Wer sich als Nicht-Österreicher überlegt, eine Städtereise in Deutschlands Nachbarland zu machen, stößt aller Voraussicht nach zuallererst auf Wien. Na klar, ist ja auch die Hauptstadt – und Hauptstädte bieten sich immer ganz besonders gut an, um ein Wochenende an einem bisher unbekannten Ort oder sogar in einem ganz neuen Land zu verbringen. Auch unsere erste Reise nach Österreich führte uns vor ein paar Jahren nach Wien, unsere zweite nun nach Innsbruck. Warum sich das Zentrum von Tirol mindestens genauso gut für einen Citytrip eignet wie die österreichische Hauptstadt, erfährst du hier.

Von Liechtenstein aus fuhren wir zuerst noch einmal in die „falsche“ Richtung: Simon hatte sich in ein Foto des Walensees in der Schweiz verliebt und verpflichtete mich – kraft seines Amtes – zu einem Nachmittag am Wasser. Eigentlich wäre ich lieber schnell weiter nach Innsbruck gefahren, allerdings war das Wetter bisher ja so schlecht, dass wir in unserem Sommerurlaub noch nicht ein einziges Mal baden konnten. Spätestens, als wir auf der Panoramastraße durch unglaubliche Bergwelten, lange Tunnel und vorbei am glitzernden Walensee fuhren, war ich verdammt dankbar für diese Entscheidung. Also verbrachten wir noch ein paar Stunden am See und machten uns anschließend auf den Weg nach Österreich.

Es war schon dunkel, als wir in Innsbruck ankamen. Das ibis Innsbruck hatte uns zu zwei Übernachtungen bei sich eingeladen – und wir uns in weiser Voraussicht schon mal einen Stellplatz für 12 € pro Nacht reservieren lassen, denn das Hotel liegt direkt am Hauptbahnhof und auf ein „Wir gucken mal spontan nach einem Ort, an dem wir das Auto abstellen können“ hatten wir mitten in der City nur wenig Lust. Umso besser also, dass wir nun direkt von der Tiefgarage mit dem Aufzug ins Hotel fahren konnten.

Roadtrip Österreich: Angekommen im ibis Innsbruck

Im ibis Innsbruck* erwartete uns ein modern und zweckmäßig eingerichtetes Zimmer mit einem etwas weniger modernen, dafür aber geräumigem Badezimmer. Wie in allen ibis-Hotels, in denen wir bisher waren, wurde vor allem sehr viel Wert auf eine ordentliche Matratze gelegt, was uns immer besonders wichtig ist. Am nächsten Morgen blickten wir begeistert aus dem Fenster: Bei Dunkelheit hatten wir es nicht gesehen, aber…

Hinter ein paar benachbarten Gebäuden prangten die Alpen, auf die wir einen herrlichen Blick hatten. Nach dieser kleinen Überraschung machten wir uns (für unsere Langschläfer-Verhältnisse) früh auf den Weg in die Stadt. Das dauerte nicht lange, denn die Lage des Hotels ist perfekt für eine Städtereise nach Innsbruck: In nur fünf Minuten hat man die Altstadt mit allen Sehenswürdigkeiten zu Fuß erreicht.

Der Blick auf die Berge ist wohl einer der Hauptgründe, wieso ich der Meinung bin, dass eine Städtereise nach Innsbruck mindestens genauso schön ist wie ein Citytrip nach Wien. Schwer zu erklären, aber die Alpen im Hintergrund des Stadtpanoramas haben etwas unglaublich Beruhigendes und haben des Öfteren meine Augen gefesselt. Von so vielen Stellen in der Altstadt aus schaut man direkt auf die riesigen Gipfel und manchmal biegt man in eine andere Straße ein und kann es gar nicht so richtig glauben, wie dicht man hier den Alpen ist. Also… Zumindest dann, wenn man absolut keine Berge gewöhnt ist. Schon gar nicht so große.

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Innsbruck Sehenswürdigkeiten: ein Tag Sightseeing

Sightseeing à la Simon und Caro sieht so aus, dass wir kurz einen Blick auf den Stadtplan werfen, uns überlegen, was wir unbedingt sehen wollen, und dann einfach grob in die Richtung gehen und uns überraschen lassen. In Innsbruck standen zwei Dinge auf unserer Ideenliste: der Botanische Garten und der Alpenzoo. Bevor wir dort ankamen, bestaunten wir aber bei einem Zickzack-Spaziergang durch die Altstadt erst einmal die wunderschöne Architektur von Tirols Hauptstadt – natürlich mit Bergpanorama.

Städtereise Österreich: Wien oder Innsbruck?

Während wir durch Innsbrucks Altstadt flanierten, dachte ich zwischenzeitlich immer wieder darüber nach, wieso ich die Stadt vorher nie so wirklich auf dem Schirm hatte. Bei unserer ersten Städtereise nach Österreich stand es irgendwie überhaupt nicht zur Debatte, eine andere Stadt als Wien anzusteuern. Und wir hatten es auch nicht bereut, denn Wien ist nach wie vor eine der schönsten Städte, in denen wir je waren.

