mir gerade nach einem kleinen Schwips und ich schreibe ein paar Leuten zu Hause, um mich daran zu erinnern, dass diese aktuelle Einsamkeit kein Dauerzustand sein wird. Auch wenn Simon, Steve und viele andere mich mit Nachrichten zumindest etwas aufheitern können, fühle ich mich so einsam, dass ich mich am liebsten einfach nur auf meinem Bett einrollen und weinen möchte.

 

Etappe 22: Von Sahagún nach El Burgo Ranero

Auf dem Weg frühstücke ich ein durchschnittliches Schokocroissant und einen unterdurchschnittlichen Orangensaft – und kann es kaum glauben, dass ich trotz aller Widrigkeiten deutlich besser drauf bin als noch am Tag zuvor.

 

Etappe 23: Von El Burgo Ranero nach Mansilla de las Mulas

Irgendwann mitten in der Nacht habe ich sogar gehört, wie mehrere Leidensgenossen besagten Herrn geweckt haben, um ihren Unmut über dessen Nasennebenhöhlenproblematik zu äußern. Hat nichts gebracht. Aber naja, zumindest einer konnte offensichtlich schlafen wie ein Baby.

 

Etappe 24: Von Mansilla de las Mulas nach La Virgen del Camino

Ich bleibe wie angewurzelt stehen und muss heulen. Wie aus dem Nichts kullern ein paar Tränchen über meine Wangen. Warum genau ich so emotional reagiere, weiß ich auch nicht wirklich. Aber es ist ein krasses Gefühl zu wissen, dass man bereits so viele Kilometer gegangen ist. Für mich war León von Anfang an irgendwie eine magische Grenze und ich hatte mir eingeredet „Wenn du es bis dahin schaffst, dann schaffst du auch noch locker den Rest“.

 

Etappe 25: Von La Virgen del Camino nach Hospital de Órbigo

Schon bevor ich mich umgedreht habe, dämmert mir, wer da gerade mit mir spricht. Ein ziemlich gruseliger Amerikaner höheren Alters erscheint mir seit ein paar Tagen immer mal wieder – für meinen Geschmack viel zu oft, denn in den letzten Nächten ist er rein zufällig immer in meiner Herberge aufgekreuzt und macht mir schmierige Komplimente.

 

Etappe 26: Von Hospital de Órbigo nach Murias de Rechivaldo

Den Füßen geht es super, mein Rücken fühlt sich gestärkt und ich habe eine unbändige Energie. Bilde ich mir das alles nur ein oder liegt es eventuell sogar wirklich an dem Hokuspokus vom Vortag? Letztendlich ist es ja auch egal. Jetzt, wo ich endlich mal alleine bin, lasse ich meiner übermäßig guten Laune freien Lauf und trällere vor mich hin, was die Stimmbänder hergeben.

 

Etappe 27: Von Murias de Rechivaldo nach El Acebo

Ich kann es gar nicht so wirklich glauben, dass ich 35 Kilometer an einem einzigen Tag geschafft habe. Und das auch noch über den Berg, vor dem ich mich fast so sehr gefürchtet hatte wie vor den Pyrenäen. […] Aber was soll ich sagen… Irgendwie entfesselt der Camino mittlerweile ungeahnte Stärken in mir und ich liebe es, über meine Grenzen hinauszugehen.

 

Etappe 28: Von El Acebo nach Cacabelos

Sowohl er als auch ich machen rein gar nichts anders: Wir gehen den Jakobsweg im gleichen Schuhwerk, kommen gut voran und strotzen vor Energie. Und trotzdem ist er es, der von allen als großer Abenteurer gesehen wird, der den Camino sogar in solch schrecklichem Schuhwerk bezwingen kann. Und ich? Ich bin ganz offensichtlich nach wie vor nur das naive Blondchen, das nicht weiß, was es tut. Das nervt mich wirklich ganz gewaltig.

 

Etappe 29: Von Cacabelos nach La Portela de Valcarce

Für den Bruchteil einer Sekunde denke ich tatsächlich darüber nach, zu der Bar zurückzugehen, um nicht ungewollt die Zeche geprellt zu haben. Andererseits… Ist ja nicht meine Schuld. Und das Croissant war echt eklig… Also egal. Scheiß drauf. Falls Karma wirklich ’ne Bitch ist, habe ich jetzt eben Pech gehabt.