Trotzdem muss ich mittlerweile sagen, dass Innsbruck meiner Meinung nach die bessere Wahl ist, wenn man nur ein Wochenende hat. Während es in der Millionenstadt Wien so viel zu sehen und erleben gibt, dass ein Wochenende viel zu kurz ist, hat man in Tirols Hauptstadt (die übrigens nur ca. 125.000 Einwohner zählt) die Möglichkeit, sich in ein paar Tagen alles in Ruhe anzuschauen und den Charakter der Stadt ganz entspannt auf sich wirken zu lassen. Außerdem hat Innsbruck natürlich einen großen Bonus: Die Kombination aus Fluss und Bergen ist schon ein ziemlicher Luxus.

Innsbruck Sehenswürdigkeiten: Spaziergang durch die Altstadt

Wir schlenderten also einfach ein bisschen durch die Gassen, bewunderten abwechselnd die schönen Gebäude und die oft genauso schön gestalteten kleinen Geschäfte, kamen per Zufall am Dom zu St. Jakob und einigen anderen Kirchen vorbei und hatten endlich einmal Glück: Das Wetter spielte mit und die Sonne brannte so warm vom Himmel, dass ich am Abend einen minimalen Sonnenbrand auf den Oberarmen hatte. Ich will jetzt nicht sagen, dass ich genau darauf gewartet hatte, aaaber: Wir hatten endlich das Gefühl, uns mit unserem Roadtrip auch wirklich im August zu befinden – und nicht im März.

Innsbruck Sehenswürdigkeiten: Botanischer Garten Innsbruck

Über die Innbrücke überquerten wir den Fluss und spazierten in südlicher Richtung am Ufer entlang. Unser Ziel: der Botanische Garten der Stadt. Dieser gehört zur Universität Innsbruck, die ihn pflegt und natürlich in erster Linie als Lehr- und Forschungsstätte benutzt. Trotzdem ist der Park frei zugänglich und täglich von 8 bis 19 Uhr (im Winter kürzer) geöffnet. Er befindet sich zwischen der Botanikerstraße und der Sternwartestraße, in denen es jeweils einen Eingang gibt. Der Garten ist zwar ziemlich leicht zu finden, der Weg erfordert allerdings zumindest ein bisschen Kondition, denn auf der westlichen Seite des Inns geht es direkt steil den Berg hoch.

Der Eintritt ist kostenlos, lediglich für die tropischen Gewächshäuser muss man 2 € (ermäßigt sogar nur 1 €) zahlen. Diese sind eigentlich nur dienstag- und donnerstagnachmittags zugänglich – wir waren allerdings an einem Montag da und konnten trotzdem rein, also einfach mal ausprobieren. Wir persönlich haben ehrlich gesagt überhaupt keine Ahnung von Pflanzen und sind im Normalfall schon froh, wenn wir ein Stiefmütterchen fehlerfrei erkennen. Dementsprechend: Nein, wir können dir leider nicht sagen, wie es um die Artenvielfalt im Botanischen Garten Innsbruck steht. Also beschreibe ich es mal als „Es gibt viele verschiedene schöne Pflanzen“. Auch für Unausgekannte lohnt sich ein Besuch daher auf jeden Fall, denn man kann prima über das weitläufige Gelände schlendern, die Stille genießen und fernab der Stadt etwas abschalten.

Innsbruck Sehenswürdigkeiten: Alpenzoo Innsbruck

Nach unserem Ausflug in den Botanischen Garten stand noch der Alpenzoo Innsbruck auf unserem Plan – schließlich wollten wir ja das volle Paket an Flora und Fauna zusammenbekommen, haha. Also machten wir uns auf den Weg zurück zum Fluss und in die andere Richtung. Während Simon bei der Hitze wie ein kleines Kind am Nöseln war („Wie weit ist es denn noch?“, „Sind wir nicht mal da?“, „Es ist schon so spät, das lohnt sich gar nicht mehr“, „Warum haben die den blöden Zoo denn so weit oben im Berg gebaut?“), bestand ich auf unseren Besuch bei den Tieren der Region. Walensee für ihn, Alpenzoo für mich – Ende der Diskussion, hihi. Nach etwa drei Kilometern, vielen Höhenmetern und einer knappen Stunde erreichten wir den Zoo um kurz vor halb sechs.

Die Ticketverkäuferin machte uns direkt darauf aufmerksam, dass der Alpenzoo in 30 Minuten schließen würde (die Öffnungszeiten sind von 9 bis 18 Uhr, im Winter nur bis 17 Uhr). Das wussten wir natürlich und mittlerweile wollte auch Simon unbedingt in diesen „blöden“ Zoo – wenn auch aus anderen Gründen. Zitat: „Nach DEM Aufstieg gehe ich ganz sicher nicht einfach wieder zurück, ohne die Tiere gesehen zu haben“. Wir zahlten schnell und bekamen sogar ungefragt einen Last-Minute-Rabatt. Die normalen Eintrittspreise liegen bei 10 € pro Person, wobei es Ermäßigungen für Kinder, Studenten und Senioren gibt. Die Zeit lief, wir hatten eine halbe Stunde für das extrem weitläufige Gelände. Also joggten wir förmlich durch den Tierpark – ein ständiges Auf und Ab an den Hängen der Alpen und keine Zeit für Fotos.

Eigentlich sind wir Gegner von „normalen“ Zoos, denn wir sind der Meinung, dass ein Eisbär auf eine Eisscholle in der Arktis gehört und nicht in ein mehr oder weniger kompetent nachgebautes Gehege in Westeuropa. Deswegen freut es uns immer sehr, wenn es irgendwo einen Tierpark mit heimischen Tierarten gibt – so einen haben wir mit dem Tierpark Olderdissen schließlich auch bei uns in Bielefeld. Trotz des Zeitmangels war unser Besuch im Alpenzoo Innsbruck sehr effektiv und wir joggten lachend und bester Laune von Gehege zu Gehege. Die Wege dazwischen sind nämlich sehr, sehr lang.

Die Effizienz war aber leider vorbei, als wir bei den Kaninchen ankamen. Dort saß das kleinste Häschen, das ich je gesehen habe – groß wie ein Hamster und sooo flauschig. Ich konnte mich fünf Minuten lang nicht losreißen und überlegte bereits, ob Mini-Hasis wohl weltreisetauglich sind?! Es dauerte noch ein paar Tage, bis Simon nicht alle zehn Minuten ein „Ohhhh, Mini-Hasi, sooo süüüß“ zu hören bekam. Ach übrigens… Den Alpenzoo kann man auch deutlich komfortabler erreichen:

Innsbruck Sehenswürdigkeiten: Nordkettenbahn Innsbruck

Wir hatten es tatsächlich geschafft, in nur einer halben Stunde den gesamten Alpenzoo (außer die Aquarien, die haben wir leider übersehen) im Schnelldurchlauf abzuklappern. Kann ich natürlich nicht empfehlen, denn man kann hier locker ein paar Stunden verbringen. Aber auf jeden Fall kann ich nun sagen: Egal, wie viel Zeit du noch hast… Machen! Uns hat der Zoo sehr gut gefallen und wenn wir mal wieder in Innsbruck sein sollten, kommen wir ganz sicher wieder. Dieses Mal dann mit mehr Zeit. Beim Verlassen des Alpenzoos fiel uns dann die Bahnstation ins Auge: Für 15 € (auch hier gibt es Ermäßigungen) bekommt man ein Kombi-Ticket, mit dem man von der Stadt zum Alpenzoo, zur Hungerburg und wieder zurück fahren kann und in dem auch die Eintrittskarte für den Zoo enthalten ist.

Wussten wir aber vorher nicht und ehrlich gesagt hatten wir die Bahn zwar schon mehrfach aus der Ferne gesehen, uns aber nicht wirklich damit beschäftigt. Da wir noch Zeit hatten, entschieden wir uns spontan, nun trotzdem noch Tickets zu kaufen und den Berg hoch- und anschließend wieder runter in die Stadt zu fahren. An der Station Alpenzoo zahlten wir dafür insgesamt 17,20 €, was problemlos mit der Kreditkarte funktionierte (Scheine nimmt der Automat nämlich leider nicht).

An der Station Hungerburg hat man bereits einen wunderschönen Blick über ganz Innsbruck. Von dort aus kann man mit Panorama-Gondelbahnen an einer Seilbahn weiter hinauffahren, direkt zu Wanderwegen im Naturpark Karwendel, ins Skigebiet oder zur Cloud 9 – einem Club, in dem in den Wintermonaten (von Januar bis April) Cocktails getrunken und freitags sogar Partys gefeiert werden kann. Auf über 1.900 Höhenmetern. Krasser Scheiß, für einen kurzen Moment bereuten wir nun doch tatsächlich, dass gerade Sommer war.

Biergarten Innsbruck: Käsespätzle im Stiftskeller

Die Nordkettenbahn brachte uns in nur wenigen Minuten wieder runter in die Stadt, wo wir Ausschau nach einem traditionellen Abendessen hielten. Zufällig landeten wir in Innsbrucks bekanntestem Biergarten, dem Stiftskeller. Naja, eigentlich standen wir uns erstmal die Beine in den Bauch und warteten. Und warteten. Und warteten. Und wurden irgendwann von wildfremden Leuten eingeladen, uns doch einfach mit an deren Tisch zu setzen.

Ach ja. Ich hörte davon. In Biergärten teilt man sich ja einfach mal einen Tisch. Unvorstellbar bei den nicht ganz zu Unrecht als kühl bezeichneten Ostwestfalen. Whatever, wir hatten einen Tisch und kurz darauf auch verdammt leckere Käsespätzle. Und was soll ich sagen? Wir haben uns ganz schön in Innsbruck verliebt und wollen unbedingt nochmal wiederkommen. Entweder zu einer Wanderung durch die Bergwelt der Alpen – oder ganz stumpf auch nur zur Freitagsparty in der Cloud 9.

 

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