 

Etappe 30: Von La Portela de Valcarce nach La Laguna

Auf halbem Wege zwischen La Faba und O Cebreiro habe ich schlimme Kreislaufprobleme und Kopfschmerzen, muss alle paar Meter was trinken und kann kaum noch atmen. Überall hört man Löschhubschrauber, kann sie wegen des dichten Rauchs aber nicht sehen. Ich huste mir die Seele aus dem Leib und hoffe inständig, dass ich nicht zusammenbreche.

 

Etappe 31: Von La Laguna nach Fillobal

Die Kommunikation mit dem Italiener auf meinem Zimmer ist leider etwas eingeschränkt. Er ist zwar nicht viel älter als ich, spricht aber richtig mieses Englisch. Dummerweise sieht er das allerdings ganz offensichtlich etwas anders und will über komplexe Dinge des Weltgeschehens diskutieren. Problem dabei ist nur: Er versteht keine einzige meiner entsprechend komplexen Antworten und guckt mich irgendwann so an, als wäre ICH diejenige, die nicht über ausreichende Sprachkenntnisse verfügt.

 

Etappe 32: Von Fillobal nach Sarria

Irgendwie ist es aber ungewöhnlich warm, die Luft fühlt sich seltsam an und die Katzen des Hofs spielen komplett verrückt. Auch dabei denke ich mir nichts und kann nicht so wirklich einordnen, was hier gerade passiert. Bis ein kanadisches Pärchen […] auf mich zustürmt und mich total geschockt zum Terrassenfenster schiebt. Hinter Triacastela lodern die Flammen und die rote Farbe zerfrisst die Dunkelheit des Waldes.

 

Etappe 33: Von Sarria nach Portomarín

Und hier auf dem Jakobsweg? Ich mache jeden Tag fast exakt dasselbe und fühle mich immer, wenn ich eine neue Aussicht genießen kann, wie eine Abenteurerin, die sich ihren Weg durch die Welt bahnt. Ob sich Don Quijote auch so gefühlt hat?

 

Etappe 34: Von Portomarín nach Palas de Rei

An der Bar lehnt eine der Damen aus Uruguay. In der linken Hand hält sie ein Glas Bier, in der rechten Hand eine Zigarette – und jammert nach der ersten Nacht auf dem Camino schon, wie schrecklich es ihr gehe… „Gestern tat mir ja nur der Rücken weh, aber heeeute“ – Jaja, das Leben ist schon hart, wenn man bereits zwei Tage ohne Rucksack durch eine relativ flache Landschaft spaziert ist und alle paar Meter Bier trinken, rauchen und Selfies mit perfektem Make-Up machen muss.

 

Etappe 35: Von Palas de Rei nach Rivadiso

Ganz Galicien scheint nur noch aus massenweise Matsche zu bestehen, denn es hat in den letzten Tagen verdammt viel geregnet. Beim Gehen blubbert der Schlamm lustig zwischen meinen Zehen hin und her und ich mache mir einen Spaß aus dem Versuch, möglichst dicke Blubberblasen entstehen zu lassen.

 

Etappe 36: Von Rivadiso nach O Pedrouzo

Wie so oft bin ich mir nicht sicher, ob mich diese Gedanken aufmuntern sollen oder ich lieber tief frustriert sein soll, weil vieles doch eigentlich so einfach wäre, aber auf dieser Welt alles ganz, ganz anders läuft. Weil ich so viele dieser Sinnlosigkeiten und menschlicher Abartigkeiten nicht verstehe und sie doch so gern verstehen würde, um irgendetwas daran zu ändern.

 

Etappe 37: Von O Pedrouzo nach Santiago de Compostela

Ich starre auf die Kathedrale und stehe einfach dort im Regen, während ganz plötzlich die Tränen zu laufen beginnen. Es schüttet und schüttert – und zu dem Regenwasser mischen sich salzige Bäche aus Tränen, die über meine Wangen laufen und offenbar auch nicht mehr damit aufhören wollen. Ich kann nichts dagegen tun und sehe vermutlich aus wie ein heulendes Kleinkind, das seine Eltern im Gedränge verloren hat.

 

 

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